Nur rund zehn Prozent nehmen kostenloses Angebot in Anspruch - Seit 2003 um 13 Prozent Untersuchungen weniger
Graz - Steirer über 18 Jahre entwickeln sich zunehmend zu "Vorsorgemuffeln": Die Zahl der entsprechenden Untersuchungen ist von 2003 bis 2010 um 12.384 (minus 13 Prozent) zurückgegangen, berichtete am Mittwoch die Steirische Ärztekammer.
Die aktuelle Statistik des Hauptverbandes zeige, dass 11,5 Prozent der österreichischen Bevölkerung die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Dieser Prozentsatz wird durch die steirischen Zahlen noch unterboten: Hier seien es 10,2 Prozent, womit die Grüne Mark an sechster Stelle liege.
Mit der Kampagne "Bleib' gesund - mach jetzt den Check" will die Ärztekammer gegensteuern. "Je früher und je umfassender damit begonnen wird, desto größer sind die Chancen auf ein gesundes und langes Leben", betonte Präseident Wolfgang Routil.
Chronische Erkrankungen sind Hauptproblem
"In der Steiermark sind chronische Erkrankungen die Todesursache Nummer eins. 50 Prozent davon sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Anzeichen durch eine einfache Vorsorgeuntersuchung entdeckt werden kann", stellte Jörg Garzarolli, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, fest. Er empfiehlt den Check mit u.a. Bodymassindex-Bestimmung, Blutdruckmessung, Blut- und Harnuntersuchung, klinischer Untersuchung und Inspektion der Mundhöhle, Beratung hinsichtlich eines gesundheitsfördernden Lebensstils, Darmkrebsvorsorge, Sensibilisierung für die Hör- und Sehleistung bei Menschen über 65 Jahren sowie Parodontalerkrankungen.
Die Vorsorgeuntersuchung gibt es seit 1974. Sie kann von allen Österreicherinnen und Österreichern ab 18 Jahren kostenlos in Anspruch genommen werden, auch von Nichtversicherten, die in der Krankenkasse einen entsprechenden Behandlungsschein erhalten. (APA)
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In der Steiermark gibt es rund 1.000 Ärztinnen und
Ärzte, die die Vorsorgeuntersuchung anbieten: http://www.aekstmk.or.at