Eugen A. Russ: "In zwei Jahren ist das Web ziemlich tot"

28. September 2011, 21:20
  • "Es bleibt erst mal schwierig": Matthias Müller-Blumencron 
("Der Spiegel")
    foto: standard/newald

    "Es bleibt erst mal schwierig": Matthias Müller-Blumencron ("Der Spiegel")

  • Stefanie Hauer ("Die Zeit")
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    Stefanie Hauer ("Die Zeit")

  • Thomas Kralinger 
("Kurier")
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    Thomas Kralinger ("Kurier")

  • Eugen A. Russ (Vorarlberger Medienhaus)
    foto: standard/newald

    Eugen A. Russ (Vorarlberger Medienhaus)

  • Michael Grabner 
(Grabner Media)
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    Michael Grabner (Grabner Media)

  • Wolfgang Bretschko (Styria)
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    Wolfgang Bretschko (Styria)

Wo ein Verlag 95 Prozent der Bevölkerung erreicht, wie viel Geld "Spiegel Online" macht und wo es Mut zum Scheitern braucht

Wien - "Nicht alles, was nett aussieht, muss ein gutes Geschäft sein": Das lernte Wolfgang Bretschko mit viel Aufwand in den vergangenen zehn Jahren mit dem Versuch, die Post auszustechen. 2010 dann gab die Styria Media Group ("Kleine Zeitung", "Die Presse", "Wirtschaftsblatt") ihren Postdienst Red Mail auf.

Styria-Vorstand Bretschko schließt daraus bei den Medientagen, als es um Geschäftsfelder abseits des Verlegens geht: "Sehr genau achten, entlang von Kernkompetenzen zu diversifizieren." "Klar fokussieren, nicht alles gleichzeitig wollen." Und "noch mehr Mut, Dinge auch wieder zu beenden, wenn sie nicht funktionieren. Es ist viel leichter, etwas zu beginnen, als aufzuhören; engagieren leichter als kündigen."

Das musste er, als Postgesetz von 2010 "auf absehbare Zeit keine Liberalisierung des Marktes und keine Nischen" brachte. Medienberater Michael Grabner, für Holtzbrinck in Deutschland aktiv: "In Österreich sind die Rahmenbedingungen durch die Doppelbesetzung mit Post und (ihrer Tochter) Feibra etwas schwierigere. Das gleiche Modell in Deutschland würde zur kartellrechtlichen Schließung sämtlicher Postgebäude führen. Aber in Österreich ist das eben ein wenig anders."

Zum "Mut zum Scheitern" hat auch "Kurier"- und Mediaprint-Geschäftsführer Thomas Kralinger etwas zu sagen: Dieses Risiko "muss man in Kauf nehmen", wo sich Medien wie "keine andere Branche in den letzten Jahren derartig neue Wege erschlossen haben, ihre Produkte zu verbreiten".

Welt macht mobil

Schon ist das Podium bei bezahlten Web-Inhalten, bei mobiler Nutzung und beim iPad, allesamt große Hoffnungen von Medien. "Rund 1000 Zeitungen" verkauft der "Kurier" laut Kralinger pro Monat über Apples Wunderflunder.

Zur Generalmobilmachung rüstet Eugen A. Russ, Chef des Vorarlberger Medienhauses. "Weil die Welt hinmigriert zu Mobile", also zu mobiler Mediennutzung über iPhone und andere smarte Geräte, sieht er die Branche vor einer ähnlichen Zäsur wie in den Neunzigerjahren, als das Internet rief. Russ zur nächsten, mobilen Zäsur: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in zwei Jahren das Web ziemlich tot ist, spätestens in drei Jahren. " Mobil könne man mit News alleine eher einpacken.

Nachrichten machten dort nur "zehn Prozent dessen aus, was die Menschen wollen", sagt Russ. 90 Prozent wären "reine Services": "Wo isst man am besten? Wo steht die nächste Radarfalle? Wo gibt's ein Verkehrsproblem? Wie hoch liegt wo Schnee? Wie wird das Wetter in der nächsten halben Stunde oder im Skigebiet?"

Und doch sieht Russ "keinen großen Pessimismus für Print". Aus einer kommoden Perspektive: Mit seinen Printprodukten erreicht er jede Woche 95 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, 97 Prozent junger Menschen dort, rechnet er vor.

Nicht die einzige numerischen Einsicht dieser Debatte:

  • "Die Zeit" zum Beispiel setzt 111 Millionen Euro mit Wochenzeitung und Magazinbeilage um, 33 Millionen mit Zusatzgeschäften wie Konferenzen, Reisen oder Zeit Akademie, berichtete Verlagsleiterin Stefanie Hauser.
  • "Spiegel Online" setzt laut "Spiegel"-Chefredakteur Matthias Müller-Blumencron im Jahr rund 25 Millionen Euro mit Werbung um und beschäftigt 150 Mitarbeiter, woraus Medienberater Grabner gleich etwa 70 Prozent Personalkostenanteil überschlägt.
  • Das "Wirtschaftsblatt" schrieb 2005 4,7 Millionen Euro Verlust bei rund 18 Millionen Umsatz, berichtet Hans Gasser, der die Geschäfte dort seit 2006 führt. Heuer hofft er, auch mit digitalen Medien den Breakeven zu schaffen.

Dafür liefert "Zeit"-Managerin Hauer ein Schlusswort: "Es bleibt erst mal schwierig. Aber es entwickelt sich." (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2011)

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Eugen A. Russ: "In zwei Jahren ist das Web ziemlich tot"

Wer gibt DENEN eine Plattform?

Das ist doch der Verlag, der Ende der 90er Jahre "nasenrümpfend" den Mac Geräten adios gesagt hat, und im großen Umfang auf Windows XP umgestiegen ist ... und heute wieder zurück gekrochen ist ...

Herr Russ hat gerade 147 Leute entlassen

Wenn das Web in 2-3 Jahren tot sein soll, warum hat Herr Russ denn am Montag 147 Mitarbeiter des Print-Bereichs des deutschen Quoka-Verlags (100% Tochter des Vorarlberger Medienhauses) zugunsten einer ausschließlichen Orientierung auf das Internet entlassen.

Die restlichen 42 Mitarbeiter im Online-Bereich können dann wohl auch in 2-3 Jahren mit einer Kündigung rechnen...

Zombies! Ich pisch mich gleich an...

"In zwei Jahren ist das Web ziemlich tot"

"I see little commercial potential for the Internet for at least 10 years" sagte Bill Gates im Jahr 1994.

"There is no reason for any individual to have a computer in his home", sagte Ken Olsen 1977.

Wenn Ken Olsen und Bill Gates bei IT-Prognosen schon danebengreifen, warum sollten wir Russ glauben?

Es ist das Privileg von gut bezahlten Mangerquatschern, …

… alles Mögliche von sich zu geben, ohne das ihre Kompetenz jemals ernsthaft in Frage gestellt wird. Die sind total beratungsresistent weil sie ja keine Kritik zu befürchten haben.

Ich habe bis ins Jahr 2000 in der "Branche" gearbeitet und genau die gleichen Betonschädel haben sich mit aller Kraft gegen jede neue Idee gestemmt, schlicht weil sie den Nutzen nicht gesehen haben. Und jetzt zahlt es sich also gar nicht mehr aus? Ist auch eine Logik!

Bretschko redet sich die Welt schön.

RedMail wurde mit dem Ziel gestartet in Styrialand eine private Briefzustellung zu initiieren. Alle lieben Verleger-Kollegen mischten kräftig mit, bis das oberste Gericht erkannte, dass die Hauseigentümer nicht gezwungen werden können auf eigene Kosten Brieffachanlagen zu installieren, damit Verleger-Post möglichst billig davon kommt. Das war der wahre Grund warum das eingestellt wurde.

Die Produkte des Russ´schen Medienimperiums

zeugen von jahrzehntelanger Verhaberung von (schwarzer)inzestiöser Politik, neureichem Geldadel und geistigem Niedergang in den sogenannten Führungsetagen. Der Besuch eines RussEvent wird sie überzeugen - Selbstbeweihräucherung der Geld-Macht-MedienMaschine

Selbstdarstellende Egcsberden.

Erinnert an den komödiantischen Spass des "Traders" bei der BBC vor ein paar Tagen :) nur ein bissi verschlafener und viel zu uninterssant.

nur mit dem unterschied dass man auf iphone und co

mit werbung genau nix reissen wird! apps mit lästiger werbung werden sofort deinstalliert. bezahlapps dürfen sowieso per se keine werbung enthalten. werbung aum klitzekleinen iphone ist sowieso per se ur klein und daher sinnlos. das internet (mit browser) wird sogar verstärkt genutzt werden. z.b. am 2-meter-plasma-tv im wohnzimmer.

wenn er damit internet in seiner heute genutzten form meint

- also alles in einem topf, zum rausessen besteck bitte nach vorlieben selber wählen - dann kann man ihm nur zustimmen. das wirds nicht mehr lange geben. es gibt ein zu viel an information/en, die für den einzelnen kaum noch zu bewältigen sind. daher wurden und werden ja auch bücher geschrieben.

neue interfaces für ganz bestimmte inhalte werden kommen.

der wort internet gibts ja eigentlich nur noch als überbegriff von stick/modem/handy und für leute, die schon davon gehört haben.

Trotzdem wird die jetzige Form nicht einfach aufhören zu existieren.
Dieses Überangebot ist genau das was die Menschen suchen. Warum gibt es beim Sat noch immer 5000 Programme die man empfangen kann...wer braucht das schon...
und da kann nicht einmal jeder anbieten.

fernsehen ist ein unverrückbares medium seit einführung, ausschließlich passiv für bestimmte interessen zu bestimmten zeiten zu nutzen. einziger fortschritt: die qualität in der übertragungs- und anzeigetechnik. also ganz andere baustelle.

natürlich werden daten weiterhin über glasfaser- und sonstige leitungen übertragen und auf servern abrufbar sein, wenn man sie dorthin legt. und damit bin ich jetzt wieder am anfang meines ersten postings. google geht da schon in eine interessante richtung.

Printmedien sind Tot,sie wissen es nur noch nicht.

Wahnsinn

Die Medienbranche muss echt ein Freudenbringer sein, so glücklich, wie die Damen und Herrn auf den Bildern alle dreinschaun.

vol.at wird hoffentlich tot sein. Der allergrösste Schmarren, den es online gibt !

Zwingt dich eh keiner zum Hinsurfen. Aber das wäre fader als sich zu wünschen, dass ein erfolgreiches Unternehmen eingeht und die Leute dort ihren Job verlieren.

das problem ist dass die umwelt täglich hinsurft und den müll dort ernst nimmt.

der herr scheint nicht zu wissen

daß das internet das medium ist und mobile geräte nur ein anzeigemedium für aus dem internet geholte inhalte sind.

wenn das internet in 2-3 jahren tot wäre, dann wären auch die mobilen geräte tot.

Danke für die Erklärung, jetzt versteh ich erst, was Herr Russ sagen wollte. Ich rätselte schon, wie er darauf kommt, das Internet wäre in 2 Jahren tot...

Aus der Hüfte geschossen

Das web ist in 2-3 Jahren tot... Ah ja?! Und was wäre die Alternative? Totgesagte leben länger, trifft zum Glück auch für das gute, alte Buch zu :-)

Danke Herr Fiedler!

Für die freie Meinung für freie Leser! Weiter so!

wo habts die denn ausgegraben?

Wenn man keine Ahnung hat...

die meistgenutzte Anwendung auf jedem Tablet dürfte der Browser sein - mobil und trotzdem fast die Möglichkeiten eines Desktopbrowsers. Und selbst bei Smartphones ist inzwischen die Desktopvariante eher genutzt als die Mobilvarianten, von Apps außer von sehr speziellen, eng fokussierten Anwendungen (Fahrplan, Wetter) ganz abgesehen.

das interessante steht zwischen den zeilen: dass auch spiegel online nur über Werbung geld machen kann. Was dazu führt, daß Kunden natürlich auf redaktionelle Inhalte Einfluss nehmen. siehe Standard. siehe Krone. siehe...
Aber eine unabhängige Presse ist eh (fast) jedem wurscht.

Wie wäre es mit einer Uhr mit Countdown zum Thema: ''Web in 2-3 Jahren tot!''

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