Massendemonstration der Gewerkschaften gegen Regierung

1. Oktober 2011, 19:36

Zehntausende forderten Demokratie und soziale Sicherheit

Budapest - Mit Fahnen, Transparenten und Hupen haben Zehntausende am Samstag auf dem Budapester Kossuth-Platz gegen die rechtskonservative Regierung von Premier Viktor Orban und deren neues Arbeitsgesetz demonstriert. Dieses beschneidet die Rechte von Angestellten, insbesondere das Streikrecht. Rund 100 Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) waren bei der Aktion vor dem Parlament vertreten.

Auch Gewerkschafter aus dem Ausland nahmen teil. Die Polizei hielt sich im Hintergrund, alle Straßen rund um den Platz waren abgesperrt. Die Demonstranten forderten mehr Demokratie, soziale Sicherheit und den Schutz der Arbeitnehmerrechte.

Die Redner auf dem Platz betonten, die Kundgebungen würden erst dann ein Ende finden, wenn man ihre Forderungen erfülle. Diese umfassen eine gerechte Verteilung der öffentlichen Lasten, die Abschaffung von rückwirkend geltenden Gesetzen, die Konsultation mit Sozialpartnern vor Verabschiedung von neuen Arbeitsgesetzen, Verfassungsschutz für Frühpensionisten sowie eine Garantie für das Streikrecht.

Auf dem Platz versammelten sich viele, die von dem umstrittenen Arbeitsgesetz betroffen sind. Eine Krankenschwester klagte, dass man ihr Zulagen für Sonderschichten streichen will. Ein pensionierter Feuerwehrmann zeigte sich empört, dass die Regierung per Gesetz die Frühpension abschaffen und ihn wieder in den Dienst zurückholen werde. "Wir sind zwar viele hier vor dem Parlament, doch das wird die Regierung nicht beeindrucken", sagte eine Chemiearbeiterin. Sie erinnert an einen Regierungssprecher, der vor Beginn der Proteste erklärt hatte, der Standpunkt des Kabinetts werde sich nicht ändern.

Die Demonstration auf dem Kossuth-Platz gehörte zur Aktion "D-Day" - in Erinnerung an die Landung der Alliierten in der Normandie 1944. Dies sei "jener Tag, der den Frieden nach Europa brachte", sagte Gewerkschaftschef Peter Konya, der als Koordinator der Proteste gilt. Viele der Demonstranten gingen nach der Demonstration vor dem Parlament zum Clark-Adam-Platz, wo seit Donnerstag ein Sitzstreik stattfindet. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 31
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Hans Hansen
01
3.10.2011, 03:09

"rechtskonservativ" ist ein Euphemismus

Titus Petronius
42
3.10.2011, 00:23
Mutig von Orban dieses Arbeitsgesetz zu beschliessen...

die Proteste waren ja vorhersehbar.

Offenbar sind zur Sanierung von Ungarns Finanzen ziemlich drastische Massnahmen notwendig.

Aber das Politiker-Schicksal, wenn sie sich zu unpopulären Massnahmen entschliessen, ist ja vorprogrammiert. Wenn Ungarn in 20 Jahren einen sanierten Haushalt hat, wird er wahrscheinlich immer noch gehasst werden.

Aber Leute wie Dörfler, die auf der Strasse 100 Euro Scheine verteilen, die werden bejubelt. Auch wenn man für jeden Hunderter nachher Vierhundert zurückzahlen darf. Verrückte Welt.

Alfred Fux
21
8.10.2011, 14:25
Lach

Finanzen kann man nicht "sanieren". Die werden auch nicht krank, baufällig oder sonstwas. Es geht um die leistungsbefreite Bereicherung derjenigen, die Geld horten, damit es sich andere gegen Zinsen ausborgen müssen. Dieses System ist nicht sanierbar, weil es nie "gesund" war. Man kann ein vertrotteltes Geldsystem selbst durch "drastische Maßnahmen" nicht entblöden. Das einzige was man tun kann wäre, es abzuschaffen. Was immer die Politiker auch tun, sie werden nie gegen die Interessen der Plünderer sein. Schließlich sind sie deren Dienstleister.

Goran Markovic
03
2.10.2011, 21:10

der liebe Orban hätte sich nicht mit den ausländischen Banken anlegen sollen...

Adolf Ogi
11
2.10.2011, 22:30
sie meinen

mit der Erste Bank und der Raiffeisen?

I. O.
01
3.10.2011, 06:52
Gewiss...

JA!

Goran Markovic
01
2.10.2011, 23:59

Nicht nur...das waren nur 2 von vielen. Die Banka Intensa ist auch mit von der Partie und noch einige andere

Adolf Ogi
00
3.10.2011, 16:14
Sie meinen

die Intesa Sanpaolo, Mutterkonzern der CIB Bank

Mariano
210
2.10.2011, 00:18
Der Standard hat vergessen

über den Namen der neuen ungarischen Bewegung zu berichten: Szolidarítás (Solidarität - von der polnischen Solidarnosc-Bewegung übernommen)

Für die Orbán-Regierung wird es schwierig diesen Namen mit den "Kommunisten" zu verknüpfen. Für Orbán&Co. ist das der Anfang vom Ende.

sandokan55
61
2.10.2011, 22:45
"..der neuen ungarischen Bewegung zu berichten: Szolidarítás.."

es ist wirklich peinlich, die Nachfolger von jenen, gegen die die Solidarnosc gekämpft hatte, verwenden gerade diesen Name.

Diese soz. Gewerkschaften kämpfen jetzt u.a. dafür dass jemand z.B. ein Polizist mit 38Jahren und mit 300Tsd Ft (steuerfrei) in die Pension gehen kann und dann als wäre nichst gewesen z.B. bei einer Security-Firma weiterarbeitet.

Die Mindestsicherung nach soz-lib Art - also nur für wenige.

Als die soz-lib Regierung die 13. Rente praktisch abgeschafft hatte, waren die sehr verständnisvoll...

I. O.
11
3.10.2011, 06:56
Ein wenig übertrieben....

KEINE Polizist geht mit 38 im Frühpension.... (ausn. erkrankte)...die Pensionen für eine Kleinbeamten auch nicht 300.000,-Ft...!

Janosch bacsi
21
3.10.2011, 07:22

Nicht übertrieben. V. Laszlo (38) Polizeibeamte, der am 23.10.2006 einem wehrlosen Passanten (weil mit Handschellen gefesselt) den Finger brach, wurde mit 280.000 HUF (ca. 1000 €) in Frühpension geschickt. Danach ging er in die Privatwirtschaft zu einer Security Firma, wo er weitere hunderttausende verdiente. Jetzt wurde er zu 20 Monaten unbedingter Haft verurteilt.

sandokan55
00
3.10.2011, 22:17

:-)

peak oil
14
2.10.2011, 20:33
wäre ja schön,

wenn das ende von orbán&co möglichst bald kommt, am besten schon morgen früh.

Janosch bacsi
113
2.10.2011, 09:18
...der Anfang vom Ende...

Träumen Sie schön weiter, Mariano. Ist Ihnen schon klar, dass nach Orban & Co nur Jobbik kommen kann/wird? Oder glauben Sie an die Wiederauferstehung der MSZP? Die D-Day Clowns werden da nicht viel ändern können.

peak oil
19
2.10.2011, 18:42
auch die jobbik bleibt max. eine

legislaturperiode. dann werden die leute vielleicht draufkommen, dass auch die nur das blaue (bzw. braune) vom himmel versprechen, aber nichts besser machen als die anderen, trotz ihres namens...

I. O.
01
3.10.2011, 06:58
Eine Legistraturperiode

auch zu viel wäre.... Orban und Co hat dafür gesorgt das sich (durch neue Verfassung!)und ihren Macht für längere Zeit zu befestigen!

DreadCat
02
2.10.2011, 22:19
Selbst...

...während einer Legislaturperiode kann man Menschenrechte abschaffen...

Janosch bacsi
41
2.10.2011, 21:17

Wenn alle Parteien gleich schlecht oder gut sind, wozu überhaupt noch Mehrparteiensystem? Eins steht fest, die Sozis will fast niemand mehr an der Macht haben. (derzeit ca. 10%)

globetrottel
05
2.10.2011, 22:34

Sie lenken wieder einmal ab. Statt sich mit der Kritik an Fidesz auseinanderzusetzen, lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die Sozis - um die geht es hier aber nicht.

Janosch bacsi
72
2.10.2011, 05:15

Träumen Sie schön weiter aber eines kann ich Ihnen schriftlich geben, nach (statt) Orban & FIDESZ kann/wird nur Jobbik kommen. Wollen Sie das wirklich?

I. O.
11
3.10.2011, 07:00
Eine Regierung mit Jobbik

wäre für Ungarn noch schlimmer, wäre das Todesstoß!
eine Bürgerkrieg wäre dann unverhinderbar! :-0

steve low
11
2.10.2011, 19:53
Wir nicht, aber die (Mehrheit?) Ungarn!

Mariano
18
1.10.2011, 23:07
Endlich bewegt sich was in Ungarn...

Janosch bacsi
22
2.10.2011, 21:20

Zb. die Milchzähne der Kinder im Kindergarten.

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