Bildungsreform gefordert

Ausschreitungen bei Studentenprotesten in Chile

30. September 2011, 06:53

Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor

Santiago de Chile - In der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile hat es am Donnerstag erneut gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen demonstrierenden Studenten und der Polizei gegeben. Die Beamten gingen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, die die Sicherheitskräfte mit Steinen und anderen Gegenständen attackierten, wie im chilenischen Fernsehen zu sehen war.

Die Organisatoren der Demonstration sprachen von 90.000 Teilnehmern. Die Polizei machte dazu keine Angaben. Trotz der Ausschreitungen nahmen die Anführer der Studentenproteste am Donnerstag Gespräche mit der Regierung über Reformen im Bildungswesen auf. Diese brachten jedoch keine Annäherung. "Es war ein schwieriges Treffen", sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Jaime Gajardo nach dem zweistündigen Gespräch mit Erziehungsminister Felipe Bulnes. Die Protestbewegung will weiterhin aktiv bleiben. Die Gespräche sollen am nächsten Mittwoch fortgesetzt werden, erklärte Bulnes.

Protest

In Chile protestieren Schüler, Lehrer und Studenten seit Monaten für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen. Die Umfragewerte des konservativen Staatschefs Sebastian Pinera fielen seit Beginn der Proteste auf 26 Prozent.

Die Studenten fordern auch die Abschaffung der Studiengebühren in Schulen und Universitäten, und dass mindestens 60 Prozent der ärmeren Studenten Stipendien zugesichert bekommen. Ein viermonatiger Streik von Studenten und Schüler stellt Tausende von ihnen vor der Situation, das Studienjahr zu verlieren. (APA)

 

 

Ernst Guevara
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30.9.2011, 08:08
die APA verbreitet wie üblich halb- und unwahrheiten

die protestbewegung richtet sich nicht (nur) an den staat, um mehr mittel für die bildung zu erhalten. das hauptanliegen der schüler und studenten besteht darin, dass das bildungssystem für alle kostenlos und qualitativ hochwertig sein soll und dazu ist es erst einmal notwendig, die auf die diktatur zurückgehende kommerzialisierung des chilenischen bildungssystems zu beenden. solange der bildungssektor ein geschäft für ein paar wenige privatunternehmer ist, hat die mehrheit nix davon, sondern nur ein paar privilegierte gstopfte, die für die bildung ihrer kinder viel bezahlen können. darum geht es.

Chile: Pinguinrevolution reloaded
http://www.oneworld.at/start.asp?ID=246031

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