Humanitäre Gründe

Angeklagter Arzt kehrt am Mittwoch aus Dubai zurück

27. September 2011, 15:54

Ankunft in Wien-Schwechat Mittwoch früh - Grund für die Ausreiseerlaubnis ist die Krankheit der Frau des oberösterreichischen Arztes

Wien - Überraschende Wende im Fall des in Dubai wegen Mordes angeklagten Arztes Eugen A.: Der oberösterreichische Intensivmediziner wird morgen, Mittwoch, nach Österreich zurückkehren. Aus humanitären Gründen - seine Frau ist schwer krank - darf er aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ausreisen. A. wird am Mittwoch früh am Flughafen Wien-Schwechat erwartet. Für 5.45 Uhr ist ein Pressebriefing angekündigt. Der Mediziner sagte, am nächsten Prozesstermin am 16. Oktober in Dubai teilnehmen zu wollen. Er möchte damit für den Beweis seiner Schuldlosigkeit kämpfen.

"Dass es schließlich so schnell geht, damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin müde und erschöpft, aber glücklich", sagte A. Die Ausreise wird ihm allerdings nur vorübergehend erlaubt, zur nächsten Verhandlung am 16. Oktober muss er nach Dubai zurückkehren. Grund für die Ausreiseerlaubnis ist die schwere Erkrankung der Frau des Mediziners. Das letzte Mal war der Oberösterreicher zu Weihnachten 2009 in der Heimat.

Arzt will weiter an Prozess teilnehmen

Obwohl Österreich keine Garantie abgibt, dass A. wieder in den Wüstenstaat zurückkehrt, will er sich dem weiteren Prozess in Dubai stellen. "Ich möchte nicht mein restliches Leben als wegen Mordes gesuchter Verdächtiger auf der Flucht sein", so der Mediziner. Die Justizbehörde in Dubai hatte im Vorfeld der Verhandlungen über die vorübergehende Ausreise eine Bürgschaft von Österreich verlangt, den dort Angeklagten für den Prozess wieder auszuliefern. Das konnte aus rechtlichen Gründen nicht garantiert werden, weil die Republik keine Staatsbürger ausliefern darf. A. hatte jedoch selbst immer wieder betont, dass er seine Schuldlosigkeit beweisen und für seine Rehabilitierung kämpfen möchte.

Ausschlaggebend für die humanitäre Ausreise waren für den Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, zwei Sachen: Einerseits die vielwöchigen Gespräche auf allen diplomatischen Ebenen. "Andererseits hat der Prozessverlauf am Sonntag zum Umdenken beigetragen. Hier konnten die scharfen Vorwürfe der Verteidigung entkräftet werden." Beim letzten Verhandlungstermin hatten ein Pfleger und eine Schwester zugunsten A. ausgesagt. "Es hat schlussendlich bei allen Entscheidungsträgern Verständnis für die schwierige humanitäre Situation gegeben", sagte Launsky-Tieffenthal.

"Wir haben sogar Fragen stellen dürfen"

Die Chefin der Rechtsabteilung im Außenministerium, Elisabeth Ellison-Kramer, hat den Intensivmediziner in der vergangenen Woche in Dubai unterstützt. "Sie hat sich sehr für mich engagiert, ohne sie wäre die Ausreise nicht möglich", sagte der 50-Jährige. Ellison-Kramer wird morgen gemeinsam mit dem Intensivmediziner nach Österreich zurückkehren.

Der Prozess gegen den Oberösterreicher war Mitte Juli eröffnet worden. Im August wurde das Verfahren aufgrund des Fastenmonats Ramadan unterbrochen. Der letzte Verhandlungstermin fand am vergangenen Sonntag statt. Hier waren drei von fünf geladenen Zeugen der Anklage einvernommen worden. Die etwa einstündige Verhandlung selbst sei "ruhig und besonnen" abgelaufen, "wir haben sogar Fragen stellen dürfen", sagte A.

Anklage wegen unterlassener Hilfeleistung

Die Anklage beschuldigt den Oberösterreicher und einen indischen Kollegen, einen querschnittgelähmten Patienten im Februar 2009 durch Unterlassung von Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate getötet zu haben. Der 50-Jährige soll eine Order ausgegeben haben, dass der Kranke im Falle eines Herzstillstands nicht wiederbelebt werden soll. Bereits vor dem Vorfall im Rashid Hospital hatte A. seine Kündigung eingereicht, er war dort mehr als drei Jahre als Leiter der Intensivstation tätig.

Der indische Kollege war der diensthabende Arzt, als der Patient einen Herzinfarkt erlitt. Laut A. war der Inder zu diesem Zeitpunkt mit einem weiteren Patienten beschäftigt, und hatte daher keine Zeit, den gelähmten Patienten zu reanimieren. Dieser verstarb um 3.30 Uhr. "Ich war zum Zeitpunkt des Todes bereits seit 36 Stunden nicht mehr im Krankenhaus", sagte A. Während der österreichische Mediziner von seinem jetzigen Arbeitgeber im Al Ain Hospital in Abu Dhabi suspendiert wurde, darf der mitangeklagte Inder laut A. weiterhin auf der Station im Rashid Hospital Dienst versehen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 121
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Bernhard Lassy2
 
01
27.9.2011, 18:11
Dr. Adelsmayr hatte noch aus anderen Gründen Glück

Er ließ sich ursprünglich von Dr. Kawadri vertreten, erkannte aber aus irgend einem Grund dass dieser Mann für Ihn nicht passt.

Andere Österreicher hatten weniger Glück. Nach Aussagen von mehreren Betroffenen wurde Dr. Kawadri über das österreichische Konsulat vermittelt. Dr. Kawadri scheint aber, wie schon länger zu vermuten, ein Hochstapler zu sein.

http://www.saubere-haende.org/typo3/ind... php?id=281

erdknall
01
27.9.2011, 16:26
wer ist denn nun angeklagt...

"...scharfen Vorwürfe der Verteidigung entkräftet werden."

BK W. Shoyssel
11
27.9.2011, 15:56
Wahnsinnstat

Es ist jede Fachkraft gut beraten, Jobangebote in arabischen Ländern abzulehnen, es sei denn, es handelt sich um Söldner, denn die kennen wenigstens genau das Risiko und nehmen ihren Tod in Kauf.

tramezzino
00
27.9.2011, 17:36

bauleiter ist auch ok, wenn du einen startbereiten hubschrauber hast.

giz1908
12
27.9.2011, 15:35

erschreckend was hier für unwahrheiten und schwachsinn verbreitet werden. es wird sogar eine reisewarnung gefordert und mit grün überhäuft. informieren sie sich! grüße aus den uae

Maxengine
11
27.9.2011, 14:53
Ungläubiger bleibt Ungläubiger auch wenn es ein Mediziner ist... die Islamisten in Dubai sind da net zimperlich...

Club-der-dichten-Toten
10
27.9.2011, 16:49

So ein kompletter Unsinn ist nicht mal mehr mit Unwissenheit zu entschuldigen.

Black Widdow
12
29.9.2011, 17:31
Koran:

2:176 "Tötet sie,wo immer ihr sie findet. Verjagt sie von den Orten, von denen sie euch verjagen...... Kämpft gegen sie, bis es keinen Götzendienst mehr gibt, und die Religion Gottes die Alleinherrschaft innehat."

Club-der-dichten-Toten
20
29.9.2011, 19:56

Soll ich Ihnen ein paar Zitate aus der Bibel aufschreiben?

Black Widdow
02
30.9.2011, 17:46
Ich habe keine Religion

Club-der-dichten-Toten
40
30.9.2011, 18:21

Und? Was hat das mit der Bibel zu tun?

Black Widdow
22
1.10.2011, 15:51
Religionen sind starre dogmatisches Systeme

zum Glück lebe ich in einem Land, wo ich die Möglichkeit habe, ohne diese zu leben und nicht deswegen gleich einen Kopf kürzer gemacht zu werden.
Was hat eigentlich die Bibel mit einem Islamischen Rechtssytem zu tun?

Club-der-dichten-Toten
00
1.10.2011, 18:15

Sie können auch in Dubai beispielsweise ohne Religion leben.

Und Sie haben ein Zitat aus dem Koran, lesen Sie mal die Bibel, da finden Sie auch ähnliche Zitate...

Black Widdow
00
2.10.2011, 14:54
AT oder NT?

Und ich kenn auch Taqiya :-P

Corleone73
02
27.9.2011, 14:36

die sind wahrscheinlich froh wenn er nicht zurückkommt, dann können sie dieses schauspiel beenden...

soamist
00
27.9.2011, 14:33
er wird wohl nicht so dämlich sein

zurückzukommen

Club-der-dichten-Toten
00
27.9.2011, 21:14

So wie er heute geklungen hat, ist er rechtzeitig zum nächsten Termin am 16.10. wieder in Dubai.

Er scheint zum dortigen Rechtssystem und zur Justiz ein besseres Vertrauen zu haben, als viele Poster hier.

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
00
27.9.2011, 16:54
Bled wird's nur...

... wenn die einen internationalen Haftbefehl ausstellen und er nirgends mehr ins Ausland kann...

living reef
00
27.9.2011, 14:18
da werden die scheichs in dubai

halt eine austrian maschine als pfand nehmen bis der doktor zurück ist...

Kra Wuzikabuzi
01
27.9.2011, 13:58
wäre ich ein schelm

würde ich sagen, alles ist bereits so geregelt:
*) A. bleibt hier und geht auch freiwillig nicht zurück.
*) Emirates bekommen einen Terminal für den A380 und überraschend günstige Landekonditionen.
http://derstandard.at/131701849... -anfliegen

mal abwarten.

schuldenhilfswerk
15
27.9.2011, 13:45
Der Österreicher, wie er leibt und lebt ...

Es ist hochinteressant, welchen Verlauf dieser Blog nimmt ...!

Ein, zwei, ..., maximal 5 Stellungnahmen zu dem eigentlichen Artikel - den angeklagten Medizinier betreffend und dann gleich abgeschwenkt vom eigentlichen Problem, zum Heruntermachen diverserer Unternehmen und Völkergruppen!

Jeder Staat hat nun mal sein Rechtssystem - und wir sollten unsere Meinungsbildung im eigenen Land beobachten, wenn es darum geht, dass ein "Nicht-Österreicher" auf der Anklagebank sitzt!

Meine Hochachtung vor Eugen A. wenn er die Rückreise antritt, wenn nicht - ebenso nachvollziehbar!

Corleone73
00
27.9.2011, 14:37

wenn er die rückreise antritt ist er nicht ganz dicht

Marquis Deese
00
27.9.2011, 20:38
Im Gegenteil!

Bei der jüngsten Verhandlung am Wochenende (?) sind einige Zeugen der Anklage gar nicht erschienen und einige haben angeblich ihre Aussagen geschwächt bzw. überhaupt zurück genommen. Die Ärztevertretung in Dubai hat von Anfang an keine Verfehlung des Dr. A. erkannt.

Laut Ö1 Abendjournal haben alle diese Umstände dazu beigetragen, dass der Arzt ausreifen darf. Es riecht im Augenblick stark nach einem energischen Zurückrudern seitens der dortigen Anklagebehörde. Wenn Dr. A. also daran interessiert ist, in der Region (Abu Dhabi?) weiter zu arbeiten, sollte er sehr wohl zum nächsten Gerichtstermin hinfahren. Die Chancen auf einen Freispruch oder gar auf eine Verfahrenseinstellung stehen mMn gut!

Club-der-dichten-Toten
00
27.9.2011, 21:17

Er hat heute auch schon gesagt, dass er wieder zurückfährt.

Wie man sieht, hat er offenbar größeres Vertrauen in die dortige Justiz als die Ferndiagnostiker, die hier den Geifer loslassen...

Marquis Deese
00
28.9.2011, 18:24
Die Anklage bricht vor unseren Augen in sich zusammen!

Mit "Vertrauen in die dortige Justiz" hat es vermutlich weniger zu tun, als mit der Überzeugung, dass sich die dortige Justiz, mittlerweile unter der Lupe Europas hockend, wohl nicht mit einer total absurd gewordenen Anklage weiter blamieren möchte.

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