Universität Graz

Neue Rektorin will Forschungsprofil schärfen

27. September 2011, 16:06
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    apa-foto: markus leodolter

    Neuper zu Studiengebühren: "Das Problem der Uni-Finanzierung lässt sich damit auf jeden Fall nicht lösen."

Neuper: "Es gibt Bereiche, wo wir aktiver werden können" - Studiengebühren "im Gesamtmodell" betrachten

Graz - Die neue Rektorin der Universität Graz, Christa Neuper, will die größte steirische Universität im Bereich der Forschung stärker vorantreiben. Am Montag stellte sie die Eckpunkte ihres Konzepts für die kommenden vier Jahre vor und sprach sich zugleich für Zugangsregelungen zu Massenfächern aus. Sie zeigte sich jedoch skeptisch, was die Einführung von Studiengebühren anbelangt. Die Hirnforscherin folgt Alfred Gutschelhofer im Rektorenamt nach und ist damit zugleich die erste Frau an der Spitze einer steirischen Universität.

Sie übernehme ein "sehr gut geführtes Haus mit guter Ausgangslage", so Neuper. In vielen Bereichen gehe es nun darum, "Kontinuität walten zu lassen, zu konsolidieren und da und dort Maßnahmen zur Verbesserung zu setzen". Insbesondere will die Neuropsychologin die Position der Uni Graz als Forschungsinstitution forcieren. "Neue Impulse in die Forschung sollen das Profil und die Sichtbarkeit stärken", so Neuper, die zugab, dass es Bereiche gebe, "wo wir aktiver werden können". So sollen sich die Wissenschafter an Forschungsprogrammen der EU beteiligen und motiviert werden, in internationale Projekte einzusteigen.

Neue Akzente in der Forschung

Diesem Vorhaben verlieh auch Unirats-Vorsitzender Werner Tessmar-Pfohl Ausdruck: Die Universität habe sich in den vergangenen acht Jahren zu einer modernen Institution entwickelt, in der Forschung habe es jedoch "sicher weniger Nachdruck gegeben, wie in der Lehre". Nun sei es "sicher sinnvoll neue Akzente zu setzen".

Vernetzung mit anderen Universitäten am Standort werde laut Neuper einen weiteren Schwerpunkt des neuen Rektorates bilden: Das unter Gutschelhofer initiierte Projekt "BioTechMed" soll die Universität Graz, die TU Graz und die Medizinische Universität in der Humantechnologie, Pharmazie und Psychologie näher zusammenbringen. Um das Projekt "NAWI Graz", der Kooperation der Uni Graz und TU Graz im naturwissenschaftlichen Bereich - werde man vielerorts bereits beneidet, ergänzte Tessmar-Pfohl.

Studiengebühren als Steuerungsinstrument

Studiengebühren will Neuper, "wenn, dann im Gesamtmodell" betrachten und diskutieren. "Das Problem der Uni-Finanzierung lässt sich damit auf jeden Fall nicht lösen", so die Rektorin. Dass sie als Steuerungsinstrument für die Studierendenströme dienen könnten, halte sie für nicht möglich. "Was Gebühren sicher nicht erreichen können, ist das, was wirklich gebraucht wird - Beratung der Schüler und Maturanten". Zugangsregelungen hingegen seien "ein wichtiger Faktor, um eine faire Betreuung in Massenfächern zu schaffen". (APA)

Bortolino
00
13.10.2011, 18:57
Wie schaut ihr Konzept für die Geisteswissenschaften und LehrerInnenausbildung aus?

Viel Zeit gibt es da nicht zu verlieren:

Denn wir erleben gerade die politische Nivellierung der LehrerInnenausbildung (siehe Schmieds PH Konzept). Der Kollateralschaden wäre nicht nur eine weitgehende Abkopllung der Lehramtsstudien von fachwissenschaftlicher Forschung, sondern auch eine strukturelle Aushöhlung insbes. der GEWI-Fakultäten an Österreichs UNIs.

Während das BMUK rein utilitaristische Lehrerausbildungskonzepte vorantreibt, liegt von den Universitäten bis dato noch kein integriertes Gesamtkonzept öffentlich vor, das den Schmied-Papieren als sinnvolle Alternative gegenübergestellt werden könnte.

Die Uni-Rektoren sind hier dringend gefordert. Denn Töchterle allein hat zu wenig politisches Gewicht.

Bortolino
00
13.10.2011, 19:11
Gerade Neuper als exponierte Proponentin der gemeinsamen NAWI Studien, könnte hier eine Schlüsselrolle zukommen.

Wie ein sinnvoller Weg für die künftige Gestaltung der Lehramtsstudien aussehen könnte, sollte man aus dem Erfolgsmodell NAWI-Studien, die universitätenübergreifend von UNI und TU angeboten werden, ableiten.

Hier haben sich Menschen, die gemeinsam guten Willens sind zusammengefunden um aus den jeweiligen Stärken der jeweiligen Universität GEMEINSAM das Beste zu machen. Neuper steht als Person dafür.

Und genau diesen Zugang gilt es auch bei der Neugestaltung der LehrerInnenausbildung zu wählen: Gemeinsame Studienangebote von UNIs und PHs. Bei denen jede Einrichtung jene Beiträge leistet, wo sie jetzt schon die größere Kompetenz besitzt.

Und nicht dieses rein parteipolitisch motivierte GEGENEINANDER der Einrichtungen von Schmied.

SterzinOz
60
28.9.2011, 01:10
in In der Forschung habe es jedoch "sicher weniger Nachdruck gegeben, wie in der Lehre".

Als Rektorin der Karl-Franzens-Universität muss man offenbar den Unterschied zwischen "wie" und "als" nicht kennen. Bodenständiger wäre vielleicht noch "In da Foaschoung houmma beilei net sou vüll nochidruckt als wia in da Lehr'" gewesen.

kl41
04
28.9.2011, 09:55

na Sie ham Probleme... zumindest mit dem Lesen:

Das von Ihnen angeführte wörtliche Zitat stammt nicht von der neuen Rektorin, sondern vom Unirats-Vorsitzenden Werner Tessmar-Pfohl. Und den Beistrich hat der auch noch falsch gesetzt in seiner Aussage...

SterzinOz
20
28.9.2011, 13:51
Stimmt, das hab ich falsch gelesen.

Nur gut, dass ich nicht Uni-Rats-Vorsitzender noch Uni-Rektorin werden will.

kleiner Schelm
00
12.1.2012, 23:16

Für Uni-Rat müssen Sie auch bloß in der richtigen Partei sein. Kompetenzen sind da eher zweitrangig.

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