Dokumentation verwechselt Computerspiel mit Realität

  • Falscher IRA Film
    foto: derstandard.at/screenshot

    Falscher IRA Film

Britischer Sender ITV stellt Szenen des Computerspiels "ARMA 2" als reale Archivaufnahmen dar

Der britische TV-Sender ITV brachte eine Dokumentation darüber, wie die IRA und Gaddafis Regime miteinander verstrickt waren. Dabei verwendeten die Macher "geheimes Archivmaterial". Auf diesem war zu sehen, wie IRA-Terroristen einen britischen Militärhubschrauber abschossen.

"IRA film 1988"

Aus dem Off sagte ein Sprecher: "Mit Gaddafis schweren Maschinengewehren war es möglich einen Helikopter abzuschießen, wie das Filmmaterial der Terroristen aus 1988 zeigt." In das Bild war das Insert "IRA film 1988" eingefügt.

"Niemand kam ums Leben"

In dem Archivmaterial sieht man eine Gruppe von Männern die von Autos aus auf einen entfernten Helikopter schießen. "Das war, was die Sicherheitskräfte am meisten fürchteten", geht der Kommentar weiter. "Es mag ein glücklicher Treffer gewesen sein, aber für die Armee und die Besatzung war es genug. Niemand kam bei diesem Angriff ums Leben..."

 

Szenen aus "ARMA 2"

Das ist allerdings kein Wunder, denn bei den angeblichen Archivaufnahmen handelt es sich in Wirklichkeit um das Spiel ARMA 2. Der Shooter von den Bohemia Interactive Studios war 2009  für den PC erschienen. Spieler erkannten das Material sofort, obwohl die Macher der Dokumentation versucht haben, die Szenen mit einem Unschärfefilter zu verfälschen.

Menschliches Versagen

Bei ITV fühlt man sich allerdings unschuldig, wie ein Sprecher dem Game-Blog Kotaku.com mitteilte. "... während des Schnitts könnte der richtige Clip des Zwischenfalls von 1988 mit anderem Material verwechselt worden sein und wurde fälschlicherweise in den Film eingefügt. Es war ein unglücklicher Fall menschlichen Versagens, für den wir uns entschuldigen."

ITV sei im Besitz des richtigen Materials und plant es in der Dokumentation auszutauschen.

Nicht um Erlaubnis gefragt

Ein Sprecher von Bohemia Interactive sagte gegenüber kotaku, dass er nicht versteht, wie es möglich ist Archivmaterial mit Computerspielsequenzen zu verwechseln. Er fügte außerdem hinzu: "Es überrascht mich, dass ITV nicht um Erlaubnis gefragt hat, unser Spiel zu verwenden." (soc)

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