Lehrerstreik gegen Sarkozys Sparpolitik

27. September 2011, 16:46

Gewerkschaften fordern sofortigen Verzicht auf weitere Stellenstreichungen

Paris - An französischen Schulen hat am Dienstag ein landesweiter Lehrerstreik gegen die Sparpolitik der Regierung begonnen. Die Gewerkschaften fordern von Präsident Nicolas Sarkozy den sofortigen Verzicht auf weitere Stellenstreichungen. Zum neuen Schuljahr sind 16.000 Jobs im Bildungsbereich weggefallen, davon allein 9000 an Grundschulen. 2012 sollen weitere 14.000 Stellen gekürzt werden.

Die landesweiten Lehrerstreiks gegen die Sparpolitik der Regierung haben am Dienstag in Frankreich zu erheblichen Unterrichtsausfällen geführt. Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligte sich rund die Hälfte der Lehrer an den Grund- und weiterführenden Schulen an den Protesten. Das Bildungsministerium gab die Streikbeteiligung mit 22 bis 29 Prozent an den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen allerdings deutlich geringer an.

Im ganzen Land waren rund 100 Protestveranstaltungen geplant. Erstmals beteiligten sich auch die Mitarbeiter von privaten Bildungseinrichtungen an einem Streik. In Paris startete am frühen Nachmittag eine Großdemonstration.

"Normal für eine Demokratie"

Sarkozy nannte die Proteste am Dienstag normal für eine Demokratie. Als Staatschef denke er aber zuerst an die Arbeiter und Angestellten, die sich dem internationalen Wettbewerb stellen müssten. "Die Beamten haben eine schwierige Arbeit, aber sie haben einen Status der sie schützt", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP bei einem Unternehmensbesuch im Norden des Landes. Etliche Schüler freuten sich unterdessen über den Unterrichtsausfall. Die Schulen waren aber verpflichtet, einen Betreuungsdienst aufrechtzuerhalten. (APA/dpa)

Chat long
11
27.9.2011, 18:31
"...normal für eine Demokratie"

Überall das gleiche: wenn's zu wenig LehrerInnen gibt, sollen die doch länger in der Klasse stehen! Und diese linken Betonierer in Frankreich! PISAmäßig bestenfalls Mittelmaß, aber streiken! => Zynismus aus.

Was Frankreich von Österreich unterscheidet: die Lehrerschaft ist dort mehrheitlich links, gewerkschaftlich weniger zahlreich organisiert, wird aber oft von SchülerInnen und Eltern unterstützt - und tut das vice versa bei deren Anliegen.
Interessant auch die Stellungnahme des Präsidenten: "Sarkozy nannte die Proteste am Dienstag normal für eine Demokratie." Ein derartiges Statement gäbe es in Österreich seitens eines führenden Politikers (noch dazu der politisch anderen Couleur) nie und nimmer.

Denker9
00
30.9.2011, 13:39

Und wann streiken die Lehrer endlich in Österreich, damit endlich Schwung ins Bildungssystem kommt!

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