600.000 Datensätze

Nach Anonymous-Datenklau geht Rätseln weiter

29. September 2011, 11:26
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    foto: apa

    Der Österreich-Ableger der Internet-Aktivisten-Gruppe Anonymous, AnonAustria, sorgt seit Montag für Schlagzeilen.

Tiroler GKK tappt im Dunkeln - Wie kamen die Aktivisten an die Daten?

Einen Tag nachdem der Österreichableger von Anonymous, AnonAustria, bei der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) zugeschlagen und eigenen Angaben nach über 600.000 Datensätzen von Versicherten - mitunter von Prominenten wie Schlagersänger Hansi Hinterseer, Schauspieler Tobias Moretti und Skifahrerin Nicole Hosp - "gestolpert" war, tappte man beim Sozialversicherungsträger am Donnerstag immer noch im Dunkeln. "Das Datensystem der Kasse wurde nicht gehackt und es ist nicht am Transferweg passiert", teilte TGKK-Direktor Arno Melitopulos  eine erste Erkenntnis mit. 

"Es muss von einem Dritten sein"

Sowohl bei der IT der TGKK als auch in Wien bei der ITSV, wo der Knoten der Sozialversicherungsträger liege, sei am Mittwoch ein Krisenstab eingerichtet worden. Die ganze Nacht über seien die Firewalls überprüft worden. Deshalb könne der Datenklau eingeschränkt werden. "Es muss von einem Dritten sein", meinte Melitopulos und fügte hinzu, dass mit großer Wahrscheinlichkeit im Zuge der Verrechnung oder Abrechnung von Patienten auf das Datenpaket zugegriffen wurde. Im Laufe des Tages werde man mit den rund 50 infrage kommenden Vertragspartnern Gespräche führen. Darunter seien keine Ärzte und Krankenanstalten, versicherte der Direktor.

Keine Aufzeichnungen über Erkrankungen

Die Datensätze gebe die Krankenkasse monatlich an Vertragspartner wie zum Beispiel Ärzte, das Rote Kreuz oder Krankentransportunternehmen weiter, hatte Obmann Michael Huber erläutert. Damit könne überprüft werden, ob jemand tatsächlich versichert sei. Nicht enthalten seien dabei Aufzeichnungen über Erkrankungen der 550.000 TGKK-Versicherten.

"Sobald wir genaueres über die Daten wissen, beginnen wir, die Betroffenen zu informieren"

Die Tiroler Gebietskrankenkasse hatte nach dem Hackerangriff "Anzeige gegen unbekannt" erstattet. Bei den betroffenen Daten würden der Name des Versicherten, dessen Sozialversicherungsnummer, die mitversicherten Personen sowie die Adresse bekanntgegeben. Huber schloss aus, dass Krankengeschichten gehackt worden sein könnten. "Sobald wir genaueres über die Daten wissen, beginnen wir, die Betroffenen zu informieren", versicherte er. Seiner Meinung nach handle es sich um eine "kriminelle Geschichte".

"Bis restlos geklärt ist, woher das Datenleck kommt, stellt die TGKK ab sofort auch keine Daten mehr den öffentlichen Krankenanstalten, Rettungsdiensten usw. zur Verfügung"

Bei der TGKK waren nach dem Datenklau Anrufe besorgter Versicherter eingegangen, die ihre E-Card sperren lassen wollten. Auf der E-Card seien aber "keinerlei sensible Daten gespeichert", versuchte der stellvertretende Direktor Heinz Hollaus zu beruhigen. Sie diene lediglich dazu, beim Vertragspartner einen Leistungsanspruch nachzuweisen. "Bis restlos geklärt ist, woher das Datenleck kommt, stellt die TGKK ab sofort auch keine Daten mehr den öffentlichen Krankenanstalten, Rettungsdiensten usw. zur Verfügung", hieß es in einer Aussendung.

Ermittlungen

Seitens der Polizei haben das Tiroler Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) sowie das entsprechende Bundesamt die Ermittlungen übernommen. Details dazu wurden vom Innenministerium nicht bekanntgegeben. Sprecherin Sonja Jell beschränkte sich auf die Auskunft, dass die Ermittlungen "auf Hochtouren" liefen, und zwar wegen des Verdachts des widerrechtlichen Zugriffs auf Computersysteme und unerlaubter Datenübergabe.

Ungemach droht Polizisten

Ungemach droht Polizisten, deren E-Mail-Verkehr AnonAustria nach eigenen Angaben zugespielt bekam und bei dem es anscheinend um Erotik-Websites ging. Da das Versenden privater Mails während der Dienstzeit untersagt ist, würde das eine Verletzung interner Vorschriften darstellen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 139
1 2 3 4
Ich denke mir folgendes dazu
00
29.9.2011, 18:46

Gibt es eigentlich schon einen Beweis, dass Anonymous die Daten hat?
Ich könnte ja auch über meinen Twitteraccount verbreiten, dass ich im Besitz von Meldedaten der Gemeinde Wien bin, aber von einer Veröffentlichung absehe. Bekommen wir dann auch vom ARGE-Daten-Obmann zu hören, dass die Gemeinde Wien fahrlässig und rechtswidrig handelt?

Mr. Bubbles
01
29.9.2011, 22:06

es gibt keinen grund @anonaustria nicht zu glauben.

Analyser
12
29.9.2011, 17:54
Danke Anon

Für die Demonstrationen der möglichen Auswirkungen vom Datensammelwahnsinn (z.b. elektronische Krankenakte, Vorratsdatenspeicherung, ...).

Dirk Gently76
 
01
29.9.2011, 15:48

Die Datensätze gebe die Krankenkasse monatlich an Vertragspartner wie zum Beispiel Ärzte, das Rote Kreuz oder Krankentransportunternehmen weiter"

Die Frage ist hier, wie werden die Daten weitergegeben? Per E-Mail unverschlüsselt?

Gunar Gunarson
01
29.9.2011, 16:22
sämtliche vertragsärzte der gkk´s

sind via e-card-system angebunden und überprüfen den versicherungsstatus bei jedem besuch des patienten in echtzeit.

eine datei mit derartigen daten habe ich als vertragsarzt in 20 jahren noch nie bekommen - auch nicht vor der e-card-zeit.

ob wahlärzte einen solchen "service" der gkk´s in anspruch nehmen ist mir nicht bekannt.

15115
00
1.10.2011, 08:06
Wahlärzte sicher nicht

wohl eher große Gesundsheitseinrichtungen; und vor allem scheinen ja - was mir auch logisch vorkommt - keinerlei Gesundheitsdaten enthalten zu sein. Ich vermute eigentlich, dass da überhaupt sehr wenig Spannendes drinnensteht. Oder glaubt jemand, dass Interessierte nicht problemlos im Internet ohnehin rausfinden, wo der Hr. Hinterseer wohnt? Schon bei Goolge Screetviev müsste man sehen, wo die Moonboots vor der Haustüre stehen (ok, Scherzerl, ...) Und was stand sonst schon Spannnendes drinnen? Die SV-Nummer, mit der jeder um sich wirft, weil zB die Finanz danach fragt, oder die Schule?

Cesarus55
00
29.9.2011, 16:01
irgendwann

müssen die daten trotzdem wieder entschlüsselt werden. und JEDES Programm hat auch eine Exportfunktion bzw. kann man daten fast immer auch ausdrucken. Wenn es gar nicht anders geht kann man die ausgedruckten Daten auch einscannen und mit OCR umwandeln.

Reines Papier würde also auch die Sicherheit nicht unbedingt erhöhen.

Totaler Durchblicksstrudel
21
29.9.2011, 15:58

Die Frage ist, wofür wird dann überhaupt eine e-card brauchen. Einfacher wärs, wenn der Hauptverband gleich alle Versicherten-Daten monatlich auf seiner Homepage veröffentlichen würde. ;)

suit
 
00
29.9.2011, 15:57

Die werden ausgedruckt und wieder eingetippt - die Systeme sind völlig voneinander isoliert. Nein halt, das war das bei der GIS :p

YoungManKlaus
23
29.9.2011, 15:47
Datenklau?

Haha, der war gut. Erst die Daten öffentlich rumkugeln lassen und dann von Diebstahl reden.

Die kritische Stimme
00
30.9.2011, 13:19
Wieso Diebstahl?

Sind die Origianldaten denn weg?

Das Kopieren von Daten (u.Ä.) ist rechtlich gesehen kein Diebstahl! (Und schon gar kein Raub.)

YoungManKlaus
00
30.9.2011, 13:26

ich bin nicht derjenige der die überschrift von dem artikel geschrieben hat, da müssen sie sich schon bei den standard-redakteuren beschweren ;)

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
29.9.2011, 17:49
Hinter der Maske?

"In Großbritannien sagt man auch heute noch scherzhaft, dass Guy Fawkes der einzige Mann sei, der je mit ehrlichen Absichten in das Parlament gegangen ist."

Totaler Durchblicksstrudel
13
29.9.2011, 15:44

Also wenns so ist, dass Anonymous die Daten bei einem Sharehoster aufgespürt hat, sehe ich eigentlich keine Straftat. Damit darf auch nicht ermittelt werden.
Ob die Gebietskrankenkasse allerdings die Daten ohne Einverständnis so weitergeben hat dürfen, müsste schon hinterfragt werden. Insbesondere, weil die ja den gesamten Datenbestand regelmäßig 50 mal repliziert haben (zum Beispiel § 52 Abs 2 Z 5 DSG 2000).

Resteverwerter
00
29.9.2011, 17:08
naja

Das Raufladen auf den Hoster dürfte dennoch strafbar sein, gegen diesen Täter sollte m.E. also ermittelt werden ...

Totaler Durchblicksstrudel
10
29.9.2011, 17:27

Kommt drauf an, wie er sichs beschafft hat. Oft hats ja gar keinen bösen Hintergrund, die Daten werde wo hin gespeichert und dann einfach vergessen.

Sägnüt
 
00
29.9.2011, 22:05

Strafbar bleibt's ja trotzdem.

Totaler Durchblicksstrudel
00
30.9.2011, 11:12

Eben nicht, er kann sie eben auch auf "legalen" Weg beschafft haben oder bekommen haben.

Sägnüt
 
00
30.9.2011, 14:08

Die offensichtlich fahrlässige Lagerung ist in jedem Fall strafbar.

popokatepetl
12
29.9.2011, 15:35
Liebe Anons!

Könnt ihr bitte mal was SINNVOLLES HACKEN?

Wie wäre es mit den Computern von Mensdorff-Puilly, Grasser, Meischberger und Konsorten?

Dann die Machenschaften veröffentlichen damit diese endlich verknackt werden können!?

Macht euch mal NÜTZLICH!
Nicht NUR strafbar!!!

Oder seit ihr nur madige Skript-Kidies die "mit google-suche Hansi Hinterseer-daten" finden können?

Was habt ihr da eingegeben?

Sozialversicherungsdaten +hansi hinterseer filetype: gutenachtgeschichtewirschlafenschonallevorlangeweile!?!?!?!?

Cayenne69
10
29.9.2011, 18:04

versteh ned warum diel eute es ned checken, dass es kein hack war und die daten mehr oder weniger gefunden wurden --> für jeden zugänglich...

Gunar Gunarson
00
29.9.2011, 16:24
ich bin kein jurist...

gelten beweise, die auf illegale art besorgt werden vor gericht ?

popokatepetl
00
29.9.2011, 16:39
es muss sie der der sie vorbringt ja nicht auch geklaut haben...anonym an die staatsanwaltschaft, den peter pilz oder diverse zeitungen reicht doch bitte!?

eben...

Jonathan Tiberius Doe
01
29.9.2011, 15:35
Die müssen mal ihren FTP-Client neu konfigurieren.

Dann kann sowas nicht mehr passieren. Einfach mal von der GIS beraten lassen.

?und
04
29.9.2011, 14:53
typisch für diese parteidurchseuchten apparate - null kompetenz - null verantwortung - die padei wirds scho richtn

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