Idee einer türkischen Schule wird in Rum abgelehnt
Offiziell sei beim Landesschulrat Tirol bis jetzt noch kein Ansuchen zur Errichtung eines türkisch-deutschsprachigen Gymnasiums eingelangt, erklärt Sprecher Andreas Pirkl. Von diesen Schulplänen und auch von der Ablehnung eines möglichen Schulstandortes an der Bundesstraße bei Rum habe man aus den Medien erfahren: "Grundsätzlich kann aber jeder Mensch eine Schule aufmachen, das steht im Privatschulgesetz", sagt Pirkl: Nach einem Antrag würden die Rahmenbedingungen geprüft, vom Landesschulrat und vom Ministerium.
Reflexartig hatte es nach Bekanntwerden der Privatschulpläne Anfang September Absagen gehagelt. Der Bürgermeister der Gemeinde Rum, Edgar Kopp (SP), hatte erklärt, grundsätzlich gegen Privatschulen, nicht im Speziellen gegen türkisch-deutschsprachige, zu sein. Worauf die grüne Landessprecherin Ingrid Felipe, selbst Gemeinderätin in Rum, auf derStandard.at genauer ausführte: Das Gebäude, das umgewidmet werden sollte, liege in einem Gewerbegebiet ohne Grünflächen und sei für einen Schulbetrieb gänzlich ungeeignet. Außerdem wolle die Gemeinde ihren Schulauftrag öffentlich erfüllen, nicht privat.
Gegen eine türkisch-deutschsprachige Privatschule sind die Grünen jedoch nicht grundsätzlich. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssten jedoch eingehalten werden. Vor "Isolation" und der "Errichtung von Parallelgesellschaften" warnten Landesschulratspräsident Hans Lintner (VP) und Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP). Die türkischen Unternehmer wollen jedenfalls weiterhin ihre Privatschule. Erst soll jedoch ein Standort gefunden werden, dann werde ein Schulverein gegründet und das Projekt eingereicht. (ver, DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2011)