Kalte Jahreszeit

"Notorisches Händeschütteln" überträgt Krankheiten

29. September 2011, 13:09
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    foto: ap/michael probst

    Händewaschen kann Leben retten

Hände als Krankheitsüberträger: Mit ein wenig Wasser und Seife kann man also das Übertragungsrisiko beträchtlich reduzieren

Wien - Noch scheint die kalte Jahreszeit in weiter Ferne, aber der Wetterumschwung kommt bestimmt: Gerade im Herbst und Winter tummeln sich in der Öffentlichkeit Viren, Bakterien und Keime in hoher Zahl. Regelmäßige Handhygiene kann das Risiko der Übertragung von Krankheiten minimieren. "Man kann sich eigentlich nicht zu oft die Hände waschen!" erläuterte Michael Kunze, Facharzt für Hygiene und und Mikrobiologie, bei einer Pressekonferenz in einer Nostalgie-Tramway am Wiener Ring.

Händewaschen nicht vergessen

"Nach dem Stuhlgang, vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen" rief der Experte einen Kinderspruch in Erinnerung. Gerade den Jüngsten sollte man regelmäßige Handhygiene von klein auf beibringen, pflichtete Pädiater Pater Voitl dem Kollegen bei. Beide wiesen ausdrücklich darauf hin, dass es nicht um Panikmache gehe und Sterilität wie im OP keinesfalls das Ziel sei. Übertriebene Desinfektionsmaßnahmen können beispielsweise Allergien bei Kindern sehr negativ beeinflussen - wer schlicht mit Wasser und Seife ans Werk geht, riskiert in schlimmsten Fall Hautreizungen. Bei Pandemie, Schwangerschaft oder Vorerkrankungen wie Herzproblemen oder Asthma würden eindeutig die Vorteile gewissenhafter Handhygiene überwiegen.

Mit ein wenig Wasser und Seife kann man also das Übertragungsrisiko beträchtlich reduzieren - verhindern kann man es nicht, mit Krankheitserregern in Berührung zu kommen. Diese lauern an Stellen, die nicht immer bedacht werden: so finden sich auf einer durchschnittlichen Computer-Maus oder -Tastatur beispielsweise bis zu 400-mal so viele Bakterien wie auf einer regelmäßig gereinigten, öffentlichen Toilette. Nach deren Besuch man natürlich auch einen Abstecher zum Waschbecken einplanen sollte. Auch nach der Zubereitung von Speisen und dem Naseputzen ist dies sehr anzuraten, jedenfalls in der Schnupfenzeit.

Mindestmaß an Höflichkeit

Sich beim Niesen und Husten die Hand vor den Mund zu halten entspricht zwar durchaus den Regeln der Höflichkeit und Etikette, allerdings verbreiten sich auf diesem Wege spätestens beim nächsten Handschlag allerlei unsichtbare Übeltäter. Der "begeisterte Öffi-Fahrer" Kunze trägt in Bim und Bus Handschuhe, gegen die Enge und die Tröpfchenübertragung kann man ohnehin nur wenig unternehmen. Schutzmasken in der Öffentlichkeit werden in unseren Breiten, anders als beispielsweise in Japan, einfach nicht angenommen, gab der Experte zu bedenken.

Moderator und Wissenschaftsjournalist Josef Broukal erzählte eine Anekdote über einen Arzt, der seinen Patienten gegenüber den Handschlag verweigert - drastisch, aber durchaus sinnvoll, meinte Experte Kunze. Auf jeden Fall rät er explizit von "notorischem Händeschütteln" ab. Diese Art der Begrüßung - ursprünglich Beweis dafür, dass man keine Waffe hält - zu reduzieren, hält er sogar für eine der besten Maßnahmen im Kampf gegen Infekte. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 32
1 2
Chocoholic
00
1.10.2011, 19:26
Eher Wasserlasser schütteln und Hände waschen... Das wär mal ein Anfang, oder?

F.S.K
10
30.9.2011, 14:05
immer der unsinn mit der anzahl der bakterien.

es kommt auf die art und nicht auf die anzahl an.

styliann
00
30.9.2011, 12:49

aufm standard steht auch immer mehr müll ...

ralikka
00
30.9.2011, 11:00

Hände waschen - und dann Küsschen links, Küsschen rechts auf die Wange.
Ich lebe immer noch, man glaubt es kaum!

Mann40
00
30.9.2011, 09:11

"Der "begeisterte Öffi-Fahrer" Kunze trägt in Bim und Bus Handschuhe..."

wirkt nur ein bisschen komisch, besonders im Sommer

xEurocent
00
30.9.2011, 09:24

Ach, man zieht einfach weiße Stoffhandschuhe an, bindet sich einen Mundschutz um, greift sich in den Schritt und alle glauben man sei ein Michael Jackson-Impersonator.

flying doctor
00
29.9.2011, 21:13
Gesundheit!

Ich arbeite im Gesundheitsbereich. Nach dem dritten Patienten, dem man sagt, "ich gebe ihnen nicht die Hand, wegen der Übertragungsmöglichkeit von Krankheitserregern" gibt mans wieder auf.
Die Irritation der Patienten ist zu groß, und mit ständigem Händewaschen zwischendurch macht man sich auch lächerlich.
Händedesinfektionsmittel löst das Problem leider auch nicht.
Der nächste Schnupfen kommt bestimmt!

wizenstain
00
29.9.2011, 19:50
"Notorisches Händeschütteln" überträgt Krankheiten

ab wann ist "notorisch"?

und könnte nicht hier dieselbe regel wie
für firstsex
zu wenn auch anderen ergebnissen führen?

wizenstain
00
29.9.2011, 19:52

und was ist übrigens mit

einkaufswagerl - kontakt
u-bahn/straßenbahn-haltegrifferl-kontakt

etc

(wird der artikel von einer handschuhmarke gesponsert?)

wizenstain
00
29.9.2011, 19:55

angeblich sollen sich auf handys
und damenhandtaschen die meisten bakterien
befinden

wizenstain
00
29.9.2011, 19:57

hanschuhe müßte man ja auch täglich desinfizieren
sollte man solche verwenden

und ähnlich wie schuhe, schon an der eingangstür
ablegen

apropos schuhe: sollte man diese überhaupt mit in die wohnung nehmen?

wizenstain
00
29.9.2011, 20:09
Kalte Jahreszeit?

man würde annehmen in der warmen jahreszeit
vermehren sich bakterien lieber?

wizenstain
00
29.9.2011, 20:10
alles in allem - ein vollkommen aus der luft gegriffenes thema

öfters mal händewaschen ist sicher ganzjährig
keine schlechte idee

hadioread
10
30.9.2011, 03:23

mit den händen is man eben überall dabei... popsch und pipi, in der nase, im mund, im ohr, im mülleimer, im klo, am hund und und und... und wenn man erkältet ist niest man eben meistens in die hände, und schneuzt sich, und bohrt vielleicht in der nase. würd gern mal sehen wie sie das mit einem einkaufwagerl schaffen :) an den händen tummeln sich eben noch die frisch ausgerotzen krankheitserreger, und da ist es nicht zu viel verlangt hin und wieder mal ne seife in die hand zu nehmen... denn sonst landen sie eben genau auf den von ihnen so schön aufgezählten gegenständen. es soll ja leute geben die sich beim aussteigen aus der u-bahn die hände desinfizieren, um nicht die mitbewohner von 50 leuten in ihr eigenen schlafzimmer mitzunehmen...

Ulrike Reiter
02
29.9.2011, 19:36
Fragen über Fragen

Inwiefern unterscheidet sich das „notorische“ Händeschütteln vom gerade noch erlaubten? Wie lassen sich „notorische“ Händeschüttler – mithin solche von Krankheitserregern übermäßig behaftete Zeitgenossen – erkennen? Sollte ich mir einen personal Händeschüttel-Coach zulegen, der mit mir den low-risk-infective Handshake einübt (und was kostet so etwas)? Lohnt es sich, eine Ausbildung zum Hygienebeauftragten zu absolvieren, um den Gefahren des „notorischen“ Händeschüttelns auszuweichen und das professionelle Händewaschen zu erlernen (und wie lange dauert es, bis ich mir diese Kenntnisse aneignen kann)? Ist Küssen eigentlich sicherer?

fertigprodukt
10
5.10.2011, 12:48

hier will man wohl künstliche sozialphobien züchten. als ob wir nicht eh schon genug psychische zivilisationskrankheiten hätten.

gracilis
01
30.9.2011, 08:18
Sie haben offensichtlich keine Zuatzversicherung,

denn als Privatpatient im Krankenhaus kommt täglich der Primar zum Händeschütteln. Und nicht nur zu ihnen sondern auch zu allen anderen Patienten mit Zusatzversicherung. Die Notorischen sehen aus wie die geselligen Gäste am Stammtisch eines Wirtshauses, die jedem Gast die Hand schütteln.

vheissu
15
29.9.2011, 17:44

Ich wage mich mittlerweile nur im ABC-Schutzanzug in die Öffentlichkeit. Überall Krankheitserreger!

Sabine Werner
22
29.9.2011, 16:08

und genau aus dem grund, und weil ich beruflich viele hände schütteln muß, nehme ich eine kleine desinfektionsflasche mit gel mit, ist ziemlich praktisch und man hat nicht immer "versiffte" hände - und ich ein besseres gefühl. wobei ich mich inzwischen wirklich grausen würde, in den straßenbahnen die stangen anzugreifen - schüttel -

xEurocent
00
29.9.2011, 21:47

Na ob das auf Dauer so gut für die Haut ist?

Sabine Werner
00
30.9.2011, 09:29

ich verwende es ja auch nicht nach jedem händeschütteln, sondern nur ein paar mal am tag - und warum ich für das desinfektionsmittel rote striche kriege, kapiere ich auch nicht..

ralikka
00
30.9.2011, 11:01

Weils für die meisten Leute paranoid ist und an eine Zwangsstörung erinnert vielleicht?

triage
00
29.9.2011, 14:51

Die Nostalgie-Tramway passt genau zu diesem Nostalgie-Artikel.

Rohrleger
00
29.9.2011, 14:49
" Beide wiesen ausdrücklich darauf hin, dass es nicht um Panikmache gehe "

Beim Voitl weiß ich es nicht bestimmt, aber dem Kunze ging es doch noch nie um etwas Anderes.

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