UN-Menschenrechtsrat verurteilt Gewalt

29. September 2011, 21:40

Sicherheitskräfte von Staatschef Saleh nicht explizit kritisiert

Genf - Der UN-Menschenrechtsrat in Genf hat die Gewalt im Jemen verurteilt, ohne aber explizit die Sicherheitskräfte von Staatschef Ali Abdullah Saleh oder oppositionelle Kämpfer dafür verantwortlich zu machen. In der am Donnerstag einstimmig verabschiedeten Resolution heißt es lediglich, es würden "alle" von "sämtlichen Parteien" begangenen Menschenrechtsverletzungen verurteilt. Die Resolution war vom Jemen selbst eingebracht worden.

Der im Namen der EU sprechende polnische Vertreter in dem Gremium bedauerte, dass keine internationale Kontrolle darüber beschlossen wurde, ob die jemenitische Regierung die Gewalt wie zugesagt "transparent und unabhängig" untersucht. Die Resolution hätte angesichts der jüngsten Entwicklungen vor Ort zudem schärfer ausfallen können. Menschenrechtsorganisationen hatten den Resolutionsentwurf bereits im Vorfeld als nicht ausreichend kritisiert und gefordert, der Menschenrechtsrat solle eine Kommission zur Untersuchung der Gewalt einsetzen.

Seit Jänner fordert eine Protestbewegung im Jemen den Sturz Salehs. Beim Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten und bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen, zur Opposition übergelaufenen Soldaten und Stammeskämpfern wurden allein in den vergangenen knapp zwei Wochen in der Hauptstadt Sanaa mehr als 170 Menschen getötet. (APA)

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