Gewerkschaften fordern sofortigen Verzicht auf weitere Stellenstreichungen
Paris - An französischen Schulen
hat am Dienstag ein
landesweiter Lehrerstreik gegen die Sparpolitik der Regierung
begonnen. Die Gewerkschaften fordern von Präsident Nicolas Sarkozy
den sofortigen Verzicht auf weitere Stellenstreichungen. Zum neuen
Schuljahr sind 16.000 Jobs im Bildungsbereich weggefallen, davon
allein 9000 an Grundschulen. 2012 sollen weitere 14.000 Stellen
gekürzt werden.
Die landesweiten Lehrerstreiks gegen die Sparpolitik der Regierung
haben am Dienstag in Frankreich zu erheblichen Unterrichtsausfällen
geführt. Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligte sich rund die
Hälfte der Lehrer an den Grund- und weiterführenden Schulen an den
Protesten. Das Bildungsministerium gab die Streikbeteiligung mit 22
bis 29 Prozent an den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen
allerdings deutlich geringer an.
Im ganzen Land waren rund 100 Protestveranstaltungen geplant.
Erstmals beteiligten sich auch die Mitarbeiter von privaten
Bildungseinrichtungen an einem Streik. In Paris startete am frühen
Nachmittag eine Großdemonstration.
"Normal für eine Demokratie"
Sarkozy nannte die Proteste am Dienstag normal für eine
Demokratie. Als Staatschef denke er aber zuerst an die Arbeiter und
Angestellten, die sich dem internationalen Wettbewerb stellen
müssten. "Die Beamten haben eine schwierige Arbeit, aber sie haben
einen Status der sie schützt", sagte er nach Angaben der
Nachrichtenagentur AFP bei einem Unternehmensbesuch im Norden des
Landes. Etliche Schüler freuten sich unterdessen über den
Unterrichtsausfall. Die Schulen waren
aber verpflichtet, einen
Betreuungsdienst aufrechtzuerhalten. (APA/dpa)