Gaspipeline

Britische BP plant Konkurrenzröhre zu Nabucco

27. September 2011, 17:59

London/Wien - Das Gaspipeline-Projekt Nabucco unter Federführung der OMV bekommt beim Wettrennen um die Gasquellen in der kaspischen Region Konkurrenz vom britischen Energieriesen BP. Der britische Konzern will Gas aus Aserbaidschan über Ungarn nach Österreich bringen - mit dem Pipeline-Projekt "South-East Europe". Dazu soll neben bestehender Infrastruktur auch eine 1300 Kilometer lange Pipeline gebaut werden.

Die Gasleitung soll von der Westtürkei über Bulgarien nach Rumänien bis an die Grenze Ungarns führen, berichtete die Financial Times am Dienstag. Dieses neue Pipeline-Teilstück soll den Gas-Transport aus dem kaspischen Erdgasfeld Schah-Deniz nach Europa ermöglichen.

Im gleichnamigen Konsortium sitzt auch BP mit sechs anderen Unternehmen, darunter der staatliche aserbaidschanische Konzern Socar. Bis zum Jahresende will das Konsortium eine Entscheidung fällen, wie das Gas aus der kaspischen Region nach Europa gebracht werden soll.

Ringen um Gasmengen

Um das Gas aus der kaspischen Region rittern nicht nur die milliardenschweren Großprojekte Nabucco und South Stream des russischen Gasriesen Gazprom, auch zwei kleinere Projekte wollen die Gasquellen aus der Kaspischen Region anzapfen: Der Interkonnektor Türkei-Griechenland-Italien (ITGI), hinter dem das italienische Energieunternehmen Edison steht, sowie die Transadria-Pipeline (TAP), die unter anderem von der norwegischen Stratoil geplant wird.

Beim seit Jahren geplanten Gasprojekt Nabucco hat es zuletzt kaum Bewegung gegeben: OMV-Chef Gerhard Roiss wollte sich bei der Präsentation der neuen Konzern-Strategie vergangene Woche in Istanbul nicht auf Details festlegen - es sei nur wichtig, dass Nabucco gebaut werde, in welchem Jahr sei aber nicht entscheidend.

Bis eine Entscheidung gefällt werde, müssten noch zahlreiche Zwischenschritte gegangen werden, sagte Roiss. Nabucco-Geschäftsführer Reinhard Mitschek hatte zuletzt eine Investitionsentscheidung für 2012 angekündigt, um den Bau 2013 in Angriff nehmen zu können. 2017 soll dann erstes Gas fließen, im Vollausbau 31 Mrd. m³ pro Jahr. (APA, stro, DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2011)

Herzerzog Johann
21
27.9.2011, 19:35
Gut so.

Konkurrenz belebt das Geschäft.

chg4711
22
28.9.2011, 11:51
Stimmt schon, aber

solange die Türkei am Gashahn sitzt, bin ich schon beunruhigt. Die Türken haben dadurch die Möglichkeit die EU zu erpressen, und werden davon GANZ SICHER Gebrauch machen. - behaupte ich 'mal.

Cet
10
30.9.2011, 09:20
Jaja, das böse "Welttürkentum", gelle?

Herzerzog Johann
11
28.9.2011, 14:36

Je mehr Alternativen vorhanden sind, desto geringer das Risiko politischer Erpressung.

chg4711
11
28.9.2011, 14:48
Bei 2 Pipelines durch die Türkei !?

timurinamanu
11
28.9.2011, 13:34
und die Russen sind ihnen lieber als die Türken?

freimann
31
27.9.2011, 18:44
"im Vollausbau 31 Mrd. m³ pro Jahr"

Und wieder eine neue Gasleitung.
Na, da werden unsere "Erneuerbaren Apostel" noch einmal für weitere 20 Jahre eine "Anschubfinanzierung" für ihre sinnlosen Projkete brauchen.
Unsere korrupt-kriminelle Regierung wirds schon machen, Hauptsache dabei ist, dass ein paar Großbauern ordentlich daran verdienen.
Nicht wahr, Hr. Berlakovic?
Wenn's geht bis zum Sanktnimmerleinstag.

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