Arenbergpark

"Quasis" Flakturm wird zu Datenspeicher

29. September 2011, 20:09
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    foto: standard/fischer

    Der sogenannte Leitturm im Arenbergpark: Helmut Qualtinger schob hier als 16-Jähriger Dienst als Luftwaffenhelfer

Im kleineren der beiden Arenbergpark-Flaktürme entsteht ein Datencenter - der Baustart soll in wenigen Wochen erfolgen

Wien - "Nur keck - Posse in drei Akten von J. Nestroy, Inszenierung Helmut Qualtinger" : So lautet die Aufschrift jenes Kartenabrissheftes, das "Quasi" vor 67 Jahren im kleinen Flakturm im Arenbergpark zurückließ. Der Historiker Marcello La Speranza fand es im Zuge seiner Forschungen im kleineren der beiden Türme im 3. Bezirk.

"Qualtinger war ganz offensichtlich durch seine Zeit als Luftwaffenhelfer im Flakturm geprägt" , sagt der seit rund 20 Jahren im Flakturm forschende Historiker Marcello La Speranza, der im Kriegsrelikt aus Stahlbeton eine Vielzahl an historischen Objekten barg und sich mit der Flakturmvergangenheit Qualtingers beschäftigt hat: Zu jung um eingezogen zu werden, landete der damals 16-Jährige - so wie viele andere Burschen - beim Luftschutz und war als Luftwaffenhelfer im Flakturm beim Arenbergpark. La Speranza hofft, Qualtingers Kartenabrissheft, sowie auch andere interessante Flakturmfunde - wie Feldpostbriefe, Uniformteile, Kinderspielzeug - bald vor Ort ausstellen zu können.

Museum kommt

Denn das viel diskutierte Museums-Projekt im kleineren Turm, der sich gleich neben jenem befindet, der vom MAK als Depot genutzt wird, soll nun umgesetzt werden. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) begrüße jedenfalls einen entsprechenden Antrag des Bezirks, sagt der rote Bezirksvorsteherstellvertreter Rudolf Zabrana. Allerdings mit dem Zusatz: Ohne den Sanktus des Hauseigentümers, der MA 34 (Gebäudemanagement), sei die Durchführung eines solchen Projekts nicht möglich.

Die steht einem größeren Museum, wie es der Bezirk wünscht, zwar skeptisch gegenüber, eine Mini-Variante mit ein, zwei Räumen wäre aber sehr wohl vorstellbar, sagt MA-34-Mitarbeiter Norbert Schwarz. Letztendlich sei die Dimension des Museums auch vom neuen Flakturmmieter, der Danube Data Center GmbH abhängig. Die will dort ein Datencenter errichten - nicht zu verwechseln mit jener Firma DCV, die vor Jahren ein ähnliches Projekt in einem der Augarten-Flaktürme umsetzen wollte.

Letzte Verhandlungen

In wenigen Wochen soll mit dem Bau des Datencenters im Arenbergpark-Turm begonnen werden. Abgewartet wird nur mehr das grüne Licht des Bundesdenkmalamts. "Nächste Woche finden die letzten Planungssitzungen statt" , sagt der zuständige Denkmal-Experte Oliver Schreiber. Data-Center-Geschäftsführer Johann Ehm hat grundsätzlich nichts gegen ein Museums-Projekt, vorausgesetzt die wirtschaftliche Nutzung der gemieteten Flächen (Geschosse eins bis sechs von insgesamt acht) bleibe dadurch gewährleistet. "Es ist auch durchaus vorstellbar, dass einzelne Räume des vom Datencenter gemieteten Bereiches einem Museum zur Verfügung gestellt werden" , sagt er. Von den sechs Geschoßen würden nämlich nur vier für die Rechner benötigt.

Interessant ist auch die Position der Grünen im Zusammenhang mit dem Datencenter: Einst erbitterte Gegner eines solchen, sehen sie dieses nicht mehr als Konkurrenzprojekt zum Museum, sondern sprechen nunmehr von einer möglichen positiven gegenseitigen Beeinflussung: "Trotz teilweiser Vermietung an die Datenfirma gibt es die Möglichkeit, eine mehrgeschossige historische Einrichtung zu beherbergen" , sagt die grüne Bezirksvorsteherstellvertreterin Eva Lachkovics. (Carola Timmel, DER STANDARD Printausgabe, 30.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 75
1 2
John Sandwich
00
26.11.2011, 01:20
http://www.if-ag.org/

Interdisziplinäres Forschungszentrum Architektur und Geschichte
Aktuelles Projekt: ERINNERUNGSORT FLAKTURM - Untersuchung am Beispiel Leitturm im Arenbergpark

Quasis Herr Karl
00
1.10.2011, 09:36
Gute Idee.

derElch
01
30.9.2011, 22:59
Bombensicher!

Ich finde die Idee der Nutzung als Daten-Center einfach nur gut.

Test Schreiber
10
30.9.2011, 13:26
wieder einmal so eine "Superidee"

Da glaubt wieder ein Naivling mit so einem Projekt etwas zu verdienen. Während dem Bau geht ihm die Luft aus und der Steuerzahler muß die Rechnung begleichen. Wie dumm sind eigentlich die Politiker, so etwas zu genehmigen? Die Würstelbude hat doch nicht den langen Atem das durchzustehen. Siemens hat groß gebaut, Raiffeisen baut ein neues DC, ex IT Austria steht bald leer etc.... - und da will der Kleine im Konzert der Großen mitspielen - schade ums Museum das da auch mitsterben wird.

4simo
00
30.9.2011, 23:31
wissenS das ist jetzt wirklich arrogant und daneben bis zum erbrechen

beim projekt augarten wurde der agierenden firma nur steine in den weg gelegt. ohne sich zu überlegen, wie man ein solches projekt auch umsetzen kann. es wäre ein gutes gewesen, und hätte jobs gebracht. und damit lebensqualität für ein paar familien mehr.

aber lieber haben ach so kundige politker von den massen an schwertransportern gefaselt, die ja ie daten heranbringen sollen...

das projekt sachlich bertachtet hätte ein gutes sein können, das einigen zugute gekommen wäre, ohne den augarten mittelfristig zu belasten (kurzfristig wär nicht zu evrmeide gewesen)

derElch
00
30.9.2011, 22:58
Insider?

Kennen Sie die Danube DC? Woraus schliessen Sie, dass die das nicht durchstehen? Ex-Mitarbeiter?

Hundehasser
 
00
30.9.2011, 13:20
Ein riesiges NAS ?

harrytheconsultant
01
30.9.2011, 15:00
Cloud in a Box.

Lappe ohne Rentier
02
30.9.2011, 12:45
Und was wird aus den ganzen Inschriften im Inneren,...

...die Ute Bauer und ihr Team entdeckt und tlw. aufgearbeitet hat?

Einmal drüber gestrichen und in alle Ewigkeit verloren, ein klarer Fall für den Denkmalschutz!

Herzelichst
Ihr Lappe

David-Lauritz
30
30.9.2011, 11:55
Sprengen oder einen bewaldeten Hügel daraus machen.

Weg damit. Der Flackturm zeigt einmal mehr, dass man sich an Alles gewöhnt; so hässlich kann ein Bau gar nicht sein.

boro boros
 
00
20.12.2011, 13:14

sprengen! ahahahaha! hauptsache posten, nüm?

sweetmaker
 
00
1.10.2011, 16:04
lernen sie geschichte

oder auch:

sie zahlen einfach sämtliche fensterscheiben, die bei einer sprengung zerbersten würden?

ganz einfach (so wie ihr weltbild)

JueZ
01
30.9.2011, 16:26

Das zeigen sie mir wie sie den kontrolliert Sprengen.

Stellen sie sich einen massiven Felsen vor, der stürzt wohl kaum in sich zusammen. Wenn sie das Teil sprengen dann wird es wohl rundherum auch "schön" aussehen.

4simo
00
30.9.2011, 23:26
ein deutscher flakturm wurde

von einer spezialfirme gezielt zerstört, aber ds war ne spezialfirma

klein adlerauge
 
02
30.9.2011, 13:12

das sind luftschutzbunker mit stahlbetonwandstärken zwischen 1,5 und 7 meter... gehört zu den wenigen gebäuden in wien die nach einer atombombenexplosion in unmittelbarer nähe noch stehen würden.

4simo
00
30.9.2011, 12:17
das sprengen ist nicht so leicht

siehe augartenturm.
der hat eine detonation überstanden.

und der rest ist geschichte.
warum diese nicht nutzen?

Land der Zwerge
00
30.9.2011, 15:19

Diese Detonation damals war aber ein Unfall und keine kontrollierte Sprengung. Solang die Häuser rundherum noch eher kaputt waren hätt mans schon versuchen können, aber jetzt könnt mans eigentlich nur kleinweis abtragen, was letzlich auch nicht ewig dauern würd, aber teuer wär... Es gibt schlimmere Bausünden in Wien...

sweetmaker
 
01
1.10.2011, 16:02
stimmt nicht ganz:

...In den ersten Jahren nach Kriegsende erschütterte eine weitere Explosion den Gefechtsturm mit dem Codenamen „Peter“. Soldaten der russischen Armee versuchten den Turm zu sprengen. Ergebnislos, der Stahlbeton hielt den stärksten Ladungen stand, die in der Nähe zum angrenzenden Wohngebiet vertretbar waren.
http://www.bildtext.com/Text/page... age45.html

ps: sämtliche fensterscheiben in der umgebung zerbarsten

4simo
00
30.9.2011, 15:44
ja sicher wars ein unfall

aber eienr der sich gewaschen hat, und der das innere grad zerstört und die decke hochgehoben hat.

klar: gewusst wie ginge es einfacher, aber wie Sie schon sagen: kosten - nutzen
und es ist ein stück geschichte
und als datencenetr hervorragend geeignet

derElch
00
30.9.2011, 23:07

Es gibt eigentlich kaum bessere Lokationen für ein Datencenter, finde ich.

4simo
00
30.9.2011, 23:25
stimmt

und ein prjekt dassim augarten mal jobs gebracht hätte...

naja, aber hauptsache dagegen sein.

Dalien
 
00
30.9.2011, 11:28
Da wird sich anonymous freuen.

Politricker und Freunderln werden abkassieren und die Datensicherheit wird von 2 AMS-Kurslern mit Billa-Verdienst realisiert werden.
http://www.youtube.com/watch?v=-Y9_nwW18N8

Superstarr
00
30.9.2011, 11:09
Und der Flakturm im Augarten zerbröselt....

brösel...brösel...brösel...

rubinek
00
30.9.2011, 12:04
besser als das man den Augarten mit Firmen zuplastert

Irgendwann wird der Flakturm im Augarten schon zusammenfallen oder durch die Witterung leichter abzutragen sein.

Die Vorstellung den Datenspeicher im Augarten zu machen mit Notstromdieselgenerator + 1000de l Dieseltanks, und Autos die tagsüber durch den Park fahren ist für mich reiner Horror.

4simo
00
30.9.2011, 23:21

was bekümmert Sie an sachargumentativ am notstromdieselaggregat des wiener akhs? auch da gibt es ein solches nur um ein biissserl anders dimensioniert?
- welche autos sollen zu welchem zweck durch untertags durch den augarten fahren müssen?

ich mein ich kann mir alles mögliche zusammenfantasieren, chemtrails, die hohlwelt, ausserirdische, gott und hab dann vielleicht auch genug auslöser etwas zu befürchten, nur was hat das dann mit der realität zu tun?

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