"Je teurer eine Wohnung, desto einfacher die Kunden"

Interview | Martin Putschögl
7. Oktober 2011, 06:15
  • Makler Michael Pfeifer: "Ich verstehe nicht, wie man es sich als Firma leisten kann, mit Leuten 
zu arbeiten, die keine Ahnung davon haben. Ich könnte mir das nicht 
vorstellen."
    foto: putschögl

    Makler Michael Pfeifer: "Ich verstehe nicht, wie man es sich als Firma leisten kann, mit Leuten zu arbeiten, die keine Ahnung davon haben. Ich könnte mir das nicht vorstellen."

Der Wiener Makler Michael Pfeifer glaubt, dass die "Immobiliencard" die schwarzen Schafe der Branche bekämpfen kann, von denen es immer noch viele gibt

Der Wiener Makler Michael Pfeifer, fünffacher IMMY-Preisträger und damit ein echter Vorzeige-Makler der Wiener Landesinnung (über sein Erfolgsgeheimnis, die "Wunderlampe", berichteten wir bereits), sprach mit Martin Putschögl über die neue "Immobiliencard", das Leben mit der Provisionskürzung, "schwarze Schafe" der Branche, und warum ihm die Politik oft das Leben schwermacht.

***

derStandard.at: Herr Pfeifer, Sie haben schon die Immobiliencard. Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Michael Pfeifer: Meiner Meinung nach stellt sie einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber jenen dar, die sie nicht haben. Das ist der erste Ausweis, mit dem ich beweisen kann, dass ich das, was ich tue, auch gelernt habe. Wenn Sie einen Führerschein haben, wird ja auch im Normalfall keiner anzweifeln, dass Sie Autofahren können. Die Immobiliencard deckt das Grundbedürfnis ab, dass die Leute die Sicherheit haben, dass der, der das macht, auch tun darf. Bei mir haben alle Mitarbeiter im operativen Bereich die Card, wir tragen sie auf allen Besichtigungsterminen, und auch wenn ich einen Kollegen in den Bundesländern besuche, stecke ich sie mir an.

derStandard.at: Was genau sagt die Card denn jetzt eigentlich aus?

Pfeifer: Die Immobiliencard sagt, dass ich als Angestellter bei einem Unternehmen beschäftigt bin, das die Maklerkonzession hat. Bei meinen Mitarbeitern hat außerdem jeder zumindest die Ausbildung zum Immobilienmaklerassistenten oder -berater, oder macht entweder gerade den Bachelor, den Master oder den Konzessionskurs. Bei mir machen gerade zwei Leute den Konzessionskurs, eine macht den Bachelor, eine den Master. Das heißt, wir haben alle eine Ausbildung, damit wir wissen, wovon wir reden.

derStandard.at: Lassen sich die "schwarzen Schafe" der Branche bekämpfen, wenn die Leute drauf schauen, dass der Makler, zu dem sie gehen, die Immobiliencard hat?

Pfeifer:  Ich hoffe es. Eigentlich glaube ich es sogar. Wenn sich das Bewusstsein durchgesetzt hat. Ich würde beispielsweise nie einen Polizisten in mein Büro hereinlassen, der mir nicht seinen Dienstausweis zeigt. Würden Sie Ihren Fahrschein von jemandem kontrollieren lassen, der nur behauptet, Kontrollor zu sein? Da verlangen Sie doch auch einen Ausweis, oder?

derStandard.at: Ich denke schon. Ist noch nie vorgekommen, die echten Kontrollore zeigen ihre Ausweise ohnehin immer gleich her.

Pfeifer: Eben. Und bei uns ist es so: Wir gehen mit Milliardenwerten um, und da würde sich keiner was denken, wenn wir keinen Ausweis oder keine Ausbildung haben?
Mit den schwarzen Schafen ist das so ein Problem: Wo viel Geld ist, werden Sie die schwarzen Schafe nicht vertreiben können. Weil: Wo lassen sich sonst 1500 bis 2000 Euro mit einem einzigen Geschäft verdienen, wenn man nicht angemeldet ist und nichts versteuert?

derStandard.at: Da sind Sie jetzt aber der erste Makler, der das so offen sagt. Sonst heißt es nämlich immer: Für jede Wohnung braucht man im Durchschnitt 15 Termine, und wenn es mal einen schnelleren Abschluss gibt, dann finanziert der all die anderen mühsamen Termine quasi quer.

Pfeifer:  Das kann ich für mich definitiv ausschließen. Wir haben zwar Objekte, für die man 15 bis 20 Termine benötigt, aber wir haben auch viele Objekte, für die wir nur zwei oder drei Termine brauchen. Wir wählen unsere Objekte schon im Vorfeld nämlich sehr genau aus. 70 Prozent unserer Arbeit liegt in der Vorbereitung, und dazu gehört auch, dem Verkäufer gegenüber zu argumentieren, dass der Preis, den er für seine Immobilie haben will, nicht der reale Preis ist. Wir weisen jeden Abgeber darauf hin, dass der Mietzins, den er verlangt, nicht gerechtfertigt ist. Wir bewerten die Wohnungen zuerst einmal, und sagen ihm dann, was er unserer Meinung nach dafür verlangen kann.
Natürlich findet man nach 30 Besichtigungen immer irgendeinen Deppen, der 200.000 oder 220.000 Euro für eine Wohnung zahlt, von der ich dem Abgeber gesagt habe, dass sie nur 170.000 wert ist.

derStandard.at: Ist das Geschäft leichter geworden durch die drohende Wohnungsknappheit in Wien?

Pfeifer: Es ist leichter geworden, Kunden oder Käufer bzw. Mieter zu finden. Aber es ist viel schwerer geworden, Objekte zu bekommen. Das gleicht sich also aus. Früher hat man uns die Objekte nachgeworfen, und wir haben keine Kunden dafür bekommen. Jetzt haben wir den genau gegenteiligen Effekt.
Ich war kürzlich in der Steiermark und in Kärnten, da haben sie in den Ballungsgebieten überall dieselben Probleme: Graz, Klagenfurt, Villach - die Kollegen dort kriegen keine Objekte, hätten aber genug Käufer oder Mieter. In Wien ist es aufgrund der größeren Flexibilität noch einmal ein bisschen schlimmer. Da haben wir im Moment viel zu viele Anfragen und zu wenig Objekte. Hier wäre eine Öffnung des Marktes in Richtung Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen für uns das Schönste. In Tirol dürfen Genossenschaftswohnungen beispielsweise schon von Maklern vermietet werden, in Wien nicht. Das wäre ein riesiges Feld für uns, das wir aber nicht bearbeiten dürfen. Warum, weiß ich nicht. Ich bin auch Wiener, ich täte das auch machen.

derStandard.at: Vor einem Jahr wurden die Maklerprovisionen gekürzt. Wie hat sich das bei Ihnen ausgewirkt?

Pfeifer: Wir haben heute mehr Arbeit und verdienen dasselbe wie vorher, weil wir das durch mehr Verträge kompensieren müssen. Anders geht's nicht.

derStandard.at: Sie müssen also auch den Mieten-Sektor querfinanzieren mit den Erträgen aus dem Eigentums-Sektor?

Pfeifer: Wir versuchen schon, dass wir den Mietbereich autark halten, wir schreiben hier eine schwarze Null. Aber es wird immer schwieriger.

derStandard.at: Können die Einbußen durch die steigenden Immobilienpreise in gewisser Weise kompensiert werden?

Pfeifer: Nein. Wir können das nur durch Vereinbarungen mit den Vermietern kompensieren, indem wir ihnen sagen: Seht her, das geht sich nicht aus. Ihr wisst, wir sind die Besten, ihr müsst uns eine Monatsmiete zahlen.

derStandard.at: Das ist ja eigentlich genau das, wo die Branche hin will: zur Vermieter-Provision.

Pfeifer: Wenn beide Provision zahlten, wäre das ein wunderschönes Erlebnis. Aber das spielt's in der Realität nicht. Einem Eigentümer mit 20 Zinshäusern können Sie hundertmal erzählen, dass Ihre Mieter die längste Verweildauer haben, dass das die angenehmsten sind usw. Der sagt: Okay, das kriege ich von den anderen aber auch. Der, der das Objekt hat, hat die Macht und das Geld. Manchmal gibt's natürlich Eigentümer, die das einsehen und die Vermieter-Provision zahlen. Nur beißen wir auch oft auf Granit.
Die Vermieter haben derzeit auch den großen Vorteil, dass es einen Vermieter- und keinen Mieter-Markt gibt, weil zu wenige Objekte verfügbar sind. Im Moment ist es also genau die falsche Situation, um hier Druck zu machen. Und wenn man bedenkt, dass die Zinssätze noch längere Zeit tief bleiben werden, wird die Flucht in Immobilien nicht aufhören.

derStandard.at: Wie ist das mit den befristeten Mietverträgen - sind die viel mehr geworden?

Pfeifer: Ja. Aus dem einfachen Grund, dass wir ein so starkes Mietrechtsgesetz (MRG) haben. Wenn man heute einen Mieter, der nicht mehr seine Miete zahlt, delogieren muss, hat man den oft noch 18 Monate am Hals.
Wir versuchen bei uns, keine Befristungen unter fünf Jahren zu haben. Am liebsten sind mir natürlich die unbefristeten Verträge, da gibt es keine Abschläge. Durch die Abschläge bei befristeten Wohnungen (25 Prozent vom Mietzins, Anm.) sind natürlich auch die Provisionen gesunken. Das hat uns schon sehr, sehr weh getan. Ich habe einen Kollegen, der hatte heuer sogar ein bisschen mehr Abschlüsse als im letzten Jahr, aber um ein Drittel weniger Umsatz.

derStandard.at: Sind Sie sauer auf die Politik?

Pfeifer: Solche Querschüsse machen uns das Leben natürlich extrem schwer. So wie die Änderung der Gebührensätze bei der Grundbuchseintragung (von 1,0 auf 1,1 Prozent, Anm.), die zwischen Weihnachten und Neujahr umgesetzt wurde. Ich war über Silvester auf Urlaub, bin erst am 5. Jänner wieder im Büro gewesen und hatte die erste Besichtigung am 8. Jänner. Der ÖVI und die WKO hatten noch nicht einmal etwas ausgeschickt von der Änderung, da hat mir schon eine Kundin - die allerdings Juristin war - erzählt, dass es die Novelle gibt. Ich habe zu ihr gesagt: "Schauen Sie, machen wir Folgendes: Wenn Sie recht haben, ziehe ich Ihnen zehn Prozent von der Provision ab." Und deswegen habe ich dann zehn Prozent von der Provision verloren. Weil ich einfach zu spät informiert war.
Ich will jedoch auch nicht mit Radikalvorschlägen kommen, wie: Lasst die Immobilienmakler-Verordnung sterben. Das wäre Wahnsinn. Da gibt's dann nur noch Irre da draußen. Aber es muss definitiv etwas passieren, weil sonst wird's uns über kurz oder lang nicht mehr geben. Ich höre sehr oft von Kollegen, die das Mietengeschäft völlig bleiben lassen. Aber was passiert denn dann? "Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen" - das kommt von Plato. Und das ist der einzige Grund, warum ich kämpfe. Das ist die einzige Chance, die schwarzen Schafe wegzubekommen.

derStandard.at: Wird Ihnen die Immobiliencard dabei helfen?

Pfeifer:  Ich denke schon. Die Immo-Card ist das erste Mal, dass ich wirklich sagen kann: "Okay, wenn ihr das seht, dann könnt ihr dem auch das glauben, was er erzählt."
Sinnvoll wäre aber auch eine Verschärfung der Standesregeln. Wer keine Konzession hat oder seine Mitarbeiter als Unwissende auf die Straße schickt, sollte die komplette Provision verlieren. Ich verstehe nicht, wie man es sich als Firma leisten kann, mit Leuten zu arbeiten, die keine Ahnung davon haben. Ich könnte mir das nicht vorstellen.
Es gibt Sachen hier im Büro, die nur ich entscheiden kann. Eine A-meta-Vereinbarung beispielsweise, wenn ich mit einem Kollegen ein Geschäft mache (Anm.: Einer bringt den Kunden, der andere hat das Objekt, die Provision wird geteilt). Erst unlängst habe ich eine Anfrage von einer Firma bekommen, die keine Gewerbekonzession hatte. Und da denke ich mir: Wenn ich schon so blöd bin und makle, ohne dass ich eine Konzession habe, dann schicke ich doch den Kollegen nicht auch noch das A-meta-Angebot, weil da muss ich doch davon ausgehen, dass der das prüft?

derStandard.at: Was haben Sie in diesem Fall gemacht?

Pfeifer: Das haben wir natürlich gemeldet. Das war schon schräg. Oder: Kundentermine, um eine Wohnung aufzunehmen. Und die ersten Termine, die sie haben, sind angehende Makler - ich sage jetzt bewusst nicht Kollegen -, die sich die Wohnung anschauen und meinen: Wir haben soundsoviele Kunden, wollen Sie uns nicht einen Auftrag erteilen?
Das ist alles in der letzten Zeit jetzt passiert. Und da verstehe ich, wenn das Image der Makler im Keller ist. Aber dass ich mich da mit Händen und Füßen dagegen wehre, das müssen auch alle anderen verstehen.
Ich glaube nicht, dass es extrem viele „schwarze Schafe" sind. Aber die wenigen bringen das Image um. Und so etwas geht irrsinnig schnell.

derStandard.at: Kommt es regelmäßig vor, dass bei Besichtigungsterminen plötzlich andere Makler auftauchen?

Pfeifer: Regelmäßig nicht. Das sind schon extreme Sonderfälle. Und da sage ich ganz ehrlich: Mit diesen Firmen will ich nicht zusammenarbeiten.

derStandard.at: Wieviele Makler haben Sie, mit denen Sie bundesweit kooperieren?

Pfeifer: Ich schaue immer, dass ich in den Ballungszentren ein, zwei habe, mit denen ich zusammenarbeiten kann. In Oberösterreich habe ich beispielsweise jemanden in Linz, Wels und Steyr, in Kärnten in Klagenfurt und Spittal/Drau. Und wenn der Kollege in Spittal eine Kundin hat, die ihre Wohnung in Wien verkaufen will, dann ruft mich der auch an und ich übernehme dann für ihn die Besichtigungen. Das System funktioniert ganz gut.
Grundsätzlich kann man sagen: Je teurer eine Wohnung, desto einfacher sind die Kunden. Desto leichter kann man den Leuten argumentativ klarmachen, warum sie das kostet. Ich finde es auch nicht fair, wenn ich bei einer 300-Euro-Wohnung 600 Euro an Provision nehme und dafür nicht viel Gegenleistung bringe. Aber bei einer 2000-Euro-Wohnung haben sich die Kunden noch nie beschwert. Ob die 4000 oder 6000 Euro an Provision zahlen, ist ihnen meistens egal. Die erwarten sich einfach, dass alles so funktioniert, wie sie es sich vorstellen. (Martin Putschögl/derStandard.at 7.10.2011)

MICHAEL PFEIFER, geb. 1967, ist Immobilienmakler mit Büro im 5. Wiener Bezirk (MP Immobilien). Er gewann den "Immy", den Qualitätspreis der Wiener Landesinnung der Immobilientreuhänder, seit 2006 bereits fünf Mal, davon viermal in Gold.

Nachlese

Makler wollen mit "Immobiliencard" durchstarten

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zuwenig Mietwohnungen ?

in diesen interviews und artikel wird immer von"zuwenig" Mietwohnungen gesprochen.

Das stimmt aber nicht, es gibt genug leere wohnungen die theoretisch zur vermietung angeboten werden, real aber nicht leistabr sind.
Das geld geht seit 4 Jahren raus aus den anlagen, hinein in die Immobilien. teils mit dazu genommen kredit.
die geforderte miete entspricht nicht der wirklichkeit des abnehmermarktes, sondern der hoffnung der Anbieter auf Rendit oder Rückfinanzierung.
DIE WIRKLICHKEIT WIRD SICH NICHT UNSEREN ILLUSIONEN ANPASSE
ich habe im Jahr 1987 im 4(Schleifmühlgasse)Bezirk eine 180m2 A-wohnung 3.stock, unbefristet für € 800,00 gemietet. Eine gleichwertige wohnung kostet jetzt mind. € 2000,00.
Frage: verdienen wir heute 3x soviel wie 1986 ?

So rechnet sich das nicht

In Österreich ist der Wohnkostenanteil mit 18% des Monatseinkommens immer noch SEHR gering (es waren sogar mal nur ca. 10%), in Deutschland sind es ca. 22% in Frankreich sogar über 30%.

Und JA, natürlich will jeder Vermieter eine Rendite auf sein investiertes Kapital, drum heisst es ja MietZINS! Üblicherwiese liegt der bei 3-4%/per annum vom Kaufpreis d.h. hohe Kaufpreise = hohe Mieten.

... und ca. 10eur/m² im 4. Bezirk (nahe Innenstadt + Botschaften), ist im europäischen Vergleich ein Witz, in Paris kostet eine deratige Wohnung ca. das 7-8fache bei DER Größe und DER Lage.
Die Frage stellt sich, ob Sie 180² benötigen... wenns zu teuer wird.

unfreundliche Maklerin II.

Die Dame hat mich derart zusammengeputzt, dass mir fast der Hörer aus der Hand gefallen ist. Ich solle sie in Ruhe lassen, sie hat keine Zeit für solche Dinge und wieder die Drohung, den Mietvertrag zu stornieren.
Mein Konklusio : NIE MEHR EINEN MAKLER BEAUFTRAGEN!

Das ist nicht maklerspezifisch, würde ich sagen.

Das ist ein weit verbreiteter AT Serviceton.

Hab dasselbe gestern bei einer Arztpraxis, Schottenfeldgasse Nr.2, erlebt. Ein Ton wie am Fiakerstellplatz.

2x erwähnenswerte Ausnahme: Hartlauer auf der Mahü.

unfreundliche Maklerin

Ich hatte erst heute eine unangenehme Auseinandersetzung mit einer Jungmaklerin in Krems. Meine Enkelin hat dort in meiner Anwesenheit am 4.Oktober eine Wohnung gemietet. So weit so gut und freundlich. Am nächsten Tag habe ich per Mail nach dem Energieausweis gefragt, weil zuvor darauf vergessen wurde. Ich bekam eine ganz unfreundliche Mail zurück. In dem Stil "das geht sie nichts mehr an, es gibt keinen Energieausweis und ich sollte mich an den Vermieter wenden und wenn mir etwas nicht passt, dann wird der Mietvertrag storniert". Da bis heute der vom VM zu unterschreibende Mietvertrag noch nicht eingelangt war fragte ich deshalb telefonisch bei der Maklerin nach. Die Dame hat mich zusammengeputzt, dass mir fast der Hörer aus der Hand

Informationsgesellschaft

... ein Makler lebt ja ausschließlich davon, dass er Informationen und Marktkenntnis hat - die die anderen Marktteilnehmer (Vermieter/Mieter, Verkäufer/Käufer) nicht haben.

In Zeiten des Internets und der Informationsgeselllschaft ist dieser Berufsstand daher eigentlich überflüssig, die Makler-Card ist noch der letzte hilflose Versuch sich zu legitimieren (so ein Ausweis macht ja einen offiziellen Anschein und auch vom Standing "was her"!) - reine Makulatur, wortwörtlich! ;-)

Das sind Wegelagerer

Sie stellens ich zwischen Mieter und Vermieter (bzw. werden gestellt), wie Türsteher. Aber sie kümmern sich einen Scheiss darum, ob die Mieter zur Wohnung passen oder der Vermieter zum Mieter. Das einzige, was die kümmert ist, möglichst überhöht zu vermieten, dies befristet, damit sie bald wieder einen Maklerauftrag haben. Dieses Wegelagerertum gehört verboten. Und auch die künstlichen Subfirmen der Hausverwaltungen (Trimond Rustler-die Makler usw.). Es gibt absolut keinen Grund, dass der Mieter die Provision zu zahlen hat. Wenn ein Vermieter quasi überprüfte Mieter haben will, dann soll er die Makler zahlen.

Dumm nur, dass man diese Wegelagerer nicht verbieten kann, denn sonst gibts noch mehr Arbeitslose. Ist wie mit den Parkraum-Wuzzis.

früher gabs auch mal Versicherungsmakler

... gibts die eigentlich noch?

Apropos

.. ich verkaufe gerade meine ETW im 5.Bezirk. Hat jemand Interesse? ;-))

Geheimtipp:

Auf http://derstandard.at gibt's einen Immobilienteil mit Inseraten. Falls das zu mühsam ist: Makler!

... endlich mal ein konstruktiver Beitrag!

Gib Sie bloß keinem Makler und mach weiter so!

Termin mit Makler

Ich hatte mal ein tolles Erlebnis bei einer Wohnungsbesichtigung...
Das Inserat hatte ich in einer Zeitung gelesen und es entsprach meiner Vorstellungen.
Der Makler vereinbarte mit mir promt einen Termin.
Die Frechheit, der Makler war mit mir das erst mal in der Wohnung und hat nebenbei sogar noch die Fotos für sein Homepage gemacht...
Als ich den Makler fragte ob ihn das nicht peinlich sei sagte er nur "Wos regst di auf, die Wohnung is in a poar Tog eh weg"...

Auf den Punkt gebracht, einige Makler bekommen die Provision nur fürs Wohnung-Aufsperren!!

Ganz offensichtlich

hat der Makler die Provision nicht nur fürs Wohnung-Aufsperren, sondern auch fürs Inserate-Schalten und Inserate-Bezahlen bekommen, ansonsten Sie es wohl kaum in "einer Zeitung" hätten lesen können. Dazu hat er noch zuverlässig und prompt ("prompt einen Termin") gearbeitet. Außerdem hat er Fotos erstellt und die Wohnung auf der eigenen Homepage, die er ebenfalls erstellen musste, angepriesen. In Ihrem Fall hat er das alles gratis gemacht! Worüber regen Sie sich eigentlich auf? Dass er vor/nach/während der Besichtigung Fotos von der Wohnung gemacht hat? In Ihren Augen eine "Frechheit".

Ärger als manche Makler sind nur noch manche Wohnungs-Besichtiger.

offensichtlich

hat der Makler keine Vorarbeit (Recherche, Dokumentation, Aufmaß, Fotos - auch von Mängeln, etc.) gemacht und die Wohnung selber zum ersten mal gesehen!

Wo war da die Leistung? Offensichtsicht kommt das bei IHNEN immer noch nicht an?!

Ein Inserat kann jede Omi für Ihre 5 selbstgemachten Marmeladegläser schalten - oder Ihr Enkel, um seine hausaufgaben zu verkaufen!
Das ist per se noch KEINE Leistung!

na der mann ist ja super.

"Der, der das Objekt hat, hat die Macht und das Geld" der kunde schafft an?! oh mein gott wo gibt's denn sowas! *gg*
auch sehr lieb "Das wäre ein riesiges Feld für uns, das wir aber nicht bearbeiten dürfen. Warum, weiß ich nicht." ich weiss es, ich weiss es! vielleicht weil gemeinnuetzige 1. eine warteliste haben, und daher keine makler brauchen und 2. sie _gemeinnuetzig_ sind, also kein geld fuer sinnlose ausgaben verbrennen sollen! schlimm genug, dass die heiligen tiroler das erlauben.

oho, so ehrlich hat das noch nie einer zugegeben:
"Natürlich findet man nach 30 Besichtigungen immer irgendeinen Deppen, der 200.000 oder 220.000 Euro für eine Wohnung zahlt, von der ich dem Abgeber gesagt habe, dass sie nur 170.000 wert ist."

d.h. um sich 10 besichtigungstermine zu ersparen nimmt er dem verkäufer mal locker 30.000 eur. ziemlich teure termine. für den verkäufer, nicht den makler.

find ich auch sehr nett

dass das jemand mal zugibt.
die logik war btw schon in "freakonomics" nachzulesen, wer das gelesen hat und noch immer einen makler beschaeftigt, dem ist nicht zu helfen.

Besonders lustig wenn er als Doppelmakler agiert. Dann muss er schauen dass der Käufer um 170k zum Zug kommt, der Verkäufer aber 220k bekommt.

Interessenkonflikt? Aber geh, wenn man 2x kassieren kann...

Mal aus der Praxis, meine "beste" Erfahrung mit Maklern:

ich habe eine/n promovierte(n) Makler(in) einer der renommiertesten 1.Bezirk-Kanzleien mal beauftragt eine absolute Luxusimmobilie in Wien zu vermitteln.

Nach langen drängen (weil ja Kosten und Aufwand)war man hier sogar bereit ein Wort-Bild Inserat in eben dieser Zeitung zu setzen.

O-ton des/der Makler(in) als Gegenargument: " Ja - dann weiss ja jeder das das Objekt zu verkaufen ist!" (ohne Worte)

Ergebnis: auf dem Foto im Inserat war das falsche Haus abgebildet! - und, der Makler hat es noch nicht mal bemerkt!!!

D.h. er hat weder den Vorabzug des Inserats, noch das veröffentlichte Inserat in der Zeitung geprüft!

...verkauft habe ich dann die Immobilie selber (nachdem ich die tolle Kanzlei dann entlassen habe).

Ergebnis: auf dem Foto im Inserat war das falsche Haus abgebildet! - und, der Makler hat es noch nicht mal bemerkt!!!

vielleicht war das ja Absicht, damit die Interessenten die Whg. nicht selber finden können?

Nein, es war eindeutig Hilflosigkeit!

... sogar quasi zugegeben im Nachinein!

anderes Beispiel - länger her:

.. als ich meinen 1. Rohdachboden gakauft habe, hatte ich einen Erst-Besichtigungstermin kurz vor Weihnachten - an meinem 30ten Geburtstag (weil die Maklerin nur genau dann Zeit hatte).

Hab dann 1 Stunde am Objekt gewartet- am Handy war Sie nicht zu erreichen - Sie hat sich dann auch nie entschuldigt oder gemeldet.

Ich habe dann den Eigentümer direkt kontaktiert und den Dachboden noch vor Sylvester (quasi ungesehen) gekauft... der Verkäufer war ganz erstaunt, dass ich seine Maklerin gar nicht kannte - zahlen musste ich Sie dann trotzdem :-(

Das war mein 30. Geburtstag - werde ich NIE vergessen!

Seit die Maklerprovision bei Miete auf zwei Monatsmieten gefallen ist,

ist die Kaution von drei, auf vier bis sechs Monatsmieten gestigen. Ein Schelm, wer böses denkt. Hausverwaltungen und Makler packeln alle miteinander. Wann klagt endlich wer?

:-)

"Wenn Sie einen Führerschein haben, wird ja auch im Normalfall keiner anzweifeln, dass Sie Autofahren können."
Täglich zweifle ich das von einigen Verkehrsteilnehmern an. Ich verstehe grundsätzlich nicht, warum in Österreich jeder glaubt, nur weil das Gegenüber einen Schein für irgendwas hat, dass sich dieser auskennt.

"Aber es muss definitiv etwas passieren, weil sonst wird's uns über kurz oder lang nicht mehr geben."
Habe ich kein Problem damit, eine gewisse Flurbereinigung wäre da sogar wünschenswert.

als mieter/käufer könnt ich (fast) jedesmal auf die makler verzichten. da rennen teilweise schon ordenltiche vollpfosten herum. wenn aber ein kompetenter dabei ist, wirds dafür umso angenehmer bei der abwicklung. weil die notfalls ihren eigenen kunden die welt "erklären"

beim vermieten bin ich dafür umso froher auf einen makler zurückgreifen zu können. weil was potientielle (eher möchtegern) mieter manchmal zum daschlagen sind, ist schon als persönliche beleidigug zu werten. (und ja, wenn mich einer von denen fragen würde, würde ich auch seine dienstleistung zahlen)

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