Schwache Beteiligung bei Kommunalwahl

29. September 2011, 16:47
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    foto: apa/epa

    Ein Wähler in Riad

US-Terrorwarnung vor zweitem Urnengang in der Geschichte des Landes - Keine Beteiligung von Frauen

Riad - Zum zweiten Mal in der Geschichte Saudi-Arabiens ist am Donnerstag in dem Königreich eine Wahl abgehalten worden. Die Wahlbeteiligung war zunächst schwach, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der Hauptstadt Riad und aus der Stadt Jeddah berichteten. Bei der Kommunalwahl, bei der nur Männer stimmberechtigt waren, bewarben sich rund 5.300 Kandidaten. Die US-Botschaft in Riad hatte unterdessen in der Nacht auf Donnerstag vor Terroranschlägen in dem Land gewarnt.

Es gebe Informationen über Pläne von Extremisten, westliche Ausländer in Riad zu entführen. In einer Mitteilung, die von der Botschaft in der Nacht zum Donnerstag auf ihrer Website veröffentlicht wurde, hieß es, US-Bürger sollten aus Sicherheitsgründen den Fahrtweg zur Arbeit häufiger wechseln, nicht immer die gleichen Geschäfte besuchen und sich unauffällig verhalten.

1.000 gewählte Mandatare

Zugleich waren die mehr als 1,2 Millionen Wähler dazu aufgerufen, die Hälfte der rund 2.000 Mandate auf Kommunalebene zu vergeben. Die Besetzung der anderen Hälfte wird von der Regierung bestimmt.

Nachdem am Vormittag vor den Wahlbüros wenig Andrang herrschte, hofften Kandidaten und Behördenvertreter auf eine regere Beteiligung am Nachmittag. Allerdings schien das Interesse vieler Bürger für die Wahl eher begrenzt. "Ich habe für einen meiner Kollegen gestimmt", sagte etwa Ibrahim Ghasi, ein Wähler in Jeddah. Über die Wahlprogramme der anderen Kandidaten habe er sich gar nicht erst informiert, er kenne nicht einmal ihre Namen. Das amtliche Endergebnis wird für Samstag erwartet.

Andere Wahlen als die Kommunalwahl gibt es in Saudi-Arabien bisher nicht; erstmals wurde 2005 gewählt. König Abdallah hatte am Sonntag per Dekret festgelegt, dass Frauen das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunalwahlen erhalten, also wählen und kandidieren dürfen. Die Regelung gilt aber erst ab der nächsten Abstimmung im Jahr 2015. Zahlreiche Intellektuelle und Bürgerrechtler hatten daher zum Boykott des Urnengangs aufgerufen.

Politiker begrüßten indes, dass Frauen in vier Jahren abstimmen und antreten dürfen. "Es ist für uns eine Ehre, in Konkurrenz zu unseren Schwestern zu treten, die, glaube ich, ernsthafter sein können als Männer wenn es darum geht, öffentliche Angelegenheiten zu regeln", sagte der Kandidat Othman al-Othman.

Zahlreiche Verbote schränken nach wie vor das Leben von Frauen in Saudi-Arabien ein. So dürfen sie nicht ohne männliche Begleitung das Haus verlassen oder alleine reisen. Auch ist ihnen das Autofahren verboten. Erst am Montag hatte ein Gericht in Jeddah eine Frau zu zehn Peitschenhieben verurteilt, weil sie sich hinter ein Steuer gesetzt hatte. König Abdallah begnadigte die Frau dann aber.

Anders als in zahlreichen arabischen Staaten hat es in Saudi-Arabien in den vergangenen Monate keine massive Protestbewegung gegen die Regierung gegeben. In einer Provinz im Osten des Landes, wo eine schiitische Minderheit lebt, kam es aber zu vereinzelten Demonstrationen. (APA)

linkslinker gutmensch
00
30.9.2011, 11:36

"Anders als in zahlreichen arabischen Staaten hat es in Saudi-Arabien in den vergangenen Monate keine massive Protestbewegung gegen die Regierung gegeben."

Gibts irgendwo kurze Erklärungen zu dem Umstand?

Alp Arslan - Manzikert 1071
01
30.9.2011, 14:24
BIP pro Kopf

Saudiarabien hat ein BIP pro Kopf von ungefähr 30.000 US-Dollar. Im Vergleich: Ägypten knapp 2000 Dollar, Libyen knapp 9372, Yemen knapp 1000 und Tunesien knapp 3500 Dollar.

Die Saudis sind reicher als die Länder, in denen sich die Völker erhoben haben.

Daher sollten Sie bei solchen Vergleichen aufpassen. In Saudi Arabien werden Frauen, wenn sie beim Autofahren erwirscht werden, zu einer Peitschenstrafe verurteilt.

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