Eine Yacht für eine Nacht

    3. Oktober 2011, 18:13
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    Bed & Breakfast gibt es neuerdings auch auf dem Schiff - Etwa im Sportsboothafen von Genua

    Die Finanzkrise zieht in Italien immer weitere Kreise. Selbst die betuchten Besitzer von Sportyachten müssen umdenken. Ihr Luxusboot soll nicht mehr monatelang ungenutzt im teuren Hafen ankern.

    So hat sich der Chef des neuen Sportboothafens Marina Genova Aeroporto, Giuseppe Pappalardo, etwas Neues einfallen lassen. Er will derzeit mit der Formel Boat & Breakfast punkten.

    Zwölf Yachten

    Insgesamt liegen im Hafen 500 Boote zwischen 14 und 90 Meter vor Anker. Bislang stellen zwölf Bootsbesitzer ihre Yachten für romantische Weekends, Segelausflüge oder einfach für eine Boat-&-Breakfast-Übernachtung zur Verfügung. Damit werden vor allem jene Kunden angelockt, die früher oder später entweder selbst eine Yacht erwerben wollen, eine Kreuzschifffahrt oder eine Luxusfahrt auf einer Yacht im Visier haben oder einfach ein außergewöhnliches Wochenende planen.

    Die Formel Boat & Breakfast hat voll eingeschlagen. Die zur Verfügung stehenden Boote sind laut Pappalardo bis November ausgebucht. Vor allem für die Internationale Bootsmesse in Genua (1. bis 9. Oktober 2011) planen Interessenten und Kunden, ihren Aufenthalt "im Boot" zu verbringen. Vier bis sechs Mann können in einer der zur Verfügung stehenden Kleinyachten schlafen.

    Der sogenannte Zoo der Reichen, der Yacht-Kapitalismus, wird nun auch Bootsliebhabern mit normaler Geldtasche geöffnet. Statt in einem Bed & Breakfast an Land zu übernachten, ist eine Nacht im Boot angesagt.

    Auch für Seekranke

    Auch für Seekranke oder für all jene, die entsprechende Symptome befürchten, ist dies kein Problem: Denn das Schiff, im Sportsboothafen vom Aeroporto di Genova ankernd, schaukelt keineswegs. Frühstück an Bord, vom Kapitän oder einer Hostess serviert, ist ein besonderer Genuss. Einziges Problem ist, sich mit den technischen Finessen einer Yacht anzufreunden. Da kann es schon passieren, dass man auf den falschen Knopf drückt und etwa die Wasserspülung nicht mehr abschalten kann.

    Aber grundsätzlich ist die Nacht romantisch. Bei ruhigem Wellengeplätscher und leise klappernder Takelage ein letztes Glas Wein im Mondlicht zu trinken und sich auf die frische Brise beim Frühstück mit "Cappuccino und Brioche" zu freuen ist ein besonderes Erlebnis.

    Strategisch gute Lage

    Der Mindestpreis pro Kajüte für eine Nacht plus Frühstück liegt im Sportboothafen Marina Genova Aeroporto bei 80 Euro, je nach Art und Größe des Bootes und dessen Ausrüstung kann dieser Preis auch bis 360 Euro (inklusive Tagesausflug) steigen. In Ligurien gibt es aber auch preisgünstigere Angebote, wo eine Boat-&-Breakfast-Nacht nur 60 Euro kostet. Aber auch in Sardinien und Sizilien, in Venetien und in Apulien sprießen die Boat-&-Breakfast-Angebote wie Pilze aus dem Boden.

    Wer das Hafenleben genießen, aber nicht die Nacht im Boot verbringen will, kann am Sportsboothafen Marina Genova Aeroporto, im Resort Marina Place, auch Mini-Appartements oder geräumige Hotelzimmer mit Terrasse und Ausblick auf das Meer mieten.

    Die Lage ist strategisch gut ausgedacht. Von Genua selbst, vom Bahnhof Principe aus, kann man mit dem Bus die Hafenanlage in 20 Minuten, vom Flughafen zu Fuß in fünf Minuten erreichen. Flüge von Wien nach Genua und retour gibt es mit Alitalia ab 289 Euro, allerdings mit einem Umweg für einen Zwischenstopp in Rom. (Thesy Kness-Bastaroli /DER STANDARD/Album/01.10.2011)

    Adressen:

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      Der Mindestpreis pro Kajüte für eine Nacht plus Frühstück liegt im Sportboothafen Marina Genova Aeroporto bei 80 Euro, je nach Art und Größe des Bootes und dessen Ausrüstung kann der Preis auch bis 360 Euro steigen.

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