Heftige Kritik an Klasnic-Kommission

Frau bekommt Entschädigung nur für einen Missbrauch - Plattform: "Ranghohe kirchliche Würdenträger werden geschützt"

Wien - Die Opferschutzkommission unter der Leitung von Waltraud Klasnic hat jener heute 45-jährigen Frau, die mehrere Geistliche wegen sexueller Nötigung angezeigt hatte, eine Entschädigung von 15.000 Euro zuerkannt. Die finanzielle Hilfe wird für jenen Fall gewährt, "als sie noch minderjährig" war, heißt es in dem Schreiben der Opferschutz-Stiftung der katholischen Kirche, die nach der Entscheidung der Klasnic-Kommission die Auszahlung vornimmt, an die betroffene Frau.

Die Entschädigung bekommt die Frau damit nur für den angezeigten Fall der sexuellen Nötigung durch einen Tiroler Franziskaner-Pater. Die ebenfalls angezeigten Vorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen einer kirchlichen Organisation bleiben damit unberücksichtigt. Kommissionssprecher Herwig Hösele begründete diese Entscheidung damit, dass dieses Gremium grundsätzlich nur für zur Tatzeit minderjährige Opfer zuständig sei.

Heftige Kritik

Heftige Kritik an der Entscheidung der Kommission übt die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt", welche die Frau vertritt. Die von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzte Kommission zeige damit "ein Mal mehr, dass sie nicht unabhängig ist. Während Opfer von wenig einflussreichen kirchlichen Tätern entschädigt werden, werden ranghohe kirchliche Würdenträger geschützt", hieß es.

Die Plattform fordert die Einleitung einer "tatsächlich unabhängigen Untersuchung", weil die Klasnic-Kommission ihren Auftraggeber Schönborn und den beschuldigten Geistlichen  schützen wolle. Weiters wird gefordert: "Aus rechtsstaatlichen und demokratiepolitischen Gründen muss allerdings der Staat endlich einschreiten und der fortgesetzten Vertuschung ein Ende bereiten."

Die Klasnic-Kommission hat bei ihrer Entscheidung sowohl die Zurücklegung der Anzeigen durch die Staatsanwaltschaft Wien als auch das Ergebnis des sogenannten Clearing-Verfahrens berücksichtigt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Anzeigen sowohl gegen den Tiroler Franziskaner-Pater als auch den hochrangigen Geistlichen zurückgelegt. Der Tiroler Pater hatte zunächst ein Schuldeingeständnis abgelegt, dieses später aber widerrufen. Auch Ermittlungen gegen Kardinal Schönborn, weil er laut Anzeige in seiner Zeit als Wiener Weihbischof von den Vorfällen informiert gewesen sein soll, wurden von der Staatsanwaltschaft Wien eingestellt.

Von 70.000 Euro war die Rede

Bei dem "Clearing-Verfahren" handelte es sich um Gespräche mit einer Psychologin im Ausmaß von insgesamt zehn Stunden. In ihrem Bericht hatte die Psychotherapeutin aus "klinisch-psychologischer Sicht" einen "eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen den jahrelang wiederholt erlittenen sexuellen Missbrauchshandlungen, Gewalterfahrungen psychischer Art" und dem laut Gutachten Besorgnis erregenden psychischen Zustand der Betroffenen festgestellt. Empfohlen wurde eine Therapie und auch von einer möglichen Entschädigung in der Höhe von 70.000 Euro war die Rede.

Hösele erklärte dazu, der Betrag von 70.000 Euro sei nicht von der Psychologin empfohlen worden, sondern das sei der Wunsch der betroffenen Frau gewesen. Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt kritisiert hingegen, dass der "Clearing-Bericht" von der Klasnic-Kommission einfach ignoriert worden sei. "Damit wird die Ernsthaftigkeit der Arbeit der Klasnic-Kommission ad absurdum geführt."

"Freiwillige Entschädigungsleistung"

Die Stiftung Opferschutz der katholischen Kirche weist in ihrem Schreiben an die Frau auch darauf hin, dass ihr die Kommission "eine großzügige psychotherapeutische Hilfestellung und Sofortintervention" mit Kosten von mehr als 13.000 Euro ermöglicht habe. Außerdem habe sich die Kommission auch dafür eingesetzt, dass ihr weitere Therapiemöglichkeiten ab Oktober angeboten werden können. Die Stiftung Opferschutz schreibt weiters, "dass das Ihnen widerfahrene große Leid materiell nie vollständig wieder gut gemacht werden kann."

Die Frau wird gebeten, die Entscheidung als Versuch zu sehen, "ein Zeichen dafür zu setzen, dass Kirche und Gesellschaft sich heute ihrer Verantwortung auch gegenüber zeitlich länger zurückliegendem Unrecht, unabhängig von juristischen Verjährungsfristen und Rechtsverfahren, bewusst sind und deshalb eine freiwillige Entschädigungsleistung vornehmen". (APA)

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ist das diese korrupte Klasnic, die eigentlich wegen des Herberstein-Tierparks ins Gefängnis geschickt werden sollte?

Je mehr Geld sie zahlt...

...desto mehr Abzocker wird die Kirche anziehen. Das scheint dort keiner zu verstehen - oder es ist Schweigegeld und man hat gar nicht vor, den Opfern zu helfen. Die sollen halt einfach nur den Mund halten.

Eine seltsame Strategie. Anstatt zu helfen wird so ein Zirkus veranstaltet. Wieso zahlt die Kirche nicht die notwendigen Behandlungen, damit den Opfern mit ihren Problemen geholfen wird? Das würde die Abzocker fernhalten und damit die schlechte Presse reduzieren.

Darf man hier eigentlich anregen, dass die Klasnic gemeinsam mit der Herberstein ....
bitte um Ergänzung, Danke.

Wenns nicht gestattet ist, tuts es halt "löschen".

Diese erzkatholische, schwarze Vertuschungskommission ist ein Etikettenschwindel!

Die ist lediglich daran interessiert, dass alles 'ohne viel Wellen' für die Kirche abgewickelt wird.

Das Traurige an der Sache ist,

dass die katholische Kirche mittlerweile alle christlichen Grundsätze über Bord geworfen hat. Es geht nur noch um Macht. Und um Geld. Verbrechen zählen nicht. Vielleicht war das schon immer so, aber mir war das früher nicht bewusst...

Das ist tatsächlich traurig, denn das zieht Leute an, die genauso sind. Also Abzocker, die den Medien schaurigste Geschichten erzählen und dann Geld abräumen. Hier kriegt es die Kirche mit Leuten zu tun, die genauso skrupellos sind, wie sie selbst.

ar denn etwas anderes zu erwarten?

Was leider NICHT passieren wird :

PAPST BENEDIKT für beteiligung an der vertuschung von missbrauchsfällen als höchst verantwortlichen vor gericht stellen.

Vorwurf : Förderung der vertuschung von missbrauchsfällen.

Order des papstes: missbrauchsfälle sind direkt an den vatikan zu melden (unter umgehung staatlicher gerichtsbarkeit)

SCHÖNBORN wegen mehrjähriger vertuschung von missbrauchsfällen vor gericht.

Der falsche, scheinheilige und schleimige kerl versuchte eine aussprache mit einer missbrauchten als "BEICHTGESPRÄCH", und deshalb dem beichtgeheimnis unterliegend, zu deklarieren und somit unter den tisch zu kehren !!!

brave restkatholiken österreichs,

ich bitte sie, am zahlen der kirchensteuer festzuhalten. nur so ist es uns möglich, das exzessive hobby mehrerer unserer priester zu finanzieren.

ihre kriminelle katholische klirche.

Laut dem Anwalt der Opfers hat schon vor Jahren

Meldungen über den Missbrauch Leo Maasburgs an kirchliche Einrichtungen gegeben.

Etwa 1994 an den damaligen Weihbischof Christoph Schönborn und 2007 an die Ombudsstelle der Erzdiözese Wien.

Aber Schönborn hat natürlich andere Probleme gehabt - er musste ja Schüller kalt stellen, weil der nicht warm war...

Schüller abservieren, UND

das Gespräch mit dem Opfer als Beichtgespräch abtun.

mein vertrauen hat sie nicht, die rk kirche hab ich verlassen, und denke mir zu den papstworten: wahre worte sind nicht schön, schöne worte sind nicht wahr. laotse. Mein misstrauen ist immer noch sehr groß und ich denke nicht der einzige verletzte zu sein. die piusgemeinschaft holen sie, die andern sind ihr wurscht dieser kirche. um nix besser als alle anderen vereine, eher schlechter.

Die Klasnic Kommission war vom Anfang an eine Missgeburt.

Die katholische Kirche hatte NIE die Absicht, diese Schwei.nereien aufzuklären. Sonst hätte sie eine unabhängige Kommission eingesetzt.
Es gibt auch meines Wissens kein einziges Opfer, das angemessen entschädigt worden wäre. Was diese Kommission angeboten hat, war höchstens ein Bettel und eine Beleidigung für die Opfer.
Die Mehrzahl der Opfer haben sich deshalb gar nicht an die Kommission gewandt...

Meine Frage ist keine Verteidigung!!

W a s bietet der BUND an ??? Exakt Null komma Null.

Meine Frage ist nur eine Frage:

WARUM bietet der Bund vulgo Staat nix an?
Vor einem derartigen medialen Schauspiel wie mit der Kirche müsste sich der Staat mit Sicherheit nicht fürchten...

Das ist einfach zu beantworten: Weil der sich nicht abzocken lassen will.

Weil sich die Bundesregierung (Bund) nicht mit der

Materie befasst, und sich auf die Bundesländer ausredet. Entweder wissen jene nichts von Insassen des Bundeskonviktes Lienz oder der Bundeserziehungsanstalt Kaiser-Ebersdorf nichts, oder sie stellen sich ganz einfach dumm. Stichworte: Erziehungsanstalt Gleink,Leitung Herz Jesu Missionare, jedoch Erzieherinnen und Erzieher die von "Draußen" geholt wurden, keine Ordensmenschen. Zöglinge wurden von den "Weltlichen" in *jeder* Hinsicht ebenso missbraucht und durch die Gegend geschossen wie von so manchem Geistlichen. OÖ Landesregierung, Pühringer, geht uns nix an, war kein Landesheim. So sind die Opfer dieser "gemischten Anstalt" quasi gezwungen sich an eine kirchliche Einrichtung zu wenden. Google Erziehungsanstalt Gleink.

Na, die Hirten lassen sich also lumpen?
IGITT.
Widerlicher Verein.

das beste ist, aus diesem verein auszusteigen, dies ist nicht mehr unsere kirche

Das sind die folgen des zölibats !

Würde die KATH. KIRCHE ihren priestern ein sexualleben mit erwachsenen, sei es hetero-oder homosexuell, zugestehen, hätte sie kaum probleme mit missbrauchsfällen !

Amnesty International über die katholische Kirche

Die Frage, die nach wie vor offen bleibt, ist jene nach der straf- und zivilrechtlichen Verantwortung der Täter, denn offenbar ist dem Opfer schwerer Schaden zugefügt worden.
Gestern hat Amnesty International einen Bericht über den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche Irlands veröffentlicht. Dort wird über die Folter missbraucher Kinder gesprochen, die Frage nach der Mitverantwortung des Staates gestellt, und der falschen Respekt gegenüber Autoritäten kritisiert.
Auch wird eine Paralelle zwischen der Bankern sowie Priestern gewährten Straflosigkeit gezogen, den einen trotz des kriminellen Umganges mit Geld, den anderen trotz des kriminellen Umgangs mit Kindern.

.........""Ranghohe kirchliche Würdenträger werden geschützt".......

Hat jemand etwas anderes erwartet, von der durch SCHÖNBORN (!!!) eingesetzten Kommission ?

Übrigens, der ranghohe kirchliche würdenträger heißt
LEO MAASBURG, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke Österreich.

wieder einmal:

http://www.kirchen-privilegien.at/ :
Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien
http://www.kirchenaustritt.at/ :
kirchenaustritt.at ist eine private Webseite mit allen Informationen zum Austreten aus jeglicher Religionsgemeinschaft. Ein Austritt dauert meist nur 10 Minuten. Klicken Sie auf “Austreten” für weitere Informationen!

die kirche kannst du vergessen, mit samt ihren pfarrern

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