Fotoverbot

ÖVP-Klubchef Kopf für "kopflose" Polit-Inserate

27. September 2011, 12:59

Regierung plant Beirat für mehr Objektivität - Opposition skeptisch - Keine Einigung zu Medientransparenzgesetz

Wien - Die Bundesregierung plant einen Beirat, der künftig Inserate von Regierungsmitgliedern überprüfen soll. Dies betreffe sowohl den Inhalt als auch die Streuung in den Medien. Details wurden im Pressefoyer nach dem Ministerrat am Dienstag noch nicht genannt. Vizekanzler Michael Spindelegger möchte hierzu auch noch internationale Beispiele ansehen. Die Opposition zeigt sich skeptisch und vermisst Details. Keine Einigung hat die Verhandlungsrunde zum geplanten Medientransparenzgesetz gebracht. ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf stellt indes ein Fotoverbot für Polit-Inserate zur Diskussion.

"Ordentlich und objektiv"

Ein Beirat oder eine Kommission soll für Objektivierung sorgen. Überprüft werden soll, ob bei der Inseratenerstellung und -vergabe "ordentlich und möglichst objektiv" vorgegangen wird, so Faymann. "Ich habe mich nie gegen das Inserat ausgesprochen. Im Gegenteil, es bietet die Möglichkeit der Information", verwies der SPÖ-Chef etwa auf eine Verkehrssicherheitskampagne. "Aber die Objektivierung ist ein von uns gewünschter und gewollter Schritt."  

Stärkere Nachvollziehbarkeit

Auch Spindelegger hält eine stärkere Nachvollziehbarkeit für richtig. Er möchte aber bei der genauen Ausgestaltung Modelle aus anderen Ländern - beispielsweise Großbritannien - berücksichtigen. "Der Vorwurf, man kann sich Berichterstattung kaufen, kann so nicht stehen bleiben", erklärte der ÖVP-Obmann. Laut Spindelegger ist sowohl die Information der Bevölkerung als auch die Streuung in den Medien zu gewährleisten. Es soll keine Schnellschüsse geben. Er beharrt weiterhin auf die "lückenlose" Aufklärung aller Vorwürfe. Die ÖBB-Inserate würden derzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht und darauf verwies auch der Bundeskanzler.

Opposition und Juristen skeptisch

FPÖ, BZÖ und Grüne betonen, dass es mit einem Beirat nicht getan wäre, jedenfalls wäre weitere Verhandlungen zum geplanten Medientransparenzgesetz notwendig.

Der Entwurf für das Medientransparenzgesetz sieht vor, dass künftig Ausgaben von Ministerien, Ländern, großen Gemeinden, Unternehmen der öffentlichen Hand und Kammern für Inserate, Werbeaufträge und Ähnliches halbjährlich an die KommAustria gemeldet werden müssen. Als Kontrollinstanz ist der Rechnungshof eingeplant. Für einen Beschluss ist eine Zweidrittel-Mehrheit und damit die Zustimmung mindestens einer Oppositionspartei notwendig. Eine Einigung konnte heute nicht erzielt werden. 

Die Regierungsparteien würden den Entwurf überarbeiten, hätten sich aber nicht festgelegt, welche Forderungen der Opposition sie aufnehmen wollen, so der Grüne Mediensprecher Dieter Brosz. Einheitlich habe die Opposition beispielsweise gefordert, den Meldungszeitraum der Inserate vom derzeit geplanten halben Jahr zu verkürzen.

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky vermutete einen "faulen Kuhhandel". Bei dem vorgeschlagenen Beirat wissen man noch nicht, wie er zusammengesetzt sein soll und ob er Sanktionen verfügen könne. Die Regierungsparteien hätten nicht einmal die Zusammensetzung einer solchen Kommission erklären können, ärgerte sich Vilimsky. Ein Fortschritt wäre ein Beirat dann, wenn das Gremium sanktionsfähig wäre und nicht nur beratende Funktion hätte, meinte Brosz dazu. 

Der Beirat könne ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein, findet Strafrechtsjurist Wolfgang Brandstetter. Ähnlich sehen das die Verfassungsjuristen Walter Berka und Heinz Mayer, die Unabhängigkeit und Sachkunde der Mitglieder so eines Beirats vorausgesetzt, berichtete das Ö1-"Mittagsjournal". Verfassungsjurist Bernd Christian Funk verweist darauf, dass ein Beirat nur beratende Funktion habe. Er ist auch skeptisch gegenüber dem Medientransparenzgesetz: "Damit werden Spielregeln für solche Werbeaufträge geschaffen. Spielregeln bedeuten im Endeffekt eine Legitimation für dieses Geschehen."

Fotoverbot steht zur Diskussion

"Es steht der Vorwurf im Raum, dass Inserate asymetrisch verteilt wurden. Das muss sich ändern", sagte ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf. Er sei nicht grundsätzlich dagegen, dass Regierungsmitglieder via Inserat informieren, aber dabei müsse die Sache und nicht das Ministerbild im Vordergrund stehen. Für ihn wäre daher auch eine Anzeige ohne Foto möglich. Der Klubobmann betonte: "Fakt ist, so wie jetzt kann's nicht weitergehen."

Ein Fotoverbot kann sich auch SPÖ-Klubchef Josef Cap vorstellen. Die Regierungsmitglieder hätten ja nie besonders darauf Wert gelegt, dass ihr Foto in der Zeitung erscheint, meinte Cap vor dem Ministerrat.

Brosz betont, dass mit dem Fotoverbot alleine der Missbrauch nicht ausgeschlossen sein. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 124
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Da hilft nur Lagavulin!
00
28.9.2011, 11:52
wie wäre es mit einer kopflosen övp!?

Justin Credible
00
28.9.2011, 11:45

Das Geld für Inserate und Werbe-/Wahlplakate wäre besser, zum Beispiel im Bildungs-/Unisystem aufgehoben

Gerhard56
02
28.9.2011, 10:08
Wozu überhaupt?

Im Prinzip brauchen wir überhaupt keine Regierungsinserate, sind ja sowieso nur schön formulierte Geschichterln, wie es sich die Parteidiktatur so vorstellt, daß es sein könnte oder sollte. Aber wenn schon Kopflos, dann vielleicht mit Karikaturen von Deix betreffend die jeweiligen Ministerln.
Frech finde ich, daß diese getürkten *lol* Inserate nicht als solche leicht erkenntlich gemacht werden. Alles rechtens, würde unser Bundeskanzler sagen, steht ja sowieso unten ganz klein 'Werbung' oder so.

armin delmenhorst
 
00
28.9.2011, 10:22
So ist es!

tramezzino
00
28.9.2011, 09:28
gestern

in der öamtc zeitung. 2 riesen inserate mit ministerköpfen. stattdessen sollte man inhalte transportieren und nicht köpfe.

armin delmenhorst
 
03
28.9.2011, 09:14
Typisch Regimeparteien

Sie denken nicht daran, mit dieser perfiden Steuergeldverschwendung aufzuhören. Natürlich gibt es hier auch ne mächtige Lobby von Zeitungen und der Werbewirtschaft (viele im Nahbereich der beiden Parteien), die sich dieses leichtverdiente Geld nicht entgegehen lassen wollen.

Anstatt es ersatzlos abzuschaffen, wird ein Beirat installiert, um fröhlich weitermachen zu können. Die gestern ausgestrahlte ORF Sendung Bürgerforum zeigte schön, wie weit weg diese beiden Parteien sind von jeder Form des Anstandes. Größenwahnsinnig agierten Cap & Kopf indem sie von den Medienberatern einstudierte Worthülsen (Publikum recht geben, Interesse vortäuschen, Besserung versprechen, etc.) abspulten.

s füdla voll arbat
03
28.9.2011, 09:08

Wer hat sich gestern die Diskussion mit den Klubchefs
und Resetarits in ORF2 angesehen? Zum kotz.n wie Cap und Kopf sich mit Worthülsen und Lippenbeckentnissen über die Zeit gerettet haben, zum Glück gabs ein paar Puhrufe aus dem Publikum,. Wahrlich eine Offenbarung was für Nullen wir in der "Regierung" sitzen haben.

Ingrid Goeschl
00
28.9.2011, 10:11
Ich habe dann abgeschaltet, eben wegen dieser Worthülsen.

Die Leute aus dem Publikum waren allesamt nicht wortgewandt genug, um klare Statements zu erzwingen. Was hilft es, Politiker zu fragen, ob sie gegen die Parteibuchwirtschaft sind - öffentlich gefragt sind sie alle dagegen.

Pikant fand ich auch, als Kopf an den "Anstand" (statt entsprechend harten Strafgesetzen) appellierte; dazu gehört angesichts der Skandale der schwarz-blau/orangen Regierung schon eine gewisse Unverschämtheit.

Solange Journalisten nicht die Freiheit bekommen, Antworten entsprechend einzufordern, bleiben solche Sendungen ein bloßes Herabbeten eingelernter Phrasen.

armin delmenhorst
 
00
28.9.2011, 09:41
Ja, hier muss man den ORF

auch einmal ein Lob aussprechen. Er hat nämlich schön herausgearbeitet, in wessen Händen seit 1945 die Korruption liegt. Dass es nicht am Fehlverhalten einzelner pööööser Individuen liegt, sondern systemimmanent ist. Da half auch das infantile Geschrei eines Cap nichts, indem er vesuchte, auf die ehemaligen FPÖler hinzuweisen. Diese führten anscheind (Unschuldsvermutung :-) ) nur fort, was ihnen von den beiden vorgezeigt wurde. Wie es sich für Deppen gehört, eben sehr ungeschickt. Genüsslich fand ich hier den Hinweis von H.C., dass diese jetzt beim BZÖ sind, was ja stimmt.
Sparen hätte er sich den Anwurf an die Grünen können, die Aufnahme der "Süddeppen" ohnehin.

Ingrid Goeschl
00
28.9.2011, 10:16
Grund für ein Lob sehe ich da überhaupt keinen, im Gegenteil,

so eine sanft dahinplätschernde Plattitüdensendung hätte man sich wirklich sparen können.

Was bringen noch so viele Lippenbekenntnisse, wenn wir die Offenlegung der Parteispenden (die Grünen sind die einzigen, die das seit Jahren fordern) und der Parteifinanzen verweigert wird.

Wozu brauchen staatliche Unternehmen bitte überhaupt Inserate? Jedes politische Gesicht und jeder Politikername auf einem öffentlich geförderten Inserat ist zu untersagen, das kann ja wohl nicht so schwierig sein.

armin delmenhorst
 
01
28.9.2011, 10:20
Werte Fr. Göschl !

Natürlich kann ich Ihren Ärger nachvollziehen, der von meiner Meinung nicht weit abweicht. Nur, das mit dem Lob meinte ich in Richtung der anderen Talksendungen beim Regimefunk (Zur Sache, etc.) und nicht weil die sendung perfekt war.

Wichtig wäre es, nach einem Jahr ne Bilanz zu machen und ihnen ihren Sprachmüll vorzuspielen. Was die Inserate anbelangt, natürlich Ihrer Meinung.

BrunoKreisky83
00
28.9.2011, 08:46
Objektivierung unmöglich und Medien werden gestärkt

Transparenz und "Objektivierung" ist wohl ein Zeichen der Zeit. Da braucht man sich nicht wundern, wenn immer weniger Menschen wählen gehen. Warum? Laut Statistiken sind maximal 20% der Menschen an Politik interessiert- davon sind ca 5% so weit informiert, Parteien und Politiker nach Inhalten auseinander halten zu können. Inserate haben deshalb eine Info-Funktion und versuchen die Arbeit der Ministerien- subjektiv- natürlich aus Sicht der Ministerien- darzustellen- möglichst gut. Wenn sie das nicht mehr dürfen- die Bekanntheit der Politiker nicht mehr selbst durch Inserate usw. gesteigert werden darf- Dann macht das die Medien noch stärker und die Politiker abhängiger von einer positiven Berichterstattung. Ein Schuß ins Knie! Absicht?!

julilud
00
28.9.2011, 08:08

ich glaub, ich hab das mit den Regierungsinseraten nicht ganz verstanden … wozu die? Veröffentlich doch einfach die Jahrestätigkeitsberichte … Oh... Frage hat sich geklärt...

Also Wirklich2
00
28.9.2011, 08:51
polit-inserate sind überall

die tiroler tageszeitung
http://www.tt.com/csp/cms/s... wachen.csp
berichtet über die inseraten-affäre in wien, dabei casht sie ordentlich ab, wenn der platter und consorten wieder einmal einen auf landes-familienwandertag macht - die betonung liegt auf "Landes-" nicht "ÖVP"...oder ist das vielleicht gar dasselbe?!
alles nachzulesen hier:
http://www.dietiwag.org/index.php?id=3800

ganzsichernicht
 
03
28.9.2011, 08:06
...mmmuauhahahaha, der ist aber mehr wie aufglegt:

KOPF für KOPFlose inserate!!! wurde mit sicherheit schon gepostet, auch wenns wiederholt wird, lustig bleibts!

Toni Meister
00
28.9.2011, 07:44
Voll auf Entzug

Die Österreicher werden jetzt voll auf Entzug sein weil ihnen das tägliche Berlakovich - Bild garniert mit seiner Umwelt-Pseudo-Reklame fehlen wird. Protest !.

tausendjaehriger
00
28.9.2011, 07:23
Am besten ...

die Ministerien schalten überhaupt keine Inserate mehr! Die solln mal ihren Staatsdienst ordentlich erfüllen!!!

Robgeb er
00
28.9.2011, 07:01
.

Speib!

gerettete Zunge
00
28.9.2011, 06:46
Inserate sollten,

wenn überhaupt nötig ohne Foto eines Politikers /einer Politikerin erscheinen, mit dem deutlichen Vermerk: finanziert durch Steuergeld

romanemperor
01
28.9.2011, 06:40
Dass faymann das abgrundtiefe fellner-mistblatt finanziert

Ist eine schweinerei der sonderklasse!

Nusser
04
28.9.2011, 01:21

Vor Jahren, als 'Österreich' entstand, hat man sich gefragt, wie die überleben wollen, wo sie ja nichts verkaufen. Ein Bekannter aus der Medienbranche meinte, die seinen "auf Jahre ausfinanziert". Und ich Trottel dachte, über Kredite...
Wie es wirklich war, weiß man heute: "Wernääär, ein paar Millionen bitte!"
E-kel-haft.

Quargelbrot
04
28.9.2011, 01:03

Kopf hat sich beim ORF-Bürgerforum als labernder Hampelmann, der nur Wischi-Waschi redet, präsentiert.

Den kann man nicht mehr ernstnehmen.

Und da solche Leute aus der hohen Politik endlich von selbst rausgehen sollten, demonstrieren wir stur:

http://www.facebook.com/event.php... 9799160139

Post-vom-Poster
 
00
28.9.2011, 06:36
Kopf für "kopflos" ...?

nein er IST ...!

Doc Steel
00
28.9.2011, 06:14
die ganze sendung war mehr als peinlich!

so ist das
00
28.9.2011, 04:11

Ich denke, bei dieser Sendung sind die Repräsentatoren der Parlamentsparteien durchaus natürlich aufgetreten, so, wie sie wirklich sind.

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