Android: Google wirft Microsoft "Erpressung" bei Mobilfunk-Patenten vor

Internet-Konzern: Erzrivale erpresst Gewinne aus Leistung anderer und bremst Innovationstempo

Das Patentabkommen zwischen Microsoft und Samsung (der WebStandard berichtete) hat ungewöhnlich scharfe Kritik von Google ausgelöst. Der Internet-Konzern warf seinem Erzrivalen Microsoft Erpressung im Mobilfunk-Markt vor.

"Da sie es nicht schaffen, im Smartphone-Markt erfolgreich zu sein"

"Es ist die selbe Taktik, die wir immer wieder von Microsoft sehen. Da sie es nicht schaffen, im Smartphone-Markt erfolgreich zu sein, greifen sie zu rechtlichen Mitteln, um Gewinne aus der Leistung anderer zu erpressen und das Innovationstempo zu bremsen", hieß es in einer Google-Reaktion am Mittwoch.

"Bisher haben wir noch kein einziges Android-Gerät gesehen, dass nicht unsere Patente verletzen würde"

Microsoft beharrt aber auf dem Recht, sein intellektuelles Eigentum zu verteidigen. "Bisher haben wir noch kein einziges Android-Gerät gesehen, dass nicht unsere Patente verletzen würde", sagte Microsoft-Justiziar Brad Smith dem US-Blog "All Things Digital". Vielleicht sei mit dem Einlenken von Samsung eine kritische Masse erreicht, so dass andere Anbieter folgen würden.

Jetzt bekommt also Google weiterhin keine Lizenzzahlungen, wenn Samsung ein Smartphone oder Tablet mit Android baut - aber dafür der Erzrivale Microsoft. Und wahrscheinlich nicht so wenig: Drei bis zehn Dollar pro Gerät würden fällig, schätzte ein Analyst von Morgan Stanley. Hochgerechnet auf die Samsung-Marktanteile könne das Microsoft jährlich 200 bis 950 Mio. Dollar in die Kassen spülen. Wichtiger noch, die zusätzliche Gebühr nagt am Preisvorteil von Android-Telefonen - keine unwichtiges Detail, wenn Microsoft demnächst mit seinem eigenen Betriebssystem Windows auf Telefonen des neuen Partners Nokia in die Offensive geht. Bisher hängt das mobile Windows bei jämmerlichen Marktanteilen um ein Prozent fest.

Android

Zuvor hatten Microsoft und Samsung sich gegenseitig den Zugang zu ihren Patenten geöffnet. Als Teil des Deals werde Samsung Lizenzzahlungen für Smartphones und Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android leisten, betonte Microsoft. Nach dem taiwanischen Konkurrenten HTC ist Samsung bereits der zweite Android-Gerätehersteller, der ein Patentabkommen mit dem Windows-Riesen abschließt. (APA)

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