Neue Vorwürfe von SP-Politikerin Kranzl gegen niederösterreichische Genossen
Sankt Pölten - Christa Kranzl denkt nicht daran, ihre Auseinandersetzung mit der SP zu beenden. Seit Monaten schwelt die Auseinandersetzung um ihren Parteiausschluss; im "Gemeindespiegel" , der Publikation ihrer Liste in der niederösterreichischen Gemeinde Persenbeug-Gottsdorf, greift sie die Genossen erneut an. Niederösterreichs SP-Obmann Josef Leitner werde nach der Landtagswahl 2013 "möglicherweise Geschichte sein - mit seinen Parteiausschlüssen gegen eigene Gesinnungsfreunde wird er aber Geschichte machen, leider keine rühmliche!", heißt es in dem Blatt.
Kranzl, früher rote Landesrätin und Staatssekretärin, wurde zwar im Sommer wegen "parteischädigenden Verhaltens" aus der SP ausgeschlossen, hat aber bei der Bundespartei Berufung eingelegt - ebenso wie Evamaria Sluka-Grabner (Wr. Neustadt) und Peter Hofbauer (Klosterneuburg), die wie Kranzl bei der Gemeinderatswahl 2010 mit eigenen Listen angetreten waren.
"Zigmal" sei das Parteistatut im Zuge des Ausschlussverfahrens verletzt worden, sagt Kranzl, und die Vorgehensweise der roten Landespartei ziele darauf ab, "bestimmte Personen in Misskredit zu bringen" . Das gesamte Parteiausschlussverfahren sei "von einigen wenigen zu verantworten, die von Angst, Neid und persönlicher Überschätzung getrieben sind", schreibt sie in ihrer Parteizeitung.
Bei der roten Landespartei gibt man sich von Kranzls Vorwürfen ungerührt. Mit dem Ausschluss habe man nichts mehr zu tun, das liege nun bei der Bundespartei, sagte Landesgeschäftsführer Günter Steindl am Donnerstag dem Standard. Und im Übrigen hätte das, was Kranzl sage, für ihn "genau so viel Relevanz wie Aussagen von (VP-Landesgeschäftsführer) Gerhard Karner" . (hei, DER STANDARD; Printausgabe, 30.9.2011)