Gefährlicher Gasrausch vor Zypern

Markus Bernath und Gianluca Wallisch, 27. September 2011, 18:49
  • Das türkische Explorationsschiff Piri Reis beim Verlassen des Hafens von Izmir.
    foto: epa/mehmet ozdogru/anatolian agency

    Das türkische Explorationsschiff Piri Reis beim Verlassen des Hafens von Izmir.

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Im östlichen Mittelmeer hat das Rennen um die Gasfelder begonnen - Vor Zypern bahnt sich dabei ein gefährlicher Konflikt an: Die Türkei will auch in der zyprischen Wirtschaftszone nach Gas suchen und fährt Kriegsschiffe auf

Mit 10,3 Knoten in der Stunde dampfte die Piri Reis am Dienstag um die Nordspitze Zyperns herum auf die neue Bohrinsel der griechischen Zyprioten zu. "Hoffentlich müssen wir nicht zu den Waffen greifen", raunte in Ankara der stellvertretende türkische Premier Bülent Arinc. Weil die griechischen Zyprioten seit einer Woche nach Gas bohren, haben nun auch die Türken ein Erkundungsschiff losgeschickt und halten die Kriegsflotte bereit. "Das internationale Recht gibt uns dazu die Erlaubnis", behauptete Arinc. Zwei Staaten im Gasrausch.

Auf einer 1000 Kilometer langen Strecke wollen die türkischen Forscher mit einem Kabel, das seismische Signale aussendet, den Meeresboden vor Zypern erkunden. Die Arbeit geht ohne Unterbrechung 24 Stunden am Tag voran, erklärte der Kapitän der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Und die Stimmung an Bord sei gut.

Es soll Reserven für 100 Jahre geben, posaunte Dervis Eroglu, der Führer der türkischen Zyprer. In New York, am Rand der UN-Generalversammlung, unterschrieb er vergangene Woche ein Abkommen mit dem türkischen Premier Tayyip Erdogan. Es regelt die Abgrenzung des türkischen Festlandsockels und gibt der türkischen Erdölgesellschaft TPAO die Lizenz zur Ausbeutung von Rohstoffvorkommen. Rechtliche Bindung hat das Abkommen keine. Nur Ankara erkennt die "Türkische Republik Nordzypern" an, die 1983, neun Jahre nach der Invasion durch die türkische Armee, ausgerufen wurde. Doch der Konflikt um das Gas und Öl zwischen der Türkei und dem EU-Mitglied Zypern ist sehr real und nur ein Teil des Streits um Rohstoffe im östlichen Mittelmeer.

283 Milliarden Kubikmeter Erdgas könnte der Block 12 enthalten, den der US-Konzern Noble derzeit für die zypriotische Regierung erkundet. Israelische Gesellschaften haben sich 30 Prozent Anteile für den Fall der Ausbeutung gesichert. Denn Noble bohrt schon im benachbarten, noch viel größeren israelischen Gasfeld Leviathan.

Die Türkei verknüpfe einfach die Frage der Gasbohrungen mit den innerzyprischen Gesprächen und behaupte, die Gasförderung sprenge die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung, stellte ein EU-Diplomat in Nikosia im Gespräch mit dem Standard fest. "Doch es stand immer außer Frage, dass der Wohlstand durch Energiefunde allen zufließt. Die türkischen Zyprer werden nicht übervorteilt." Griechenlands Premier Giorgos Papandreou griff am Montag zum Telefon und rief Erdogan zur Ruhe auf. Der hatte die Gasbohrungen eine "Verrücktheit" genannt.

"Problem importiert"

Die EU drohe nun in den Konflikt mit hineingezogen zu werden, meinte der Exvorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im türkischen Parlament, Suat Kiniklioglu, bei einer Diskussionsveranstaltung in Wien. Die Aufnahme Zyperns in die EU ohne eine vorherige Lösung der Zypernfrage sei letztlich auch aus diesem Grund ein Fehler gewesen, "weil man so ein externes Problem nach Europa importiert hat". (Markus Bernath und Gianluca Wallisch, STANDARD-Printausgabe, 28.9.2011)

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die griechen können höchstens ihren nase bohren

die Griechen haben da in ein türkisches Insel nichts zu bohren ... die haben dieses recht nicht .. sie können höchstens ihren Nase bohren MEHR WIRD VON TÜRKEI NICHT ERLAUBT .... ich hoffe wir verstehen uns .. sonst holen wir das ganze Insel DAUERT NUR ein paar Stunden

gefährlich ist nur der erdogan, alles andere verläuft friedlich

Erdogan ist selbstbewußt und läßt sich nicht gern ver*rschen, alle anderen jahrelangen Heuchler wundern sich nun und beharren krampfhaft auf ihre eigene arrogante Position.

erdogan hat die realität verloren

Der Mann Erdogan hat absolut als erstes "eine verschobene SELBST UND FREMDWAHRNEHMUNG, dazu kommt das er sich in eine Position sieht in der er garnicht ist,man könnte sagen Realitätsverlust.

Er ist gefährlich den er könnte mit seine Politik viele türke,in dem fall eigene Landsleute den tot bringen, den ich weis nicht ob das noch was übrig bleibt was türkei heute heißt wenn er sich mit zypern,hellas,israel,russland usw. anlegt,er kann nicht mal das kurdenproblem lösen.

agesehen davon hat er kein recht nach gas um zypern zu suchen den nordzyp.gibt es eigendlich garnicht da es von kein land der welt anerkannt wurde.
Erdogan könnte bald auch in DenHague sitzen,selbstbewusst ist aber was anderes,was erdogan macht ist masche verkaufen.

ist schon komisch, ich habe drei mal versucht grün zu geben, irgentwie funktioniert dies hier nicht mehr!

der türkische außenminister hat klar gesagt, was er von einem eu beitritt hält:

nämlich nichts (mehr). gleichzeitig verstärkt die türkei die allianzen mit den arabischen staaten. es ist alles so durchsichtig!

nur daß herr erdogan vergisst, daß die türken in den arabischen staaten kein hohes ansehen genießen..
genauso wird es werden wie damals im falle spaniens, als ein nationalistischer premier aznar spanien in seiner wichtigkeit überbewertete und alles mögliche tat, jetzt ist spanien am boden. der türkei wird´s genauso gehen, sobald wichtige handlespartner erstmal entgültig vergrault sind..
(und wie gesagt die araber wollen die türken nicht)

mfg

War mal vor 30 Jahren vielleicht..

Aber all meine arabischen Freunde ob aus Nord-Afrika oder Naher-Osten, sind begeistert von der heutigen Türkei.
In ihren Ländern ist die Türkei im Moment der Renner.
Auch Türkische Soap,s sind sehr sehr beliebt und deswegen auch ein grosser Ansturm Arabischer Touristen in Türkischen Grossstädten wie Istanbul!

Erst informieren,dann posten!!

ihren letzten satz sollten sie auch selber beherzigen!

Die Araber wollen angeblich die Türken nicht?

Klar, darum jubeln sie auch den Türken so zu - und eben nicht den Europäern oder Israelis.

sie jubeln nicht den türken zu, sondern einem populistischen politiker - das ist der feine unterschied!

sagt einfach danke, dass israel Gas gefunden hat.

hätte israel den gas nicht entdeckt, so wären Türkei und Libanon und Palestinenser die nächsten 500 Jahre nicht draufgekommen.

DANKE SAGEN FÜR DIEBSTAHL?

Nö.

Haben Sie auch die Karte angesehen ? Und sprechen doch von Diebstahl ?

und wiedereinmal lassen sich staaten vor die karren der erdölmultis spannen

muuuuuh

staaten bestehen aus menschen. menschen drehen gerne die heizung auf oder fahren auto. ich nehme mal an, auch sie sind so ein mensch. woher glauben sie kommt das öl/gas?

Die heute übliche Reaktion

bei solchen Konflikten sind Wirtschaftssanktionen.
Im Falle TR ist da nur das Problem, dass man damit am meisten Firmen aus dem EU Raum selbst schaden würde, denn dort wo es in der Türkei wettbewebsfähige Firmen gibt, steckt Kapital von europäischen Firmen drinnen.

Kurzfristig würde das also der EU nichts bringen. mittelfristig schon, weil man sich hierorts überlegen wird, noch weiter in der TR zu investieren.

Aber solche Potentaten wie einem Erdogan ist eine mittelfristige Perspektive so was von gleich, er sucht den kurzfrisigen (Schein) Erfolg. Gerade deshalb ist die Reaktion der EU schwer abzuschätzen. Wäre die USA der Konfliktpartner, würden sie versuchen die türkische Regierung zu destabilisieren, aber die Eier hat die EU nicht.

Erinnern sie sich noch an die Sätze von Erdogan in der BRD.

Assimilation ist ein verbrechen und...das war nur ein vorgeschamack und zeigefinger, was passieren wird, wenn Terroristenunterstützung und andere destabilisierungsfaktoren gegen die Türken versucht werden. Es ist also bei weitem nicht so, dass die Eu es nicht versucht hat oder es weitehin vesucht. Die PKK Unterstützung im EU Raum ist kaum übersehbar. Die Retourkutsche wurde nur diesmal leicht angedeutet und stellt einen unkalkullierbaren Faktor da. Bin gespannt, wann Erdogan den Startschuss für die Unterdrückten Türken in der EU gibt und welche Methoden er den in der Eu lebenden Türken empfiehlt um ihr Rechte durchzusetzen.

Definitiv betroffen von der Destabilisierung wären dann D, Be, Fr, NL, Dän, AT.

Im Falle der Türkei

braucht es nur ein wenig Geduld um abzuwarten bis die dortige Kreditblase platzt.

die bankenreform nach 2001 lässt ihre vermutungen und hoffnungen eher schmelzen. hinter den meisten krediten stecken werte und stark sinkende immobilenpreise sind in den nächsten 20 Jahren nicht zu erwarten.

Kurz, banken sind solide momentan noch solide. Obwohl die Verbraucherkredite stark gestiegen sind und kreditkarten am dampfen ist noch genug puffer vorhanden.

der wertverlust der tl und das extreme handelsdefizit könnte die türkei in devisen schwierigkeiten bringen. Strukturelle probleme in der energiewirtschaft und zu geringe eigenproduktion langfristiger konsumgüter und maschienen sind momentan das größte problem. die tl könnte weiter enorm an wert verlieren, gegenüber devisen der importländer der türkei.

Nun ja

ich halte mich lieber an Aussagen von Freunden von mir, von denen einer im Vorstand einer der größten Banken in der Türkei sitzt, der genau dieses Platzen der Blase erwartet.
Konkret meint er, daß die Haushalte wegen der vielen Kreditkarten massiv überschuldet sind in absehbarer Zeit dieses Problem zu einem Einbruch des Privatkonsums führen wird.
Gleichzeitig wird dann auch der Immobilienmarkt Probleme bekommen, wenn die Preise sinken und die Immobilie als Eigenbesicherung nicht mehr funktionieren wird, und dieses den Markt, wie in den USA, massiv schädigen.
Aber vermutlich hat der Mann keine Ahnung, der sitzt ja nicht als Poster beim Standard sonder ist ja "nur" im Vorstand einer Bank in der Türkei.
Kein Grund ihm zu glauben.

"Aber vermutlich hat der Mann keine Ahnung, der sitzt ja nicht als Poster beim Standard sonder ist ja "nur" im Vorstand einer Bank in der Türkei.
Kein Grund ihm zu glauben."

Na wenn die Bankster in den Vorstandsetagen in den letzten Jahren etwas ausführlich bewiesen haben, dann ist das, dass sie wirklich nicht allzu viel Ahnung haben. Diese Herren haben durch ihre Inkompetenz die Finanzkrise herbeigeführt.

die türkei hat grade mal 20 mio haushalte, dies wird sich in den nähsten 20 jahren verdoppeln. zudem sind 47% der häuser sanierungsbedürftig bzw. kaum noch bewohnbar. sie können sich dann ausmalen wie sich die immobilenpreise troz kriese entwickeln werden.

die private verschuldung ist hoch, aber längst nicht so hoch, dass man sich sorgen machen muss. aber ich bin ja nur ein standard poster und kein hohangesehener vorstandsvorsitzender einer der größten banken in der türkei die ja noch nie daneben gelegen haben und nie zahlungsunfähig waren (2001).

sie können sich dann ausmalen wie sich die immobilenpreise troz kriese entwickeln werden.

Das Problem liegt in der Finanzierung, wenn die nicht rückgeführt werden kann, platzt die Blase.
Das zeigt sich gerade in Griechenland.
Und genau davor hat mein Freund gewarnt.

Man kann sagen was man will..

"Die Aufnahme Zyperns in die EU ohne eine vorherige Lösung der Zypernfrage sei letztlich auch aus diesem Grund ein Fehler gewesen, "weil man so ein externes Problem nach Europa importiert hat". "

Ein Land in die EU aufzunehmen, das eine innere politische Spaltung erlitten hat, quasi aus zwei Teilstaaten besteht und diese Probleme nicht gelöst hat war tatsächlich ein Fehler.

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