Zwei Professuren am MedAustron eingerichtet

28. September 2011, 14:21

Die Bereiche sind medizinische Strahlenphysik und Beschleunigungsphysik

St. Pölten/Wiener Neustadt - Das MedAustron-Projekt in Wiener Neustadt erhält zusätzliche wissenschaftliche Unterstützung: Die Technische Universität (TU) Wien wird am künftigen Zentrum für Forschung und Therapie mit Ionenstrahlung zur Behandlung von Krebs zwei Professuren einrichten. Für die dauerhafte "professionelle Begleitung" werden ein Wissenschafter für medizinische Strahlenphysik und ein Beschleunigungsphysiker die Arbeit in Wiener Neustadt aufnehmen, teilten LH Erwin Pröll und TU-Rektor Peter Skalicky bei der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch in St. Pölten mit.

Die Kosten für die Professuren werden jeweils zur Hälfte von der TU und vom Land NÖ - laut Pröll kommen jährlich rund 400.000 Euro vom Land - getragen. In der Errichtungs- und Betriebsgesellschaft MedAustron sollen die beiden Wissenschafter Leitungsfunktionen übernehmen. Die Besetzung der beiden Posten erfolge nach internationaler Ausschreibung, erklärte Skalicky: "Es gibt Experten auf dem Gebiet, die werden sich hoffentlich bewerben".

"Höchstwillkommene Herausforderung"

"Ein solcher Beschleuniger ist ja kein trivialer Apparat", so der Rektor. Um ihn zu betreiben, benötige es hoch qualifiziertes Personal. Die nicht-klinische Forschung im Sinne einer Weiterentwicklung durch Physiker werde dann nach Ende der Patientenbehandlung in den Abend- und Nachtstunden erfolgen, erläuterte er die Notwendigkeit der Professuren. Für die TU sei diese Kooperation jedenfalls eine "höchstwillkommene Herausforderung und Weiterentwicklung unseres Portfolios".

Der Bau - Grundsteinlegung war im vergangenen März - sei indes "gut am Weg" und "voll im Zeitplan", sagte Pröll. 30 Mio. von den 200 Mio. Euro Gesamtkosten seien bereits "verbaut". Die Fertigstellung des Rohbaus sei etwa für Weihnachten geplant, die Fertigstellung des Gebäudes im September 2012. Danach werde man mit der Einrichtung beginnen, im Frühjahr 2013 soll dann der Probebetrieb aufgenommen werden. Die ersten Patienten dürften dann 2015 im MedAustron behandelt werden. Geplant seien jährlich rund 24.000 Bestrahlungseinheiten an etwa 1.200 Patienten. (APA)

yomellamo
00
28.9.2011, 21:06
an die cern-gegner und alle anderen Grundlagen-forschungs-gegner

Ohne Grundlagenforschung in Sachen teilchenphysik, zu dessen Zweck man Beschleuniger gebaut hat und baut wäre auch niemand auf die Idee gekommen das in der Medizin einzusetzen. Erst durch die genaue Erforschung der Wirkung von Teilchen auf Materie hat das ermöglicht.

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