Kimberger: Für verhaltensauffällige Schüler - Nachsitzen, "Time-out-Klassen" und Sozialdienst
Wien - "Mehr Durchgriffsrechte" bei schwierigen und verhaltensauffälligen Schülern fordert Pflichtschullehrer-Vertreter Paul Kimberger (FCG) von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) als Folge des heute, Mittwoch, in Linz startenden Prozesses eines Siebenjährigen gegen seinen Direktor. Dafür, dass dieser den Volksschüler nach Provokation tätlich angegriffen haben soll, hat Kimberger zwar "null Verständnis". Von Lehrern werde jedoch zunehmend verlangt, Kinder zu erziehen und Grenzen zu setzen, während das "Werkzeug für Konsequenzen, wenn diese Grenzen überschritten werden", fehlt, so der Gewerkschafter in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Mittwochausgabe).
Nachsitzen und Sozialdienst
Konkret fordert Kimberger die Wiedereinführung von Erziehungsmitteln wie Nachsitzen, wenn Schüler Aufgaben mehrfach nicht erledigen, sowie einer Verhaltensnote in den Abschlussklassen. Als Folge von Vandalismus sollten Schüler zu Sozialdienst verpflichtet werden, nach Stören des Unterrichts in "Time-out-Klassen" von Sonderpädagogen oder Schulpsychologen betreut werden. Kimberger sieht in "drei bis fünf Prozent" der Schüler und Eltern Problemfälle, "die immer größere Schwierigkeiten" machen.
Ein Sprecher des Unterrichtsministeriums sieht laut "Oberösterreichischen Nachrichten" keine Notwendigkeit für zusätzliche Erziehungsmittel. Mit den von jeder Schule autonom abgeschlossenen Verhaltensvereinbarungen seien laut Experten "ausreichend Möglichkeiten gegeben". Die sind für Kimberger jedoch wirkungslos: Ein Vertrag, der nur von einer Seite eingehalten wird, bringe nichts. (APA)