Situation des Pensionssystems jedoch "nicht schlimm", wenn die Hausaufgaben erledigt würden
Seit den Pensionsreformen in den Jahren 2003 und 2004 werden die Pensionszahlungen weniger. Grund: Der Durchrechnungszeitraum erhöht sich. Bei vielen besteht daher Unklarheit, wie viel Pension man tatsächlich bekommt. Grund für die Verwirrung bei den Pensionen sind Parallelrechnungen und lange Übergangsfristen. "Aber das wirklich Peinliche ist, dass wir nicht beantworten können, um was die Pension wirklich weniger wird", kritisiert Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) in einem Gespräch mit orf.at die Intransparenz im Pensionssystem. Hundstorfer kündigte in dem Gespräch weiters an, dass es in den nächsten Monaten eine "Reform der Pensionsreform" geben wird, konkret werden die Parallelrechnungszeiten verkürzt. Generell sei die Situation des Pensionssystems jedoch "nicht schlimm" - wenn die Hausaufgaben erledigt würden.
Bis 2020 will Hundstorfer das faktische Pensionsantrittsalter um ein Jahr anheben. Allein die Anhebung um diese Zeitspanne würde "rund eine Milliarde Minderausgaben" bringen, so der Sozialminister. Hundstorfer will hierbei auch stärker die Wirtschaft zur Verantwortung ziehen. Den Vorschlag von Finanzministerin Maria Fekter, steuerliche Anreize beim "Golden Handshake" abzubauen, sieht Hundstorfer kritisch: "Ich bin mit Finanzministerin Fekter in einem Dialog. Aber über Steuerrecht wird man das Pensionsthema nicht lösen können." (red, derStandard.at, 1./2.10.2011)