Geplante Hospizeinrichtung

Jedes vierte an Krebs erkrankte Kind stirbt

29. September 2011, 13:31

Hospizbewegung arbeitet an Einrichtung für Kinder

Wien - Die österreichische Hospizbewegung arbeitet an einer eigenen stationären Einrichtung für kranke Kinder in Wien. Ein Konzept dafür stecke derzeit noch in den Kinderschuhen, sagte Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz, in einer Pressekonferenz. Obwohl es große Erfolge in der Medizin gebe, würde noch immer jedes vierte an Krebs erkrankte Kind in Österreich sterben.

Bei der Betreuung von sterbenskranken Kindern gibt es laut Klasnic in Österreich "noch einiges zu gestalten". So sei auch das Zahlenmaterial, mit dem man arbeite, nicht gesichert. Laut Dachverband ist eine Bedarfserhebung notwendig. Langfristiges Ziel sei die Übernahme der palliativ-hospizlichen Versorgung für Kinder und ihre Angehörigen in die Regelfinanzierung, um die Spendenabhängigkeit zu verringern. "Es ist nicht ein Wunsch, sondern es ist ein Auftrag", so Klasnic, die laut eigener Aussage bereits mit Interessierten in Kontakt ist. Zeitplan gebe es aber noch keinen.

Fehlende Strukturen

Dass spezialisierte Strukturen zur Betreuung kranker Kinder und deren Familien noch im Aufbau seien, berichtete auch die Kinderhospizbeauftragte des Dachverbandes, Ulrike Pribil. Martina Kronberger-Vollnhofer, Oberärztin für Hämato-Onkologie im St. Anna Kinderspital in Wien, betonte wiederum, dass es zwar für krebskranke Kinder "gute Strukturen" in Österreich gebe, andere Erkrankungen betreffend allerdings nicht. Mit Boris Zernkow von der Universität Witten hat sich der Dachverband Hospiz zudem Unterstützung aus Deutschland geholt. Er lobte die "Vision" für ein Kinderhospiz in Wien.

Anlässlich des Internationalen Hospiz- und Palliative Care Tages veranstaltet der Dachverband heute, Donnerstag, eine Enquete in den Festsälen der Wiener Kaufmannschaft (Schwarzenbergplatz 14). Beginn ist um 19.00 Uhr. (APA)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.