TU Wien vergab Wissenschaftspreis für grünes Hochleistungsrechnen

27. September 2011, 16:12
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    foto: tu wien

    Ivona Brandic mit ihren Mitarbeitern Vincent Chimaobi Emeakaroha (links) und Ivan Breskovic

500.000 Euro für Informatikerin, die Hochleistungscomputer umweltfreundlicher machen will

Die Technische Universität (TU) Wien hat heuer erstmals einen mit 500.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis vergeben. Die Auszeichnung wurde heute, Dienstag, von der designierten TU-Rektorin Sabine Seidler an die Informatikerin Ivona Brandic überreicht. In ihrem Forschungsprojekt will die Wissenschafterin vom Institut für Informationssysteme große Hochleistungscomputer umweltfreundlicher machen. Durch kluge Programmier-Technik soll der Energiebedarf solcher Computeranlagen gesenkt werden, teilte die TU in einer Aussendung mit.

Intelligente Programmierung

Für die heute vielfach benötigte Rechenleistung werden Computer-Cluster genutzt, die oft aus vielen tausend einzelnen Rechnern zusammengesetzt sind und eine entsprechend große Menge an Energie verbrauchen. Hardwareerzeuger würden sich zwar bemühen, Komponenten mit geringem Stromverbrauch zu konstruieren, doch in der Softwareentwicklung sei Energieeffizienz lange überhaupt kein Thema, so Brandic. Dabei könnte man durch intelligente Programmierung viel Energie sparen, denn der Stromverbrauch eines Rechners hängt davon ab, wie intensiv man ihn arbeiten lässt.

"Es ist zum Beispiel oft deutlich energieaufwendiger, zwei Prozessoren mit geringer Leistung rechnen zu lassen, als einen Prozessor voll auszulasten, und dafür den anderen abzuschalten"

Brandic will durch ein kluges Management der Rechenressourcen Energie sparen. "Es ist zum Beispiel oft deutlich energieaufwendiger, zwei Prozessoren mit geringer Leistung rechnen zu lassen, als einen Prozessor voll auszulasten, und dafür den anderen abzuschalten", erklärte die Forscherin. Ein kluges Scheduling-System - solche übergeordneten Programme regeln, welcher Benutzer für welches Programm welche Rechenzeiten zugewiesen bekommt - könnte also Teile eines Großrechners herunterfahren, wenn das System nicht voll ausgelastet ist, anstatt alle Prozessoren mit geringer Leistung laufen zu lassen.

Planung

Um solche Maßnahmen sinnvoll planen zu können, müsste das Computersystem allerdings in der Lage sein, den eigenen Stromverbrauch zu beobachten und bis zu einem gewissen Grad auch vorherzusehen. Durch Erfahrungen aus früheren Programmdurchläufen soll es lernen, wie sich der Strombedarf ändern wird, und dementsprechend die zur Verfügung stehenden Ressourcen vorausschauend verteilen. (APA)

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20 Postings
MBR
13
28.9.2011, 14:19

ivona brandic = hawt

Foundation
61
28.9.2011, 00:42
500000 €??

Ich will der Dame ja nicht Unrecht tun, und ihr Projekt klingt ja auch durchaus interessant. Aber wie hier schon angemerkt wurde besteht ein großer Unterschied zwischen Projekteinreichung und der wirklichen Forschungsarbeit. Klingt ja auch hier im Artikel alles noch sehr wage. Wenn man bedenkt das die Dotierung für den diesjährigen Physik - NOBELPREIS bei 1,1 Mio. € liegt, sind die 500 k einfach lächerlich hoch.

Euroumrechner
01
29.9.2011, 11:08

In Zeiten wo von Milliardenbeträge zur Rettung gewisser Banken verspielt werden, ist der Betrag eigentlich lächerlich niedrig.

Power Hirsch
 
04
28.9.2011, 09:03

Naja, das Geld vom Nobelpreis kann man dafür frei verjuxen, während die 500k Forschungsfinanzierung ist:

http://www.tuwien.ac.at/aktuelles... icle/7176/

Foundation
01
28.9.2011, 09:24

ah okay das ist natürlich was anderes. Kommt im Artikel nicht wirklich hervor.

klar kent
10
1.10.2011, 13:30

mit bisserl denken schon. oder seit wann bekommt man einen preis, für das noch gar nicht abgeschlossen ist?

Günter Marek
01
27.9.2011, 23:01

Dann bin ich ja schon einmal gespannt, was das Resultat dieser Forschung sein wird. Bis vor kurzem war sie noch in Sachen Cloud Computing forschend tätig. Welche nutzbaren Forschungsergebnisse kamen dabei heraus?

dieter tiefensteppe
00
23.10.2011, 01:51

naja, für mich macht dieses projekt in ihrer evolution schon sinn.

ich sehe eine zukunft, wobei hochleistungsrechner im cluster vielleicht mal einen ganz bezirk versorgen oder noch viel weiter gehend. das verbraucht sehr viel energy und hier ist die überlegung ja recht nah eines autarken system! irgendwann kommt die zeit wobei nur noch zwei computer (im zeitlich angepassten verständnis des wortes natürlich) benötigt werden.

FatFaceRicky
11
27.9.2011, 19:30

Die Ivona dadad ich schon nehmen, wenns warad. Nerd + fesch.

gnarf667
01
29.9.2011, 07:59

ja mit der Frau Brandic würde ich gerne einmal einen Kernel kompilieren :)

RevX
00
27.9.2011, 23:33

Ähmm... da sind aber schon 2 Jungs bei ihr. ;-)

Günter Marek
00
27.9.2011, 23:01

Ich denke, soviel Nerd ist sie nicht.

aceFruchtsaft
00
27.9.2011, 20:37

Darauf hat sie bestimmt nur gewartet. ;)

Essei
00
27.9.2011, 17:54

Das >>"Es ist zum Beispiel oft deutlich energieaufwendiger, zwei Prozessoren mit geringer Leistung rechnen zu lassen, als einen Prozessor voll auszulasten, und dafür den anderen abzuschalten"<< spricht doch genau gegen den Dual-/Quadcore-Wahn bei Smartphones?!? Ist das wirklich nur eine Marketingsache (mehr == besser)?

Fuzzface
00
30.9.2011, 14:34

Unsinn. Es spricht nur gegen falsche Programmierung und dumme Scheduler. Es macht keinen Sinn, Dinge parallelisieren zu wollen, die sich konzeptuell nicht parallelisieren lassen. Was bei einem solchen Unterfangen rauskommen kann, ist: 1) Der OS-Scheduler serialisiert den multithreaded Code wieder, und zur reinen Ausführungszeit des Codes kommt dann noch der Scheduling-Overhead (Context Switches, Synchronisationsprimitive wie Mutexes/Semaphoren etc.) dazu und 2) wenn Threads auf zwei verschiedenen Cores laufen und auf gemeinsame Daten zugreifen, funktioniert das CPU-Caching logischerweise nicht mehr und die Performance ist im Eimer (was effektiv mehr Leistungsbedarf bedeutet).

Herman Toothrot
00
27.9.2011, 18:19

mehr == besser, wenns um leistung geht. wenn beide voll ausgelastet sind ist das system schneller und reaktiver.
jetzt gehts darum, wenn nicht die voll power gebraucht wird gezielt teile abzuschalten. das wird natürlich schon gemacht, bzw. daran wird zur zeit intensiv geforscht.

hier soll's noch einen schritt weiter gehen, nämlich vorausblickend abschätzen zu können wie viel rechenpower in der nächsten zeit gebraucht werden wird.

Günter Marek
01
27.9.2011, 23:09

Aus Erfahrung weiß ich: Zwischen dem Projektansuchen und der anschließenden Forschungsarbeit gibt es meist eine ziemliche Diskrepanz! Ganz schlau wird man aus dem Artikel nicht und auch der Presseartikel auf der TU-Seite gibt nicht wirklich mehr her. "Green Energie" ist halt in Mode, somit hat sie das richtige Projekt eingereicht. Nur ist der Forschungsansatz absolut fragwürdig. Nur um Sinn und Unsinn geht es ja auch gar nicht, in der Wissenschaft geht es einzig und allein darum, dass etwas neuartig ist. Warum ist das mMn unsinnig: Weil auf der vollkommen falschen Ebene angesetzt wird. Das Energiemanagement muss auf Rechner- und Plattformebene, nicht auf Prozessebene erfolgen. Aber auf mich hört ja keiner ;-)

klar kent
00
1.10.2011, 13:32

wieso das eine oder andere ausschliessen? ich sehe eine wechselseitige beziehung ;)

Walter KURTZ
 
02
29.9.2011, 00:18

In Wirklichkeit läuft's ja auch so...

http://www.phdcomics.com/comics/ar... micid=1431

Herman Toothrot
00
28.9.2011, 10:13

ich weiß: bei uns ist alles wo quadcopter drauf steht super.

aber warum ist das der falsche ansatz? wenn die rechner und plattform ebene super effizient power managed ist das natürlich klasse, wenn die software den rechner jedoch unnötigerweise unter volllast setzt, ohne dabei effektiv was zu tun ist das genau so schlecht wie nicht effiziente hardware.

zb: https://bugzilla.redhat.com/show_bug.... ?id=335591
nicht umsonst gibts tools wie powertop (nur als beispiel für die vielen bemühungen software energieeffizienter zu machen)

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