TU Wien

Wissenschaftspreis für grünes Hochleistungsrechnen vergeben

27. September 2011, 16:37

500.000 Euro für Informatikerin Ivona Brandic, die Hochleistungscomputer umweltfreundlicher machen will

Wien - Die Technische Universität (TU) Wien hat heuer erstmals einen mit 500.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis vergeben. Die Auszeichnung wurde am Dienstag von der designierten TU-Rektorin Sabine Seidler an die Informatikerin Ivona Brandic überreicht. In ihrem Forschungsprojekt will die Wissenschafterin vom Institut für Informationssysteme große Hochleistungscomputer umweltfreundlicher machen. Durch kluge Programmier-Technik soll der Energiebedarf solcher Computeranlagen gesenkt werden, teilte die TU in einer Aussendung mit.

Für die heute vielfach benötigte Rechenleistung werden Computer-Cluster genutzt, die oft aus vielen tausend einzelnen Rechnern zusammengesetzt sind und eine entsprechend große Menge an Energie verbrauchen. Hardwareerzeuger würden sich zwar bemühen, Komponenten mit geringem Stromverbrauch zu konstruieren, doch in der Softwareentwicklung sei Energieeffizienz lange überhaupt kein Thema, so Brandic. Dabei könnte man durch intelligente Programmierung viel Energie sparen, denn der Stromverbrauch eines Rechners hängt davon ab, wie intensiv man ihn arbeiten lässt.

Energiesparen durch Ressourcen-Managment

Brandic will durch ein kluges Management der Rechenressourcen Energie sparen. "Es ist zum Beispiel oft deutlich energieaufwendiger, zwei Prozessoren mit geringer Leistung rechnen zu lassen, als einen Prozessor voll auszulasten, und dafür den anderen abzuschalten", erklärte die Forscherin. Ein kluges Scheduling-System - solche übergeordneten Programme regeln, welcher Benutzer für welches Programm welche Rechenzeiten zugewiesen bekommt - könnte also Teile eines Großrechners herunterfahren, wenn das System nicht voll ausgelastet ist, anstatt alle Prozessoren mit geringer Leistung laufen zu lassen.

Um solche Maßnahmen sinnvoll planen zu können, müsste das Computersystem allerdings in der Lage sein, den eigenen Stromverbrauch zu beobachten und bis zu einem gewissen Grad auch vorherzusehen. Durch Erfahrungen aus früheren Programmdurchläufen soll es lernen, wie sich der Strombedarf ändern wird, und dementsprechend die zur Verfügung stehenden Ressourcen vorausschauend verteilen. (APA)

Errorrrrrr
40
29.9.2011, 20:46
"Tolle Forschungsbedingungen an der TU Wien"

Ivona Brandic findet es gibt "Tolle Forschungsbedingungen an der TU Wien".

ich glaube ihr das aufs wort! nirgenwo sonst würde sie für so einen blödsinn geld, geschweige denn einen forschungspreis bekommen.
zum einen machen HW hersteller so was, um effizienter zu sein, auf core ebene bereits. zum anderen ist die frage wie sie ohne modifikation der HW prozessoren abschalten will. wenn sie nun tatsächlich WH modifizieren will glaubt sie wirklich dass an der TU besser hinzubekommen als die großen der HW branche? das wäre vielleicht denkbar gewesen vor der green-IT welle, aber jetzt....

da fällt mir doch sofort wieder Kopacek's Roboter Archie ein!

Elron Abarth
00
28.9.2011, 14:55

Wurde das tatsächlich bisher nie versucht?

Martin Müller10
 
10
28.9.2011, 06:46
Eine interessante Arbeit die aber wohl wenig mit "Grün" zu tun hat

sondern eher mit den Betriebskosten. Der Strom wird in Wärme umgewandelt und die muss mittels Kühlung wieder abgeführt werden und da wird es richtig teuer.

O5
00
1.10.2011, 02:42

Energiesparen wird IMMER erst dann interessant sobald man damit Geld sparen kann. Wenn Benzin kostenlos wär würd auch niemand ein sparsames Auto haben wollen.

aeff
00
28.9.2011, 12:22
Also "grün" steht aber heutzutage schon für Energiesparen.

Da gibt es "grüne" Autos,
"grüne" Waschmaschienen, etc. etc.
bis zu "grünen" Flugzeugen.
(Ob das was als grün verkauft wird auch dann wirklich ökologisch sinnvoll ist ist ein ganz anderes Thema).
Wieso soll man das nicht auch auf Hard und Software übernehmen
"Green-IT" ist heute ein sehr oft bemühtes Stichwort.

Genießet das Schöne
00
27.9.2011, 23:20

sehr interessant

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