Unter Bedingungen

Obama offen für neue Kuba-Politik

29. September 2011, 10:52

US-Präsident fordert aber Reformen in Karibikstaat - Inselstaat solle seine Mentalität des „Kalten Kriegs" aufgeben

Washington - US-Präsident Barack Obama hat sich offen für einen neuen Kurs in seiner Kuba-Politik gezeigt. Bedingung sei aber, dass sich das Land Reformen öffne und seine Mentalität des „Kalten Kriegs" aufgebe, sagte Obama am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Internet-Diskussion mit lateinamerikanischen Journalisten. „So lange ich Präsident bin, werde ich immer bereit sein, unsere Kuba-Politik zu ändern, wenn wir eine ernsthafte Absicht seitens der kubanischen Regierung erkennen, dem Volk Freiheit zu gewähren." Kuba müsse politische Gefangene freilassen und grundlegende Menschenrechte gewährleisten.

Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez wies Obamas Angebot als überkommen zurück. Es habe immer eine tiefe Kluft gegeben, zwischen dem, was Obama sage und dem, wie er tatsächlich handle, nicht nur mit Blick auf Kuba, kritisierte Rodriguez.
Das US-Embargo gegen Kuba wurde 1960 verhängt und besteht noch heute. 2009 nahm Obama zwar einige Restriktionen zurück, das Embargo kann er aber nicht ohne die Zustimmung des Kongresses aufheben.

Kuba erlaubt Handel mit neuen Autos

Unterdessen gibt es in Kuba eine andere Änderung, auf die die Kubaner lange gewartet haben. Jetzt dürfen sie neue Autos kaufen und besitzen. Das gilt zumindest für diejenigen, die über die nötigen Dollar verfügen. Die vorrevolutionären US-Straßenkreuzer in den Gassen Havannas haben damit aber noch lange nicht ausgedient.

Der Kauf und Verkauf von Personenwagen ist Teil des Reformprogramms, mit dem Präsident Raul Castro seit dem vergangenen Jahr die Wirtschaft des Landes durch verstärkte Privatinitiativen aus der Krise führen will. Die Entscheidung über den Autohandel war seit Monaten erwartet worden und wurde am Mittwoch (Ortszeit) in der „Gaceta Oficial" veröffentlicht.

Frei ist der Autohandel aber nicht. Nur Kubaner mit Devisen, die „sie im Interesse des Staates verdient haben", dürfen alle fünf Jahre ein Auto erwerben. Für die meisten Kubaner kommt wegen Geldmangels ein Autokauf ohnehin nicht infrage. (APA)

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15 Postings
Apocalypse
04
1.10.2011, 09:40

Kuba hat Kleinunternehmertum
Liberalisierte Märkte abgesehen von den großen Anschaffungen die Staat und Staatsnaheunternehmen tätigen
Bei der Wahl stehen genug Kanditaten zur Auswahl, die sich keine Stimmen erkaufen können wie wo anders
Was will der Obama überhaupt? Soll aufhören Terror gegen Kuba zu sponsern, dann muss Kuba auch keinen einsperren.

Stalo Ramón
14
30.9.2011, 13:38

Tja, in Kuba gibt es zwar politische Gefangene, für die auch keinerlei Menschenrechte gelten, aber um die Gefangenen freizulassen müsste Kuba eine US-Militärbasis angreifen, und das würde dem Obama dann wieder nicht gefallen.

quo_vadis_austria
06
29.9.2011, 15:45

"...wenn wir eine ernsthafte Absicht seitens der kubanischen Regierung erkennen, dem Volk Freiheit zu gewähren!"

Und wie man Völkern "Freiheit" gewährt ist an den blühenden "uns das Erdöl euch das Opium"-Musterdemokratien Irak und Afghanistan eindrucksvoll ersichtlich!

Javert
07
29.9.2011, 14:02
mentalität des "kalten krieges"

es ist die amerikanische seite, die ständig diesen flair verbreitet ... siehe das amerikanische schandunternehmen paypal (ebay), das europäische händler bedroht, die kubanische waren verkaufen.

Vincent_Vega
03
29.9.2011, 13:09
"Kuba müsse politische Gefangene freilassen und grundlegende Menschenrechte gewährleisten."

ja ne klar und zwecks praktischer umsetzung
gibts gleiche eine Führung durch
Guantanamo-Bay...

manto bamminger
00
29.9.2011, 13:27
kann mir jemand erklären

wieso sich das gefangenen-lager, in guantanamo befindet, oder wieso es überhaupt eine US-Militärbasis auf Kuba gibt?
Dieses Rätsel beschäftigt mich seit langem, und ich kann keine befriedigende antwort finden

surl
 
00
29.9.2011, 14:21

ich find die erklärung in wikipedia dazu recht prägnant und verständlich: http://tinyurl.com/6gt4smu

das gefangenenlager haben sie dort wohl deshalb errichtet, weil es aufgrund der erschwerten kontrollierbarkeit wesentlich weniger probleme/widerstände beim menschenrechtebrechen gibt

Vincent_Vega
11
29.9.2011, 14:18
das gebiet wurde noch vom alten regime "verpachtet" für ca. 4000 $/jahr anno 1934

ähh ja und wie soll man die USA jetzt da wegkriegen,
wenn der vertrag nie ausläuft und die USA darauf
besteht...?

ein angriff wäre wohl selbstmord.....

kuba hat zwar immer wieder betont, dass der vertrag lt. internationalem recht ungültig ist aber wie sie sicher wissen stehen halt manche staaten über dem gesetz.....

Apocalypse
00
1.10.2011, 09:42

der Pachtvertrag ist übrigens lange schon abgelaufen und Kuba hat das Geld nie angenommen. Die "Vorgängerregierung" die verpachtete waren nur Marionetten. Kuba ist halt ein Beispiel dafür wenn man nicht nach US Pfeife tanzen will.

Dagmar Rehak Wien
 
01
29.9.2011, 23:49

Vielleicht könnte man die NATO um Hilfe bitten.

Sarah L.
 
07
29.9.2011, 13:07

"Kuba müsse politische Gefangene freilassen und grundlegende Menschenrechte gewährleisten." - soll jetzt kuba guantanamo auflösen?

Hosch mi?
00
29.9.2011, 12:36
Obama = Der Dummschwätzer

Mit Jim Carry in der Hauptrolle fand ichs noch besser :(

Erik der Rote
08
29.9.2011, 12:24

dass sich das Land Reformen öffne und seine Mentalität des „Kalten Kriegs" aufgebe

das sagt gerade Obama?
der war gut!

smuecke
09
29.9.2011, 11:22

Naja, bei den Saudis und anderen sind die USA auch nicht so kleinlich.

Pete_Seeger
12
29.9.2011, 10:57

Obama sollte besser mal für die Wahrung von Demokratie und Menschenrechten im eigenen Land sorgen - siehe Vorgehen der Polizei bei der Besetzung der Wall Street.

Link: http://roarmag.org/

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