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Amira al-Tawil
Twittern ist Frauen ja nicht verboten: "Gott sei Dank wurde die Auspeitschung von Shaima aufgehoben. Ein Dank an unseren geliebten König. Ich bin sicher, dass alle saudi-arabischen Frauen glücklich sein werden. Ich bin es" , lief es über den Kurznachrichtendienst. Hinter "ich" steckt Amira al-Tawil, saudische Prinzessin, wenn auch nur angeheiratete: Sie ist die Gattin von Al-Walid Bin Talal, dem steinreichen Neffen von König Abdullah Bin Abdulaziz Al Saud.
Diesem dankte Amira dafür, dass er die Strafe von zehn Peitschenhieben annulliert hatte, die ein besonders eifriges Gericht einer Frau aufgebrummt hatte. Shaima Ghassaniya hatte in Saudi-Arabien das getan, was Prinzessin Amira auch gerne tun würde beziehungsweise außer Landes tut, wie sie selbst zugibt: ein Auto lenken.
Amira al-Tawil ist nicht die einzige "Frauen ans Steuer" -Aktivistin im Königshaus, sogar eine Tochter des Königs, Prinzessin Adila - eine Kämpferin gegen Gewalt in der Familie und für (moderaten) Frauensport -, gehört dazu. Vielleicht schafft es Amira leichter in westliche Schlagzeilen, weil ihr Gatte dort oft präsent ist: meist auf den Wirtschaftsseiten, hin und wieder auch in der Chronik. So ist soeben ein Vergewaltigungsvorwurf wiederaufgetaucht, die Tat wurde von einer jetzt 23-Jährigen angezeigt und soll sich 2008 auf der Yacht des Prinzen in Spanien ereignet haben. Zur Tatzeit sei sie aber mit ihrem Mann in Frankreich gewesen, ließ Amira wissen, die Al-Walid - der mit einem Vermögen von 19,6 Milliarden Dollar auf der Forbes-Reichenliste an 26.Stelle steht - in einem Interview einmal als ihre "ganze Welt, ihren Mann, Bruder, besten Freund und Lehrer" bezeichnete.
So etwas hört man gerne, da darf sich die Interviewte schon einmal unverschleiert zeigen, ohne dass es zum Skandal wird. Auch ihr Mann ist übrigens für die Aufhebung des islamisch argumentierten Frauenfahrverbots. Amira führt an, dass sie lieber mit ihrer Schwester im Auto durch die Stadt fahren würde als mit einem mit ihr nicht verwandten Chauffeur.
Dieses Problem haben allerdings die Frauen nicht, die sich keine Fahrer leisten können und ständig männlichen Verwandten nachlaufen müssen, damit diese sie von einem Ort zum anderen bringen. Zu Hause bleiben ist auch in Saudi-Arabien immer weniger eine Alternative für Frauen. Sie drängen in die Wirtschaft - und besitzen bereits einen nicht unbeträchtlichen Teil des Volksvermögens, Autos eingeschlossen. (Gudrun Harrer/DER STANDARD, Printausgabe, 30.9.2011)
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... dass er mehr als tausend Jahre vor der Erfindung des Automobils bereits verbieten ließ, selbiges von Frauen zu fahren?
Anders gefragt: auf welcher Basis fußt dieses Fahrverbot?
Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten...
Mit gesenktem Blick lässt sich schlecht autofahren.
Den Al Walid kann man um vieles beneiden, um den A380 nicht. Da bin ich bescheidener und würde mich mit einer Citation zufriedengeben. Vielleicht als Draufgabe einen Dauphin Eurocopter und 2-3 Lamborghini damit man zwischen Residenz, Hubschrauber und Jet nicht soviel hatschen muss ;-P
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