Strahlenbelastung

Experten warnen vor unnötiger Computertomografie

29. September 2011, 13:17
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    foto: apa/klinikum wels

    CT kritisch hinterfragen, raten Experten

Bei Krebs sinnvoll, zur Untersuchung von Gesunden auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht - Risiko abwägen

Wien - Die bildgebende Diagnostik wird in der Medizin immer genauer und "einsichtiger". Doch gleichzeitig steigt offenbar die Begehrlichkeit nach Bildern vom potenziell "Gläsernen Menschen". In Sachen Computertomografie kann das auch zu einer vermehrten Strahlenbelastung führen. Dies betonten am Experten bei einer Pressekonferenz aus Anlass der derzeit in Wien stattfindenden "Dreiländertagung Medizin Physik" (Österreich, Deutschland, Schweiz).

"Die medizinische Strahlenexposition hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen", betonte Gunnar Brix, Abteilung für Medizinischen und beruflichen Strahlenschutz am österreichischen Bundesamt für Strahlenschutz. Dies sei im Wesentlichen auf den zunehmenden, teilweise auch unkritischen Einsatz der Computertomografie (CT; Röntgen-Schnittbilduntersuchungen) zurückzuführen.

Nutzen versus Risiko

Während bei Krebspatienten der Nutzen dieser Untersuchungen die Risiken bei weitem überwiegt, sei dies bei Patienten mit koronaren Herzerkrankungen nicht immer der Fall. Mit besonderer Sorge beobachten Experten den zunehmenden Einsatz der CT zur Früherkennung von Erkrankungen bei asymptomatischen Personen, da damit aus derzeitiger Sicht keinerlei Vorteil verbunden sei.

Vor allem für überweisende Ärzte wird die "Orientierungshilfe Radiologie" herausgegeben, die für verschiedene Fragestellungen auflistet, welches bildgebende Verfahren in welcher Reihenfolge angewendet werden soll. Sie ist auch für Patienten einsehbar. "Der Patient sollte im Einzelfall bei seinem Radiologen kritisch hinterfragen, ob z.B. eine CT wirklich erforderlich ist oder ob nicht auch eine Ultraschall- oder MR-Untersuchung (beides ohne Strahlenbelastung, Anm.) die gleiche Information liefert", rät Brix. Eine weitere Hilfestellung bietet der Röntgenpass, in den sämtliche durchgeführte radiologische Untersuchungen eingetragen werden sollten. Dieses Dokument soll dazu beitragen, nutzlose Doppeluntersuchungen zu vermeiden. (APA)

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25 Postings
wurzen sepp
 
01
2.10.2011, 14:26
ich bin experte und

ich warne vor unnötiger ct.
die neigung zm sorglosen umgang mit strahlenintensiven untersuchungen ist bei den zuweisern aber oft stärker ausgeprägt als bei den durchführenden. wenn ich 25 jährige zur abdomen ct bekomme wegen diffuser bauchschmerzen, muss ich das ablehnen, wenn es keinen konkreten verdacht gibt.
ein onkologieprotokoll für ein 13 jähriges mädchen mit einem niedrig malignen weichteilsarkom sieht in den ersten jahren der nachsorge rund 15 ct des thorax vor: die bekommt in 30 jahren geschätzt mit einer wahrscheinlichkeit von 20% ein strahleninduziertes lungen- oder mammacarcinom - aber ich kann die untersuchung schwer ablehnen usw.

Carlos Clementin
20
30.9.2011, 09:54
Und es gibt ..

noch so viele Ärzte, die ihr normales Röntgen noch "abschreiben" müssen, noch schlimmer als das CT - CT ist weniger Strahlenbelastend.
Aber es müssen halt auch die CTs "abgeschreiben" werden, deshalb wird oft, wo schon MR angebracht wäre ein CT "vorgeschrieben" ...
und CTs haben wir mehr als MRs ...

naja2010
02
30.9.2011, 12:58
Die Radiologie ist ein Zuweisungsabhängiges Fach.

In Ö gibt es keine Fachbereichsradiologie, also z.B Orthopäde kauft sich ein MR und weist sich selbst zu - geht nicht. Die Radiologen bestimmen nicht selbst, was gemacht werden soll, können beraten (siehe Orientierungshilfe), sich auch Unfug verweigern ( a la "machens mir ein CT von den Hamerschen Herden").
Das mit dem abschreiben ist imho Unfug...

Ivan Fedorov
00
30.9.2011, 11:33
CT ist weniger Strahlenbelastend

blödsinn.
die ct ist so ziemlich die standard-untersuchung mit der mit abstand größten strahlenbelastung...

hauptling
11
30.9.2011, 10:22

eine CT ist nichts anderes als eine 3D Röntgenaufnahme. Also wohl um einiges mehr strahlenbeastend als eine einfache Röntgenaufnahme...

CSO
10
30.9.2011, 08:40

Eine MRT kostet 168 € inkl. Steuern bei privater Bezahlung. Die CT ist etwas billiger.-
Eine Frechheit finde ich, dass die Krankenkassen den Topf für CT und MRT gedeckelt haben. Ist im Dezember kein Geld mehr da, wird die Untersuchung nicht genehmigt! Ausgabenkontrolle JA, aber nicht so. Zumindest in Wien kann man CTs und MRT nur bei Fachärzten durchführen lassen, Spitäler dürfen nur „eigene“ Patienten aus den Ambulanzen und Stationen durchleuchten.

(°!°)
10
30.9.2011, 13:08
Sie verbreiten Unwahrheiten!

1) kommt es darauf an welche Region des Körpers "gescannt" werden soll
2) kostet die günstigste Variante = Region:

CT Knochendichtemessung 270,00 Euro

Ein Total Body Scan® 1.420,00 Euro

(°!°)
10
30.9.2011, 16:16
Obige Kosten

bei privater Bezahlung!

naja2010
00
30.9.2011, 13:00
Die Deckelung war eine Idee des Hauptverbandes.

Und das Geld wird vor dem Dezember ausgehen. Und die sogenannte Strukturreform der Radiologie wird an den Vorgaben der Politik scheitern, wenn nicht Geld zur Finanzierung der Standorte ins System kommt.

tignosa
12
30.9.2011, 01:19
man kann ja stattdessen in den meisten Fällen eine MRT machen

oder irre ich mich?

Ivan Fedorov
00
30.9.2011, 11:35
das kann man pauschal nicht sagen

beide methoden haben ihre vor- und nachteile und ihre entsprechenden indikationen.

Nerd Nr. 5
00
30.9.2011, 08:09
Ja

Aber bei MRTs ist die Investition größer und die Gewinnspanne geringer.
In den USA wird übrigens davon ausgegangen, das in Zukunft jede 50. Krebserkrankung von CTs verursacht sein wird.

O5
32
29.9.2011, 21:04

CT = gute Kohle für das durchführende Personal. Außerdem muss man ja, wenn man das Trumm man gekauft hat, es auch möglichst oft benutzen damit es sich rentiert. CTs und MRIs sind klassische Beispiele für Verschwendung im Gesundheitssystem... es gibt VIEL zu viele solcher Geräte weil alle möglichst viel abkassieren wollen, unter dem Deckmantel der Gesundheit.

otto strammer
11
30.9.2011, 11:06
Und weils so viel zu viele sind

wartet man auf eine MRT in Wien ein paar Wochen...klingt nicht nach Überversorgung.
Sans froh, wenn Sie keine brauchen, aber schließen Sie nicht von sich auf alle.

spacedakini
10
2.10.2011, 21:14

Es gibt sogar am Sonntag MR Termine und Montag 7h (hab ich morgen - und hab fast ein Monat auf den Termin warten müssen), es scheint nicht genug Geräte zu geben.

ridgero
00
30.9.2011, 04:31

Sind das reine Spekulationen oder haben Sie auch Beweise für ihre Vorwürfe?

docflo
13
29.9.2011, 22:12
100€

Ja, 100€ für eine CT Untersuchung ist sicher wahnsinnig überzahlt. In den USA kostet das ein Vielfaches (leicht einmal 1500USD). Ein CT Gerät ist in Österreich weit, weit, weit weg von einer Cash Cow....

(°!°)
00
30.9.2011, 13:20
Privat bezahlt

kriegen Sie um 100.- €
ÜBERHAUPT KEIN CT

Das "billigste" CT ist beispielsweise eine Knochendichtemessung und kostet privat bezahlt zwischen je nach Institut ca. 200.- bis 270.- €.

E. Laserstrahl
112
29.9.2011, 20:51
www.aerztepfusch.at

Medizin ist ein Geschäft in dem die Bürger wieder ausgebeutet werden...

gesund leben
08
29.9.2011, 19:08

nicht nur CT auch die "ordinäre" Röntgenuntersuchung- vor allem beim Zahnarzt- wird infaltionär eingesetzt. Und immer hört man als Patient: die Strahlenbelastung ist weniger als bei einem Flug.

wizenstain
06
29.9.2011, 21:08

warum können zahnarzt-röntgen nicht überhaupt
zentral oder bei der krankenkasse gespeichert werden?
bei jedem arztwechsel muß man die prozedur
wieder über sich ergehen lassen

ichundwiederich
11
30.9.2011, 07:52

Gehns in ein Institut und lassen ein Panoramaröntgen machen. (wird von der KK alle 2 Jahre bezahlt). Das Bild gehört dann Ihnen und können sie sooft irgendwo zeigen wie sie wollen. Bei einem eventuellen Notfall braucht man dann nur die entsprechende Region röntgen (ein Bildchen reicht da meist).

wizenstain
13
29.9.2011, 21:09
oder auf eine disk gespeichert

die der patient mitnehmen kann

the academic cyber sense
10
30.9.2011, 07:42

floppydisk? ;-)

wizenstain
10
2.10.2011, 12:41

na gut, dann eben auf einen stick :)

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