Nachlese

Über Filmchen, die zum Glück nicht weggeworfen wurden

29. September 2011, 16:34
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    foto: österreichisches filmmuseum

    Als der Begriff "Migrationshintergrund" noch nicht erfunden war: die Schottentor-Passage in "Wien 1963", auf 16mm eingefangen von Edwin Zbonek

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    foto: österreichisches filmmuseum

    Aktionismus in der Straßenbahn-Passage (heute eine mittlerweile aufgelassene U2-Station) : "Metro" (1970, Salz der Erde / Zünd-up)

Vorträge und Filmbeispiele zum Thema "Ephemeral Cities"

"Ephemer" mag ein sperriges Wort sein, seine Bedeutung ist einfach: kurzlebig, nicht für dauerhafte Erhaltung gedacht. Wenn etwas Ephemeres dann doch länger überlebt und einen neuen Sinn erhält, ist das ein glücklicher Zufall.

Paradebeispiel für ephemere Filme sind Werbeclips. Ein Spot aus den 1950er Jahren wird seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllen können, vielleicht weil es das beworbene Produkt nicht mehr gibt. Aber es ist doch gut, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, ihn aufzuheben, denn heute amüsiert er und vermittelt viel vom einstigen Zeitgefühl.

An zwei Nachmittagen und Abenden, am Donnerstag, 29., und Freitag, 30.9., beschäftigt sich das Filmmuseum in Vorträgen und zahlreichen Filmbeispielen damit, wie sich Städte in ephemeren Filmen überliefert haben - anhand eines Sammelsuriums von Kurzdokus und anderen kleinen filmischen Skizzen.

Stargast ist Rick Prelinger aus San Francisco, der frühzeitig eine riesige Sammlung aus über 60.000 Werbe-, Industrie-, Unterrichts- und Amateurfilmen angelegt hat, die er seither nach und nach unter www.archive.org zugänglich macht: Zahlreiche aus heutiger Sicht unfreiwillig komische bis gespenstische Beispiele finden sich dort. Über die Rolle von Archiven spricht er am Donnerstag um 19:00.

Anlass für die zwei Abende ist es vorzustellen, dass in Verlauf der letzten Jahre über Forschungsprojekte viel Material zu Wien in Archiven gesichtet und geordnet wurde - wie die Stadt im Laufe des 20. Jahrhunderts filmisch eingefangen wurde, in Werken, die kaum jemandem bekannt sind bzw. sein können. Diskussionsrunden gibt es dazu - und mit "Vienna Plays Itself. Wien im 'ephemeren' Film 1896-1980" (29., 21:00) sowie "Wem gehört die Stadt? Film und Stadtplanung" (30. 19:00)  zwei diesbezügliche Filmprogramme.

Zum geografischen Vergleich präsentiert Ryan Shand von der University of Glasgow "Mapping the City in Film: Locating Merseyside's Memories" (30., 15:00) - und in "Around the World in a Day" folgt zum Finale (30., 21:15) eine Sammlung von Highlights aus diversen internationalen Archiven.  (red)

Detailprogramm unter www.filmmuseum.at

Anm: Auch im Filmmuseum steht am Samstag, 1. Oktober, die "Lange Nacht der Museen" auf dem Programm, ab 18:00 mit Vorführungen im Halbstundenrhythmus.

Fritz Meyer
00
30.9.2011, 16:47
Auch Kottan Ermittelt zeigt ein Wien...

das es heute nicht mehr gibt.

Faszinierend sind in dem Zusammenhang auch Aufnahmen von Bunker Hill (Vorort von L.A.), die erst kürzlich aufgetaucht sind:

http://www.archive.org/details/A... esCa.1940s

Ein Zeitdokument in bestechender Qualität!

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