Umfrage

Häupls SPÖ gibt in Wien die Themen vor

30. September 2011, 18:21

Rot-Grün in der Bundeshauptstadt: Das ist in der Wahrnehmung der Stadtbevölkerung vor allem rot und sehr wenig grün - Würde jetzt gewählt, gäbe es für die SPÖ dennoch Verluste

In Wien gibt es ja seit bald einem Jahr eine rot-grüne Regierung. Welche Partei setzt sich da Ihrer Meinung nach eher durch, die SPÖ oder die Grünen, oder sind beide etwa gleich stark?" Diese Frage legte das Linzer Market-Institut in dieser Woche 416 Wahlberechtigten in Wien vor. Die Antwort war mehr als eindeutig: 82 Prozent der Befragten sehen die Partei von Michael Häupl als tonangebend an - vor allem die erklärten SPÖ-Wähler spüren so gut wie keinen Einfluss der Grünen.

Weitere elf Prozent sehen beide Parteien als gleich stark an, nur drei Prozent nennen die Grünen als dominierende Kraft in der Rathauskoalition. Auch unter den deklarierten Grün-Wählern wird die Bürgermeisterpartei als treibende Kraft gesehen.

Und ähnlich sieht es bei der Themensetzung aus: Fragt man, welche Partei in Wien am ehesten die Themen der Landespolitik vorgibt, dann nennen 59 Prozent ungestützt zuerst die SPÖ - im August 2010, vor Beginn des Wahlkampfs, waren es 55 Prozent, kurz vor der Wahl 67 Prozent. Dazu kommen weitere sieben Prozent Zweitnennungen. Die FPÖ wird von 19 Prozent genannt (August 2010: sieben Prozent), plus neun Prozent Zweitnennungen. Die ÖVP hat fünf Prozent Erstnennungen und 18 Prozent Zweitnennungen und liegt damit auf ähnlichem Niveau wie im Sommer 2010. Die Grünen sind mit vier Prozent Erst- und mit acht Prozent Zweitnennungen auf dem letzten Platz in diesem Ranking.

Anders sieht es allerdings aus, wenn man die Stärken der einzelnen Parteien getrennt abfragt.

Gute grüne Ideen

Da sagen 33 Prozent, dass die guten Ideen für Wien von den Grünen kämen. Die Grafik unten zeigt: Die Stärke der Grünen ist ihre Jugendlichkeit, wahrgenommen werden zudem der Einsatz für niedrigere Öffi-Tarife, die Lösungskompetenz bei Verkehrsproblemen und das Engagement für ein weltstädtisches, offenes Wien. In diesem Punkt schlagen sie die ÖVP klar und die FPÖ schon gar - allerdings liegt die SPÖ bei diesem Thema an erster Stelle.

Die größten Stärken der SPÖ sind deren Engagement für Arbeitnehmer, für den guten Ruf Wiens und für die Senioren. Die ÖVP dagegen wird als die bürgerliche Wirtschaftspartei gesehen, allenfalls noch als eine der Senioren.

Auffallend: Den Freiheitlichen wird am ehesten zugetraut, die Sorgen der Wienerinnen und Wiener zu verstehen. Auch sie stehen für Jugendlichkeit - und es wird erwartet, dass sie in fünf Jahren stärker sein werden als heute. Das lässt sich auch aus der Sonntagsfrage herauslesen: Laut Market-Hochrechnung für den Standard käme die FPÖ auf 27 Prozent (bei der Wahl vor einem Jahr waren es 25,8 Prozent). Heinz-Christian Strache wird von 14 Prozent als Bürgermeister gewünscht.

Auch wenn Michael Häupl eine Bürgermeisterdirektwahl mit 46 Prozent gewinnen würde, verliert die SPÖ in der Hochrechnung leicht von 44,4 auf 43 Prozent. Auch die ÖVP, deren derzeitige Chefin Gaby Tamandl in einer Direktwahl nur vier Prozent bekäme, verliert leicht - 13 statt 14 Prozent, rechnet Market.

Die Grünen würden bei einer Direktwahl neun Prozent für ihre Kandidatin Maria Vassilakou bekommen, die Parteistimmen hochgerechnet ergeben 14 Prozent - also einen leichten Zugewinn gegenüber der Wahl vom vergangenen Oktober, als die Grünen auf 12,6 Prozent gekommen sind. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 1./2.10.2011)

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11 Postings
fasziniert
02
2.10.2011, 10:23
Wenn eine Wiener SPÖ beim Thema Fluglärm weiterhin so auftritt, sollte sie sich mangelnde Sympathiewerte unter den davon Betroffenen nicht wundern

Denn einen ganzen Saal mit über 300 Menschen mit einer Mischung aus Ignoranz und überheblich vorgetragenen Halbwahrheite zu begegnen, wie es Ende September bei einer Podiumsdiskussion in Liesing zu beobachten war, hat sicher niemand der Fluglärmbetroffenen davon überzeugt, dass die Wiener SPÖ ihre Anliegen vertritt.

Dass die Grünen in der Frage der Flugrouteneinstellung ihr eindeutiges Wahlversprechen noch nicht einmal annähernd umgesetzt haben, liegt vielleicht aber nicht nur am Koalitionspartner sondern vielleicht auch an mangelnden Mut.

Truhe
 
04
1.10.2011, 13:56

Was mich wirklich erstaunt ist dass die Grünen immer noch als Jugendpartei wahrgenommen werden.

Michael Bakunin
10
1.10.2011, 21:35

sidn sie ja auch, wenn du dir die wahlergebnisse nach altersgruppen ansiehst.

byron sully
33
1.10.2011, 11:48

daß der fpö die beste lösungskomeptenz beim thema integration zugetraut wird, läßt auf ein nicht vorhandenes gehirn vieler teilnehmerInnen dieser umfrage schließen.

Cesarus55
46
1.10.2011, 13:42

vielleicht weil die fpö die "einzige" partei ist die "lösungen" anbietet. Weil warum sollte man einer Partei Lösungskompetenz zubilligen die sagt es gibt (fast) überhaupt keine Probleme...

dakakadu
00
20.11.2011, 16:22
Einzige?

Das BZÖ bietet auch Lösungen an:

BZÖ-Bucher präsentiert BZÖ-Katalog für Integration

Dabei stehen die Deutschpflicht im Schulhof, ein Unterrichtsfach "Herkunftssprache", ein maximaler Anteil von Schüler nicht deutscher Muttersprache von 30 Prozent pro Klasse und Integrationsbeauftragte im Mittelpunkt".

BZÖ Green Card Modell(wie in Australien und Amerika):
Wobei von den Zuwanderungswilligen eine entsprechende Punktezahl
nach den Kriterien des Bedarfes, der Sprachkenntnisse, der Bildung, von Gesundheit und
Arbeitsfähigkeit, nach Arbeitsplatz und Einkommen, Unbescholtenheit sowie nach Integrationswilligket und Erfüllung von Integrationsvorraussetzungen einzuhalten sind.
http://www.bzoe.at/assets/fi... OE_WEB.pdf

byron sully
00
2.10.2011, 15:50

ausländer raus ist also die lösung?

Michael Bakunin
23
1.10.2011, 21:36

die fpö hat in dieser frage noch nie lösungen angeboten. die rdet nur probleme herbei. das ist das gegenteil von lösungskompetenz.

Dragonerfliege
11
1.10.2011, 17:35

Dass man ein serbisches Gebetsbandl tragen und sein Auto in Ungarn als gestohlen melden soll?

Pauli Feuerstein
02
1.10.2011, 12:41
naja, die spö hatte knapp unter 50%

das sagt eigentlich schon alles!

Cesarus55
12
30.9.2011, 21:42
Wenn man die obligatorischen 5 prozent dazu zählt

ist die FPÖ bei 32 Prozent. Deckt sich mit meiner Einschätzung.

Wobei mindestens 5 Prozent die SPÖ ausschließlich wegen Häupl wählen. Wird also viel davon abhängen wer Nachfolger wird. Hundsdorfer ist sicher keine schlechte Lösung aufgrund seines Alters aber trotzdem nur ein Übergangskandidat. Also ich würde ja gleich den ... nehmen. Aber warum soll ich der SPÖ sagen was gut für sie wäre?

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