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Wien - Mit Aki Kaurismäkis politischer Parabel "Le Havre", die im Mai in Cannes ihre Uraufführung gefeiert hat, startet die diesjährige Viennale am 20. Oktober im Wiener Gartenbaukino. Als Gast werde man mit dem französischen Schauspieler Andre Wilms den Hauptdarsteller des märchenhaft stilisierten Films über einen illegalen afrikanischen Buben in der titelgebenden Hafenstadt begrüßen dürfen, teilte Festivaldirektor Hans Hurch mit. Als weitere prominente Regiegäste neben Chantal Akerman kündigte Hurch zudem das Kommen von David Cronenberg und Nanni Moretti an.
Cronenberg wird gemeinsam mit seinem Produzenten Jeremy Thomas, dem heuer ein Tribute gewidmet ist, am 29. Oktober einem Galaabend anlässlich seines zu Teilen in Wien gedrehten Psychoanalyse-Thrillers "A Dangerous Method" beiwohnen. Am Tag darauf wird, ebenfalls in Anwesenheit der kanadischen Regiegröße, sein Meisterwerk "Naked Lunch" (1991) gezeigt. Der italienische Regisseur Nanni Moretti stellt bei der Viennale seinen jüngsten Film "Habemus Papam" vor. Und Akerman wird Ende Oktober ihre Carte-Blanche-Auswahl für die ihr gewidmete Retrospektive erläutern. Die Retro beginnt bereits am kommenden Donnerstag im Filmmuseum.
Den Abschlussabend begeht die Viennale mit "The Ides of March" (Die Iden des März) von George Clooney, der in Venedig uraufgeführt wurde und mit Ryan Gosling und Clooney selbst von den zweifelhaften Machenschaften im politischen Machtgefüge der amerikanischen Gesellschaft erzählt. Für die Viennale spannen "Le Havre" und "The Ides of March" einen schönen politischen Bogen über das Festival - "vom europäischen Autorenfilm zum amerikanischen Studioprodukt". Dem Eröffnungsfilm vorangestellt ist zudem der Kurzfilm "Schakale und Araber" von Jean-Marie Straub. (APA)
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naked lunch mag (sehr) unterhaltsam sein, ist aber (abgesehen von peter weller) schwer misslungen, und sicher nicht sein meisterwerk - der arme burroughs.
videodrome oder shivers, selbst die fliege würd ich lieber auf der großen leinwand bewundern.
fein, ist deine meinung. zu allererst sollte aber gesagt werden: die idee des films war nicht, den roman zu >verfilmen< (dazu gibt es darin zuviele fragmente aus anderen buechern von burroughs), sondern einen bruchteil der fiebrigkeit, von der der autor beim schreiben des romans befallen war, zu zeigen. & vom armen burroughs kann so nicht die rede sein, er war im projekt involviert (gast am set etc.) & mit dem ergebnis ganz zufrieden.
'the fly', 'videodrome', etc. haettest du 2003 im filmmuseum bewundern koennen, da gabs naemlich eine cronenberg-retrospektive inkl. aller fruehen kurz- und stummfilme, & der oest. urauffuehrung von 'spider'.
ps: ich weiss nicht, wie 'unterhaltsam' in filmbilder verwandelte fieber- & albtraeume sein sollen.
2003 ist lang her, und damals war ich nicht im land werter deleuze-freund.fieber und alpträume sollten vermutlich verstören haben im film allerdings eher der fast schon comichaften unterhaltung gedient.burroughs selbst konnte meines wissend nach mit den schreibmaschinenkäfern wenig anfangen, und der film als ganzes war eher cronenberg´sche phantasie unterlegt mit zumindest geographisch falschen versatzstücken aus burroughs biographie, ein paar zitaten und einem herrlichen ornette coleman soundtrack, aber damit Sie mich nicht falsch verstehen, ich mag ihn ganz gern, meisterwerk ist er aber sicher keines, und für burroughs-interessierte wohl eher eine kuriosität.
ein kompromissloses meisterwerk - die schreibmaschinenkäfer spielen auf kafka an, den burroughs sehr schätzte. zur comichaften unterhaltung: der film hat durchaus humor und will nicht bloß "verstören". im grunde ist "naked lunch" eine reflexion des künstlerischen schaffensprozesses. j. hoberman, "village voice": "cronenberg has done a remarkable thing. he hasn't just created a mainstream burroughs on something approximating burroughs's terms, he's made a portrait of an american writer". und jonathan rosenbaum schrieb im "chicago reader": "it is also fundamentally a film about writing – even the fillm about writing."
bei kafka gibt´s nichts was auch nur annähernd mit einem schreibmaschinenkäfer korespondiert.natürlich kann man über den film als reflexion des künstlerischen schaffensprozesses reflektieren, und sie mag auch darin des öfteren angedacht werden , aber das macht das sprechen über ihn interessanter als das ansehen, und in bezug darauf empfehle ich eher die schöne querulantin von rivette (zumindest die vierstündige fassung ist ein tatsächlich kompromissloses meisterwerk).
p.s.
in einer postingdiskussion ist es glaub ich interessanter wenn die teilnehmer ihre eigene kritik formulieren, und wenn sie überzeugende argumente haben, müssen Sie diese nicht durch zitate gleichdenkender belegen...
daß er den insektenvertilgungsmittelrausch als kafkaesk bezeichnet ist halt so ein hipsterjoke.Ihre postings können Sie natürlich gestalten wie Sie wollen, der ansatz war auch nicht uninteressant aber ich hätt ihn halt lieber in ihren eigenen worten gelesen da ich seit roger ebert blue velvet verissen hat beruflichen filmkritikern mit gefletschten zähnen begegne.und jetzt in meinem morgendlichen vollrausch finde ich es auch schäbig den naked lunch film angegriffen zu haben, aber burroughs worte sind halt tiefer in meine eingeweide vorgedrungen, sei´s drum,everything is permitted.
bringt die viennale 2012 "das spiel. ein geldstück in 3 akten" ins gartenbau-kino oder bringt es hartmann unter thalheimer an die burg?
der gesamte erste akt jetzt hier:
http://www.facebook.com/pages/Ich... 26?sk=info
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