Polizistenadressen im Netz

Gehässige Aktivisten

Kommentar | Michael Möseneder, 26. September 2011, 18:45

Polizisten und Polizistinnen haben aufgrund ihrer Tätigkeit mitunter Feinde

Keine Frage, der kritische Blick auf datenschutzrechtliche Bestimmungen ist nötig. Ebenso wie das Aufzeigen möglicher Konsequenzen von Gesetzen auf die Privatsphäre der Bürger - Stichworte Vorratsdatenspeicherung und erweiterte Gefahrenforschung auch bei Einzelpersonen. Und ein Schuss Aktionismus ist in diesem Feld auch in Ordnung: Schließlich kommt man damit leichter an die Öffentlichkeit.

Nicht in Ordnung ist es, wenn man potenziell Menschen damit gefährdet. Was die Gruppe Anonymous Austria nun gemacht hat. Denn Polizisten und Polizistinnen haben aufgrund ihrer Tätigkeit mitunter Feinde. Und sind daher vielfach auch nicht im Melderegister abrufbar. Wenn nun ein einfacher Knopfdruck im Internet genügt, um sowohl die Adresse des Behördenleiters wie jene des einfachen Kriminalbeamten abzurufen, ist das hochgradig bedenklich.

Um zu demonstrieren, wie leicht man zu Daten kommt und wie löchrig offenbar die Sicherheitsmaßnahmen im Umfeld der Polizei sind, hätte es schon genügt, wenn Anonymous nur die Namen der Exekutivvertreter veröffentlicht und das an die Öffentlichkeit trägt. Aber "Problem officers?" zu fragen und auf die Datenbank zu verlinken ist schon fast eine Aufforderung zur Abrechnung. Und dann noch süffisant "Es hat doch niemand was zu verbergen" zu schreiben, ist einfach gehässig. Wer sich gegen Big Brother einsetzt, darf nicht selbst zu einem werden. (DER STANDARD Printausgabe 27. September 2011)

Kommentar posten
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MiNeum71
 
00
27.9.2011, 19:53

Das Argument "Es hat doch niemand was zu verbergen" ist durchaus zutreffend, wenn die eine Seite das unentwegt als Totschlagargument verwendet, um damit ihre demokratiefeindlichen Gesetze zu legitimieren.

Oder "Quod licet Iovi, non licet bovi"? :)))

Gelsomina
00
27.9.2011, 19:37

Angenommen, irgendwer ist aus irgendeinem Grund auf den Standard angefressen und veroeffentlicht die Daten der Poster. Waere das auch okay?

Jochen Mars
01
27.9.2011, 19:20
Inhaltlich ist der Artikel richtig ...

.. er geht aber am wesentlichen vorbei. Nämlich am Datenmissbrauch. Wo Daten gesammelt werden, können sie Missbraucht werden, je mehr ich sammle desto mehr Missbrauchs potential habe ich.

max grünzweig
00
27.9.2011, 17:52

Wenn die VDS kommt, darf dann jeder kleine Kieberer nach Lust und Laune bei jedem herumschnüffeln? Oder wie ist das?
Wir brauchen keinen Polizeistaat, wir sind durch rechtslastige, unfähige und korrupte Politiker schon genug gestraft.

max grünzweig
00
27.9.2011, 17:40
Polizisten und Polizistinnen haben aufgrund ihrer Tätigkeit mitunter Feinde.

Wenn es Prügelpolizisten sind, die grundlos auf wehrlose Demonstranten einschlagen dann darf man sich nicht wundern. Oder etwa der Kieberer im Fall Brennan.
http://www.youtube.com/watch?v=F-PgqKd4gp4

robking
00
27.9.2011, 17:26
symbolisch traf es die richtigen

doch gerade aus den obersten etagen mancher sicherheitsdirektion gab es erhebliche einwände gegen die ausweitung der befugnisse zur erweiterten gefahrenabwehr. das wurde intern auch den ministerien gegenüber klar deklariert, jedoch nicht zur kenntnis genommen. und sich öffentlich zu äussern, das hat sich halt leider keiner zugemutet.

mich würde es nicht wundern, wenn das leck ziemlich weit oben im polizeiapparat gefunden würde.

Der Doktor
26
27.9.2011, 16:06
Wehleidiges Gewimmer!

Wird uns nicht ständig eingeredet, dass alle Daten gaaanz vertraulich und suuuuper sicher sind. Die Aktion hat genau in diesem Ausmaß gezeigt, welche Nurmis da am Werk sind. Statt zu jammern, sollten die Polizei-Verantwortlichen Rede und Antwort stehen, wie so etwas überhaupt möglich ist. Und dann zurücktreten.
Statt wehleidig aua zu schreien...

Herzerzog Johann
11
27.9.2011, 17:01

Welche Polizeiverantwortlichen?

Rene Stangeler
11
27.9.2011, 16:57
Die Daten stammen nicht aus dem BMI

sondern von einem privaten Verein der unter anderem internationale Verbindungen zum weltweit bestehenden Vereinsablegern pflegt. Polizeiverantwortliche haben weder mit der Vereinsgebarung noch mit den Datensicherungsaufgaben des Vereins etwas zu schaffen. Wer soll zurücktreten? Der Polizeidirektor (von welcher Direktion?) der vielleicht Mitglied im Verein ist jedoch keine Funktion im Verein hat?

1116er
33
27.9.2011, 15:48
"..hätte es schon genügt, wenn Anonymous nur die Namen der Exekutivvertreter veröffentlicht und das an die Öffentlichkeit trägt"

geh herr möseneder, du träumst!

das wäre ähnlich 'folgenreich' wie das schreiben meines posts oder das schreiben deines artikels! (nicht mal die jetzige form der veröffentlichung wird irgendwas in den köpfen der sammelwütigen ändern!)

ach, wär ich doch auch (noch) so kindlich, das leben wäre eine einzige rosarote wolke.
träum weiter, michl!

Christoph Karl Steininger
12
27.9.2011, 15:38
Es ist so wie schon bei der GIS-Affäre!

Die betroffene Behörde soll nicht lang wehleidig tun sondern die ihnen anvertrauten Daten besser schützen!
Wieso zahlen wir phantastische Summen als Steuern? Wenn nicht mal die Behörden einen bessren Schutz als irgendwelche privaten Computer-User haben?
Überdies - pikanterweise waren die Innenminister seit 2000 Scharfmacher. Wo bleibt denn die Bilanz wenn all das so leicht geht.

super Typ
00
27.9.2011, 17:54

Erstens ist keine Behörde betroffen, sondern ein Verein, bei dem Polizisten Mitglieder sind.
Zweitens jammert nicht in erster Linie der betroffene Verein, sondern höchstens die betroffenen Polizisten.

tramezzino
00
27.9.2011, 17:52

die behörde hat genau gar nichts damit zu tun...

Herzerzog Johann
00
27.9.2011, 17:03

Ist ein privater Verein jetzt eine Behörde? Und wenn ja, seit wann? Hab ich was versäumt?

Rene Stangeler
10
27.9.2011, 17:00
Es wurden keine Daten von einer Behörde

gestohlen sondern die eines privaten Vereins, dessen Mitglieder halt zum überwiegenden Teil Polizisten sind.

Christoph Karl Steininger
00
28.9.2011, 02:01
Ja dann,

gibts überhaupt keinen Grund zur Klage!

dmos
02
27.9.2011, 15:21

Vielleicht sollte der Standard andenken das Stricherlsystem auch für Artikel und Kommentare einzuführen - einmal grün für Möseneder hier.

andreas lamers
 
23
27.9.2011, 15:08
kleine entgegnung

erstens sind polizisten in dem land nicht wirklich gefaerdet, auch weil sie sich mit organisation wie der mafia oder den russen gar nicht anlegt, zweitens wenn daten sensiebel sind sollten sie so gehandhabt werden. datenhandel SOLLTE verboten werden(das macht sogar ihre hausbank, und wissen sie wohin ihre daten geganen sind??) drittens werden gesetze gerade fuer das internet immer mehr verschaerft mit der argumentation das ja wer nichts zu verbergen hat , die gesetze ja begruessen sollte. (siehe mailverschluesselung und prozesse)(oder auch bundestrojaner die bereits eingesetzt werden) im taoteking stehen schon kluge dinge drinnen, und laotse hat verhalten von menschen recht gut beschrieben, also nicht wundern wenn sie sich so verhalten.

andreas lamers
 
00
27.9.2011, 15:03
kleine entgegnung

byron sully
12
27.9.2011, 14:32

so ist es, kann mich dem kommentar nur anschließen. hier hat man aus an sich unterstützenswerten motiven etwas dummes und gefährliches getan. der zweck heiligt nicht alle mittel. bei aller berechtigter kritik am polizeiapparat (und ich hab ja selber in meinem postings oft genug die polizei kritisiert) darf man so was nicht machen.

exile in mainstream
21
27.9.2011, 14:05

sich mit 25000 polizistInnen anzulegen weist aber auch darauf hin dass man nicht alle nadeln auf der tanne hat

tramezzino
00
27.9.2011, 17:53

hacker, wir wissen, wo dein auto steht ! ;-))

Roter Baron
31
27.9.2011, 13:20
>Denn Polizisten und Polizistinnen haben aufgrund ihrer Tätigkeit mitunter Feinde<

ach ne

und dann tun wir ganz erstaunt, wenns mal einen kiwara erwischt... wie wenn die nicht wüßten welches berufsbild und berufsrisiko sie erwartet, wenn sie -freiwillig- so einen "job" antreten.

so ist das eben, wenn man für die mächtigen die drecksarbeit erledigt (nochmal: freiwillig).

roter baron

Gelsomina
00
27.9.2011, 19:30

Es gibt auch andere "Drecksarbeit", zum Beispiel das Verfolgen von Kinderpornografie und Menschenhandel, die fest in den Haenden der Mafia sind.

Es gibt also genug Leute, denen diese Daten sehr gelegen kommen, damit sie dem einen oder anderen Polizisten ein Angebot machen koennen, das er nicht ablehnen wird.

deadsoil
00
27.9.2011, 18:02

sie armer unterdrückter, sie tun mir wirklich leid und dann noch die mächtigen und die drecksarbeit für die mächtigen, wahnsinn, welch blödsinn rote barone mitunter verzapfen.

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