56 Prozent der Österreicher für Spezialkliniken für Ältere

30. September 2011, 16:04

Stellenwert der Geriatrie im Gesundheitswesen nach wie vor gering


32 Prozent wollen laut Studie solche Krankenhäuser nicht

Linz - 56 Prozent der Österreicher halten es für eine sinnvolle Maßnahme, dass es Kliniken geben soll, die sich ausschließlich auf die akutmedizinische Behandlung von älteren Menschen spezialisieren. Das ergab eine OGM-Studie im Auftrag vom Krankenhaus der Kreuzschwestern in Sierning (Bezirk Steyr-Land) anlässlich des internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober, wie das Spital am Freitag in einer Presseaussendung mitteilte.

32 Prozent wollten solche Spezialkliniken nicht, zwölf Prozent machten keine Angabe. Die Ergebnisse der Studie basieren auf Telefoninterviews, die das Marktforschungsinstitut OGM mit 502 Österreichern ab 16 Jahren am 21. September durchgeführt hat. Besonders ausgeprägt sei der Wunsch nach spezialisierten Krankenhäusern bei Menschen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die Zustimmung steige naturgemäß mit dem Alter. Männer würden dem Konzept grundsätzlich positiver gegenüberstehen, hieß es.

"Bei älteren Patienten hängt der Behandlungserfolg in höchstem Maße von einem engen persönlichen Kontakt mit Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten ab", so Michael Berger, Primar des Schwerpunktklinikums für ältere Menschen in Sierning. Diese Zeit stehe in Häusern ohne Spezialisierung selten zur Verfügung. Intensive Beschäftigung mit den Patienten lasse sich aber selbst durch hochmoderne Medizintechnik nicht ersetzen, meinte der Primar weiter.

Kritischer Medikamenten-Check

Bezeichnend für den noch zu geringen Stellenwert der Geriatrie im Gesundheitswesen sei die Tatsache, dass in medizinischen Studien ältere Patienten völlig unterrepräsentiert seien, so Berger. Dabei seien Arzneien, die Jüngeren helfen würden, nicht automatisch auch für Ältere gut. Ein kritischer Medikamenten-Check sei daher am Schwerpunktklinikum Sierning Standard.

Das Krankenhaus Sierning ist seit der Spitalsreform 2005 als Schwerpunktklinikum für ältere Menschen. Es erreiche mit 4.000 stationären und ambulanten Patienten pro Jahr eine Auslastung von praktisch 100 Prozent. Das Durchschnittsalter der Patienten betrage 80 Jahre, der Aufenthalt jeweils rund 17 Tage. Die medizinischen Leistungen seien pro Belagstag nur halb so teuer wie in einem allgemeinen Krankenhaus, so die Klinik. (APA)

leo lander alias mont tatont
00
2.10.2011, 21:35
sind eh schon 90% jenseits der 65, oder?

Warum noch Spezialkliniken? Ein Problem ist wohl, dass die Medien. Forschung dem kaum Rechnung trägt.

leo lander alias mont tatont
00
2.10.2011, 22:06
Medien : mist autoergänzung

Medizische Forschung war gemeint

gesund leben
00
2.10.2011, 08:36
hört!

"die leistungen sind nur halb so teuer..."
das ist doch ein schlagendes argument dafür!
aber was hilfts, wenn zuwenige geriatrische fachärzte zur vefügung stehen, wenn zuwenig genderforschung auch für die älteren semester betrieben wird, wenn hausärzte immer weniger in der lage sind, richtige diagnosen zu stellen?

Diskussion
01
2.10.2011, 07:19

Eigene Geriatrie-Abteilungen wären durchaus ausreichend- es muss kein ganzes Spital für Ältere sein.

Dass bei älteren Menschen andere Krankheiten als bei jungen auftreten und auch anders therapiert werden sollen, ist ja nichts Neues.

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