In Deutschland gibt es Schulen mit Türkisch-Unterricht
Türkische Schulen gibt es in Deutschland nicht nur in der Hauptstadt Berlin, sondern auch in Paderborn, Hannover, Stuttgart, Mannheim und Köln. Wobei "türkische Schule" für viele ein wenig irreführend ist. Damit ist nämlich nicht gemeint, dass der Unterricht in diesen Bildungseinrichtungen ausschließlich in türkischer Sprache erfolgt oder die Schulen nach türkischen Recht funktionieren.
Im Gegenteil: Türkisch ist zwar Pflichtfach, der Unterricht wird aber in deutscher Sprache abgehalten. Denn in einem sind sich die Träger der Schulen einig: Bloß türkisch zu sprechen wäre der Integration nicht förderlich, man würde die Abschottung der Schüler fördern.
Die betreffenden Schulen sind Privatschulen, werden aber von den Kultusministerin der Länder als sogenannte Ersatzschulen anerkannt. Das bedeutet: Sie bekommen staatliche Förderungen, und die Matura wird als Voraussetzung für ein Universitätsstudium anerkannt.
Die "türkischen Schulen" sind bei weitem nicht nur Migrantenkindern vorbehalten, es werden auch deutsche Kinder aufgenommen. Allerdings bilden diese dort nur eine Minderheit. "Meistens besuchen Schüler diese Einrichtungen, die türkische Eltern oder sonst sehr enge Beziehungen zur Türkei haben", heißt es in der türkischen Botschaft in Berlin.
Vor drei Jahren warb der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan bei einem Deutschland-Besuch dafür, tatsächlich türkische Gymnasien in Deutschland zu gründen - Einrichtungen also, in denen der Unterricht auf Türkisch stattfindet. Er erklärte, die Türkei könne dafür auch Lehrer nach Deutschland schicken. Der Vorschlag stieß in Deutschland jedoch auf Ablehnung. (bau, DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2011)