Schladming 2013, Freiwillige und WM-Luft

29. September 2011, 17:54
  • Das im Bau befindliche Service-Deck im Zielstadion der Planai.
    foto: apa/ gindl

    Das im Bau befindliche Service-Deck im Zielstadion der Planai.

Es bedarf eines Heeres von frei­willigen Helfern, um ein sportliches Großereignis zu veranstalten. Was die Ski-WM 2013 betrifft, naht das Ende der Rekrutierungsphase

Wien/Schladming - Reinhold Zitz ist immer noch begeistert von jenem Mann, der anlässlich der Olympischen Spiele 2010 in Vancouver drei Wochen lang Dienst in der Tiefgarage versah. Er hatte sich freiwillig gemeldet und nicht das beste Los gezogen. Schließlich war die olympische Luft, die er zur Belohnung schnuppern durfte, durchaus spezifisch.

Bei der Gelegenheit fällt einem die Leichtathletik-WM vor einem Jahrzehnt in Edmonton ein und das Gespräch mit jenem Volunteer, der auf die Sauberkeit in den Stadiontoiletten zu achten hatte. "Ein harter Job", sage der, "aber einer muss ihn tun." Und auf jene, die draußen die Luxuslimousinen chauffierten, war er gar nicht neidisch. "Von meiner Toilette muss ich nur ein paar Schritte gehen und kann den Sportlern im Stadion zuschauen. Die Chauffeure sehen das Stadion nur von außen." Er sprühte vor Enthusiasmus.

Zitz, der langjährige Geschäftsführer des Austria Ski Pool, macht den Chef des Organisationskomitees der Ski-WM 2013 in Schladming. Und als solcher ist er auch für die Rekrutierung jener zuständig, die das Gros der Arbeit erledigen werden und ohne die eine sportliche Großveranstaltung nicht durchzuführen ist. Was die Freiwilligen mitbringen müssen? "In erster Linie Begeisterung und gute Laune. Und zwei Wochen Zeit." Und was kriegen sie? "Null Kohle, aber ein unvergessliches Erlebnis. Sie werden eingekleidet, verpflegt und untergebracht."

Drüben und hüben

Das Rekrutieren der Freiwilligen ist nicht so leicht wie drüben in Nordamerika, wo diesbezüglich eine andere Kultur herrscht, es zum guten Ton gehört, sich unentgeltlich zu engagieren. Die Deutschen haben Schladming die Latte jedenfalls freiwilligenmäßig ziemlich hoch gelegt. 4000 Menschen hatten sich beworben, 1500 wurden erhört.

Bis zu 50 Personen sind zwecks Ski-WM hauptamtlich beschäftigt. Und damit das Werkel auch wirklich rund läuft, sind an die 1100 Freiwillige vonnöten. 600 haben bisher ihre Meldung abgegeben. "Wir bekommen jetzt täglich 15 bis 20 Meldungen", sagt Zitz. Die Rekrutierungsfrist läuft im November ab, das Gewand bei WM-Sponsor Halti muss in Auftrag gegeben werden. Die meisten Freiwilligen stammen aus der Region, was für die Organisation in zweierlei Hinsicht praktisch ist. Einerseits erhöht es die Bereitschaft zur Identifikation, andererseits können sie zu Hause schlafen, was wiederum nicht nur bequem ist, sondern auch Kosten spart.

Rund die Hälfte, ob Pensionist oder Student, wird WM-Luft pur schnuppern, auf der Piste beschäftigt sein. Der Rest ist für Medien, Sicherheit oder Verkehr zuständig. Die Tiefgarage kann passieren. Die Toilette, so Zitz, allerdings nicht. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 30. September 2011)

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15 Postings

Also ich würd so was gerne machen (natürlich auch gratis), nur leider hab ich keine zwei Wochen Zeit!!

das schreit nach einem boykott!

unentgeltlich arbeiten

damit andere die große kohle machen können...
preisgelder um 30%, "managergehälter" 50% kürzen, und davon die leute bezahlen, die auch tatsächlich dafür arbeiten!

eine riesenfrechheit - wenn auch um einige potenzen unter der sauerei, den olympische spiele diesbezüglich darstellen. die verbände bzw. der veranstalter machen einen riesenreibach und stellen sich dazu freiwillige an.

wo ist die politik? das sind arbeitsplätze.

das sportbudget der veranstaltung sind 27.000.000 eur. die wm 2011 machte einen GEWINN von 5.000.000. da wären die zusätzlichen 2,3 mio (1.100 * 14tage *10 stunden * 15 eur) für die arbeiter locker drinnen. ich find sowas eine schweinerei, arbeit muß auch bezahlt werden

"GEWINN", machen bei derartigen Veranstalltungen lediglich die Baufirmen...

http://www.sueddeutsche.de/bayern/vo... n-1.328456

http://gap-fakten.blog.de/2010/03/2... g-8254512/

Der Merkur Bericht,erwähnt die staatlichen Subventionen nicht einmal,alleine das ist schon schwerste "Propaganda".

Das ist die berühmte "offizielle" Version,das OK hat "offiziell" Gewinn gemacht, stimmt!
Die Frage ist nur wie sie das geschafft haben...?

http://gap-fakten.blog.de/2011/04/2... -11035962/

http://bazonline.ch/sport/win... y/10392721

Mir istschon klar, das das ok sein budget auf dem rücken des staates generiert. Umso schlimmer, dass es den überschuss am ende auch noch einstecken kann. Und dan seine arbeiter nicht bezahlt. Dass so eine veranstaltung für alle außer den jeweiligen skiverband ein millionenloch ist ist mir also bewusst, wir stehen mit der kritik auf der selben seite ;)

Wer sich dafür freiwillig hergibt, ist selber schuld. Gratis arbeiten, während sich Funktionäre - mutmaßlich (es gilt die Unschuldsvermutung) fürstlich für die Vergabe entlohnen lassen können, finde ich ziemlich abartig.

und ich finde es trotzdem bewundernswert, dass sich immer wieder leute finden, die das mit begeisterung machen.
besten dank an die freiwilligen für die vielen schönen olympiaden und wm´s.

ich wundere mich auch, dass sich dafür immer wieder dumme finden.

das hat eher mit idealismus als mit dummheit zu tun.

Das glaub ich auch ...

Zitat aus dem Artikel: "Sie werden eingekleidet, verpflegt und untergebracht."

Ist doch auch was, oder? Dass es harte Arbeit ist, ist schon klar, aber ganz "unentgeltlich" arbeiten sie denn doch nicht, und das ist sehr gut so.

zwei worte für ein- und denselben sachverhalt.

von welchen idealen reden sie? schröcksnadels kontostand? der jahresbilanz der erste bank? oder von den nächtigungszahlen und werbekontakten der region schladming?

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