IT-Sicherheit

Anonymous - Auch Thema bei Sitzung des Datenschutzrats

Bericht | 30. September 2011, 15:12

Diskussion, ob gesetzliche Bestimmungen in Sachen Computerkriminalität ausreichend sind

Neben der Vorratsdatenspeicherung wird das Thema Anonymous am kommenden Montag auf der Tagesordnung der Sitzung des Datenschutzrats stehen, erzählte heute, Freitag, dessen Vorsitzender Johann Maier (S). So will man u.a. diskutieren, ob die gesetzlichen Bestimmungen in Sachen Computerkriminalität ausreichend sind. Speziell geht es um die Bekämpfung von Datenmissbrauch - auch wenn diese nicht durch Hacken beschafft wurden.

Datenschutzbeauftragter

Andererseits will Maier auch die Forderungen von Hans Zeger von der ARGE Daten aufgreifen und besprechen, wie man bei Unternehmen IT-Sicherheit implementieren und auch kontrollieren kann. Und schließlich soll man über eine alte Forderung des Politikers sprechen: Die Einsetzung betrieblicher Datenschutzbeauftragter, die auch entsprechende IT-Konzepte zu erarbeiten hätten. "Ich glaube, mit einem solchen Datenschutzbeauftragten wäre es bei der Tiroler Gebietskrankenkasse nicht so weit gekommen."

Was bedeutet "unabhängig"?

Die von der EU bereits vor Jahren verlangte Einrichtung einer unabhängigen Datenschutzbehörde, die es noch immer nicht gibt, sieht Maier offenbar zwiespältig. Hier gäbe es auch in anderen Ländern Diskussionen, etwa was denn "unabhängig" bedeutet. Hier sei eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs abzuwarten. Außerdem erwartet sich der Parlamentarier, dass die Union ihre diesbezüglichen Vorstellungen im November bei der Vorlage des Datenschutzrahmens präzisiert.

Funktion

Der beim Bundeskanzleramt eingerichtete Datenschutzrat ist nach Eigendefinition ein Beirat, der die Bundesregierung und die Landesregierungen auf deren Ersuchen in rechtspolitischen Fragen des Datenschutzes berät. Er ist zur Wahrung des Datenschutzes berufen und hat in dieser Funktion die primäre Zielsetzung, die Entwicklung des Datenschutzes in Österreich zu beobachten und Vorschläge für seine Verbesserung zu erarbeiten. (APA)

iPhoneMcOsXiPadiPodiWeiß
00
30.9.2011, 16:50
ich bin dafür

der fahrlässige umgang mit sensiblen daten muss bestraft werden. diese würschtln behaupten dann ja noch, daß xy schuld dran war. irrtum die daten sind bei EUCH gelegen (tgkk, gis...). die polizistendaten, mhmmm ein dilemma wenn eine fremdfirma alle daten hat und diese nicht verwalten kann. schuld ist daran auf jedenfall nicht XY!

Strg-Alt-Entf
00
30.9.2011, 16:15
"So will man u.a. diskutieren, ob die gesetzlichen Bestimmungen in Sachen Computerkriminalität ausreichend sind"

Das Problem besteht nicht nur aus Computerkriminellen, sondern zu einem wesentlichen Teil auch aus denen, die es ihnen unnötig leicht machen. Und da IT-Sicherheit trotz aller Vorkommnisse der letzten Monate und Jahre nach wie vor meist nur als unnötiger Kostenfaktor gesehen wird, wird man es nur dann halbwegs in den Griff bekommen, wenn auch den Betreibern unzureichend gesicherter Systeme Konsequenzen drohen, die nicht einfach mit dem mahnend erhobenen Zeigefinger oder einem Griff in die Portokasse erledigt sind.

Der betriebliche Datenschutzbeauftragte mag eine nette Idee und ein Schritt in die richtige Richtung sein, aber erfahrungsgemäß wird das ohne einen gewissen Druck wohl auch nicht funktionieren.

www.informationssicherheit.at
00
5.10.2011, 12:48
Betriebliche Datenschutzbeauftragte wäre jedenfalls

ein wichtiger erster Schritt, jene aufzuklären, die es Außenstehenden allzu leicht machen, ihre Daten zu klauen. Vielleicht überdenkt die WKO ihre Haltung und zwar im Sinne des nachhaltigen Schutzes ihrer Mitglieder.

Zum Thema Strafen: Als Betroffener wünscht man sich natürlich immer strenge Strafen für Täter, doch die die größte Strafe ist der Vertrauensverlust.

Jedem großen Internet-Händler, dem sowas passiert, liefen die Kunden reihenweise davon, egal ob da noch ein paar hundert oder tausend Euro Strafe auf ihn zukämen.

Strg-Alt-Entf
00
5.10.2011, 14:52
"Die größte Strafe ist der Vertrauensverlust"

Da stimme ich prinzipiell zu. Das Problem ist, dass man z.B. weder der Krankenkasse noch der GIS als "Kunde" einfach so "weglaufen" kann. Da spielt es keine Rolle, wie angeschlagen das Vertrauen ist.

Es ist zwar meine eigene Entscheidung, ob ich zum Schutz meiner Daten bzw. Privatsphäre auf Facebook, Twitter, Preisausschreiben, Rabattsysteme usw. verzichte, oder bei der Teilnahme gewisse Risiken inkauf nehme.

Aber gerade in den Fällen, in denen man seine Daten eben nicht freiwillig in fremde Hände gibt, sollte man eigentlich ein besonders ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, Fachkompetenz und größtmögliche Bemühungen um deren Schutz erwarten können. Die Realität sieht nur leider ganz anders aus, und da muss sich dringend etwas ändern.

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