Starkes Wachstum nach Studiengebühren-bedingtem Einbruch geht vor allem auf starkes Plus bei ausländischen Studenten zurück
Wien - Am 1. Oktober beginnt an den Universitäten das neue Studienjahr und es wird - nicht zuletzt aufgrund der Situation in Deutschland mit Aussetzung der Wehrpflicht und doppelten Maturajahrgängen in Bayern und Niedersachsen - mit einem neuerlichen Studentenansturm gerechnet. Seit 1970 hat sich laut Daten von Statistik Austria die Zahl der ordentlichen Studenten an den heimischen Unis von 53.152 auf 265.030 (2010/11) verfünffacht (plus 398 Prozent).
Studiengebühren
Die Kurve der Studentenzahlen zeigt kontinuierlich nach oben - mit einer Ausnahme: 2001 kam es nach Einführung der Studiengebühren zu einem massiven Rückgang von 228.000 auf 183.000 Studenten - ein Minus, das in den Jahren darauf allerdings rasch wieder wettgemacht wurde.
Das starke Wachstum im vergangenen Jahrzehnt geht aber vor allem auf die ausländischen Studierenden zurück: Seit dem Studiengebühren-bedingten Einbruch ist die Zahl der inländischen ordentlichen Studierenden nur um 4,4 Prozent gestiegen (2000: 197.271; 2010: 205.972), jene der ausländischen Studierenden hat sich dagegen nahezu verdoppelt, von 30.677 auf 59.058, ein Plus von 92,5 Prozent.
Die Zahl der ausländischen Studierenden ist in den vergangenen vier Jahrzehnten stark gestiegen: Kamen 1970 noch 8.573 Studenten aus dem Ausland, waren es 2010/11 schon fast siebenmal so viele, konkret 59.058.
Mehr Frauen
Massiv verändert hat sich das Geschlechterverhältnis unter den Studierenden: War Anfang der 1970 Jahre nur jeder vierte Studierende weiblich (24,9 Prozent), betrug der Frauenanteil 40 Jahre später bereits 53,6 Prozent.
Entsprechend der Entwicklung der Studentenzahlen ist auch die Zahl der Studienabschlüsse gestiegen, und zwar von 4.921 im Jahr 1971 auf 22.978 im Jahr 2009/10 (inländische ordentliche Hörer). Wobei die Absolventenzahl in den letzten beiden Jahren mit verfügbaren Daten stagnierte (2008/09: 22.924; 2009/10: 22.978). (APA)