Shaolinmönche und Euro-Rettungspläne bei BZÖ-Klausur

Josef Bucher drängt im burgenländischen Stegersbach auf Zweiteilung der Eurozone und Neugründung der EU

Stegersbach - Der BZÖ-Parlamentsklub hat am Mittwochmorgen seine zweitägige Klausur im burgenländischen Stegersbach begonnen. Im Zentrum steht dabei das Thema Finanzen. Inspiriert vom Geiste der Shaolinmönche im Wellnesshotel werden die Abgeordneten den Plan von Klubchef Josef Bucher zur "Geldrettung" diskutieren. Am Donnerstag stehen dann die "exorbitanten Gebührenerhöhungen" auf dem Programm, so Bucher.

Nach einer Begrüßung durch die ganz in orange gekleideten Shaolinmönche startete das Klausurprogramm. Als Gastreferent war Prof. Philipp Bagus vom Institut für Volkswirtschaftslehre an der Madrider König-Juan-Carlos-Universität geladen. Der Titel seines Vortrages lautete "Die Tragödie des Euro. Ein System zerstört sich selbst". Am Mittwochnachmittag ist ein Betriebsbesuch bei Wolf Nudeln in Güssing geplant. Zum Abschluss der Klausur am Donnerstag lädt das Bündnis zu einer Pressekonferenz: "Der Gebührenwahnsinn und Aktuelles".

Zweiteilung und Neugründung

Bucher hat auf die Zweiteilung der Eurozone sowie einer Neugründung der Europäischen Union gedrängt. Dies sind zwei Maßnahmen aus seinem Fünf-Punkte-Plan zur "Geldrettung", die er bei der Klubklausur in Stegersbach vorgestellt hat. Weiters pocht er auf eine Volksabstimmung über den Euro-Rettungsschirm. Die Währungsunion soll in zwei Zonen - eine für den starken Norden, eine für den schwachen Süden - geteilt werden. "Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht", stellte Bucher fest.

Weiters soll die EU sich selbst neu gründen und ihre Aufgaben sowie die der Nationalstaaten neu definieren. Ebenfalls brauche es klare Spielregeln für den Finanzmarkt. Auch wenn er grundsätzlich gegen neue Steuern sei: "Wir brauchen eine Spekulationssteuer. Da haben wir ein Instrument, ein Regulativ, um den Finanzmarkt zu stabilisieren", meinte der Klubchef. 

Flat Tax

Bucher bekräftigte auch die langjährige Forderungen nach einer Flat Tax, dies würde eine "radikale Verwaltungsvereinfachung" bringen, sowie einer Schuldenbremse. "Ich glaube, dass kein Weg daran vorbeiführt. Wir müssen unsere Schulden in den Griff kriegen", so der Bündnisobmann. Bucher kritisierte den für Freitag geplanten Beschluss über die Aufstockung der österreichischen Haftungen für den Euro-Rettungsschirm: "Diese Bundesregierung trifft folgenschwere Entscheidungen, die uns alle teuer zu stehen kommen werden." Er pochte deshalb auf eine Volksabstimmung und kritisierte hier auch die Grünen, mit deren Hilfe die Regierungsparteien die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreichen. "Die Wut steht einem im Gesicht, wenn man sieht, mit welcher Kaltschnäuzigkeit und Hemmungslosigkeit das Geld beim Fenster rausgeworfen wird. Es ist das Geld, das wir nicht haben."

Bucher rechnet als Folge mit einer "enormen Teuerungswelle": "Die Inflation wird angeheizt, das ist ein Naturgesetz, da gibt es gar keine andere Alternative." Die Entscheidung am Freitag will das Bündnis unterbinden, sonst "wird das schwere Folgen für die Bonität" haben, erwartet der Klubobmann eine Herabstufung Österreichs: "Wir werden das Triple A verlieren, wenn wir so weitermachen." (APA)

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