Volksschauspielerin Sissy Löwinger gestorben

26. September 2011, 15:55
  • Volksschauspielerin Sissy Löwinger, im Bild bei der Verleihung des "Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst" im Jahr 2004,  ist in der Nacht auf Sonntag gestorben.
    foto: apa/harald schneider

    Volksschauspielerin Sissy Löwinger, im Bild bei der Verleihung des "Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst" im Jahr 2004, ist in der Nacht auf Sonntag gestorben.

War seit 1988 Leiterin der Löwinger-Bühne - Beisetzung im engsten Familienkreis

St. Pölten - Die Volksschauspielerin Sissy Löwinger ist tot. Sie verstarb in der Nacht auf Sonntag im Alter von 70 Jahren in ihrer Heimat im niederösterreichischen Altlengbach, bestätigte ihr Ehemann Hans-Peter Blechinger. Todesursache dürfte laut Auskunft des Notarztes ein Lungeninfarkt gewesen sein. Die Beisetzung werde im engsten Familienkreis stattfinden, sagte Blechinger. Dem Publikum in ganz Österreich und darüber hinaus bekannt war die Schauspielerin als Mitglied der Löwinger-Bühne, die sie seit 1988 auch leitete.

Erster Auftritt als Fünfjährige

Sissy Löwinger wurde am 22. Juni 1941 in Graz während einer Tournee der Eltern Paul und Liesl Löwinger in eine bekannte Schauspielerdynastie und die lange Tradition der schon seit 1764 bestehenden Löwinger-Bühne hinein geboren. Bereits als Fünfjährige stand sie erstmals auf der Bühne. Nach Klavier-, Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht entschloss sie sich im Alter von 17 Jahren, sich ganz dem Schauspiel zu widmen. Sie war in Dramen, Boulevard-Stücken, Musicals und als Kabarettistin zu sehen, am erfolgreichsten war Löwinger aber in unzähligen Volksstücken und Lustspielen.

Neben den Stücken der Löwinger-Bühne, die vielfach von ORF und ZDF übertragen wurden, und ihren Kabarett-Auftritten an der Freien Bühne Wieden war sie u.a. etwa in der Volksoper, in Filmen wie "Immer Ärger mit den Paukern", "Frau Wirtin hat auch eine Nichte" oder "Auf der Alm da gibt's koa Sünd" sowie im skurrilen ORF-Gag-Stakkato "Tohuwabohu" zu sehen. Tourneen mit ihrem Ensemble führten sie in die USA, nach Kanada und Deutschland. Zur Schauspielerei gesellte sich 1970 die Regiearbeit, 1986 begann Löwinger auch, unter den Pseudonymen Helmut Haupt und Justus Schaub Lustspiele fürs Theater zu schreiben.

Leiterin der Löwinger-Bühne

Seit dem Tod ihres Vaters Paul 1988 leitet sie die Löwinger-Bühne alleine. Zusätzlich widmete sie sich auch noch dem Zirkus und hob 1996 als Co-Direktorin mit Adolf Lehner das Nachfolgeunternehmen zum bekannten Zirkus Althoff-Jacobi aus der Taufe, der jedoch zu Beginn 2004 den Betrieb wieder einstellte. Seit 1997 tourte die Löwinger-Bühne wieder durch Österreich, in den letzten Jahren war es aber zunehmend still geworden um das Theater und dessen Leiterin, die in zweiter Ehe mit dem Fernsehmoderator Peter Rapp verheiratet war und zuletzt mit ihrem dritten Ehemann im niederösterreichischen Altlengbach lebte. Von offizieller Seite wurde sie für ihre Karriere zu Beginn des neuen Jahrtausends mit dem Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien und dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst geehrt.

Als "Vollblut-Schauspielerin", die "über Jahrzehnte nicht nur das österreichische Publikum" begeisterte, würdigte Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) die verstorbene Schauspielerin. "Sie hatte das besondere Talent, sich mit viel Charme und Humor in die Herzen ihrer Zuschauer zu spielen", hieß es in einer Aussendung. (APA)

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das waren zeiten

http://www.arbeiter-zeitung.at/cgi-bin/a... A07;html=1 siehe links unten.. 20.15 Uhr

man beachte programmstart und sendeschluss...
aber damals hat man auch noch bücher gelesen....

Ö3: beschwingt um 11!

ich kontere mit

treffpunkt studio 4.

parade riposte

mit vokal, instrumental, international!

leitln, leitln, holba ochte is

wer hat das immer gesagt? ich weiß nur, es war nicht pater august paterno, der die adresse "auf der matte 40" hatte. gut, der trat im fernsehen, nicht im radio auf. am samstag, vor dem nacht-western.

pfarrer josef moosbrugger war der andere.

das war noch ein echtes druckmittel meiner mutter!

brav sein, sonst kannst gleich schlafen gehen!

ufo war damals die bessere alternative zu raumschiff enterprise! schade darum.

hab grade auf wiki gelesen

daß von UFO überhaupt nur eine staffel mit 26 folgen gedreht wurde. schade, sie sagen es.
witzig übrigens im vorspann die immer wieder kurz aufblitzende zahl 1980. anscheinend hat man sich 1970 das leben in 10 jahren so vorgestellt. köstlich.

Nun ja, viel schlechter

war aber das Programm damals auch nicht. Natürlich hasste ich als Kind diese Sendung - der Tod dieser Dame rief mir diesen Wahnsinn wieder in Erinnerung.

Interessant fand ich den Kulturteil dieser Zeitung neben dem Programm. Carla Bley, Andy Warhol - auf diesem Niveau bewegt sich ja heute nicht einmal mehr der Standard, von Prolo-Zeitungen ganz zu schweigen. Oder tue ich damit Heute, Österreich, Kurier und Krone Unrecht?

und das (F) heisst: IN FARBE !

booah!

bitte die rechte spalte zu beachten: da wird die fernsehserie "ufo" besprochen. die bot viel "aktion", meint der redakteur. das absolut megacoolste damals im ORF. ich hatte sogar ein panini-album dazu.

R.I.P. Sissy ...

und lass den Herrn Vater schön grüßen wennst ihn wieder triffst. Mit Euch hab i immer a Hetz gehabt - als kleiner Bub vorm Fernseher.

Das hätte sich die Sissy Löwinger auch nicht gedacht, dass angesichts ihres Ablebens so eine rege "ach wie war das doch früher schön Diskussion" in Gang kommt.

Danke alleine dafür, Sissy Löwinger, auch wenn es mir bewusst macht, dass ich mir früher angesichts solcher Reden meiner Eltern immer dachte "mah, ich werde gaaaaanz anders wenn ich einmal so alt bin" ;-).

und?

sind sie anders geworden?

Was den Punkt betrifft offensichtlich nicht.

Aber sonst gibt es schon etliche Punkte was mich unterscheidet - speziell von meiner Mutter bezüglich unseres gemeinsamen Lieblingsthemas "Kinderbetreuung, Berufstätigkeit von Frauen". Ich denke auch, dass viele unserer Eltern (je nachdem wo sie lebten und wie alt sie waren, als unsere Generation geboren wurde) in irgend einer Form kriegsgeschädigt waren und doch einiges verdrängen mussten.

Es sind einfach vollkommen andere Zeiten und man hatte zumindest die Möglichkeit und vor allem auch viel mehr Möglichkeiten sich anders zu entwickeln. Ich habe mit der Welt meiner Kindheit nur mehr sehr wenig zu tun, obwohl sie im Großen und Ganzen schön war und sich nicht enorm von anderen Unterschied.

aha

jetzt wirds also doch noch ernst hier. ;o)
was sie schreiben bezüglich abgrenzung von der mutter erinnert mich sehr an meine mutter. die wollte sich auch immer ganz strikt von ihrer mutter abgrenzen. mag sein, daß das bei der ersten nachkriegsgeneration besonders stark herausgekommen ist, kann aber auch sein, daß das einfach ein typisches mutter-tocher-ding ist.
meiner mutter ist das nur so halb geglückt, obwohl sie sich sehr bemüht hat und das selbst vielleicht anders sieht. mir persönlich sagt das, daß wir tief drin unseren eltern ähnlicher sind, als wir es wollen.

Das war kein bzw. nicht nur Abgrenzen. Frauen haben eine andere Geschichte als Männer und so im Allgemeinen war "meine" Frauengeneration, die erstmals "flächendeckender" aus dem Schatten des Mannes trat,

also nicht mehr sein Anhängsel war sondern seine Partnerin wurde. Für Männer war das sicher auch eine Umstellung, aber Männer waren nie das Anhängsel von jemanden und mussten sich nicht die "Aussenwelt" erobern (jetzt vielleicht die Familienwelt ;.)). Das hat uns ziemlich hin- u. hergerissen zwischen Erziehung und den neuen Möglichkeiten. Es war ein Schritt ins kalte Wasser und ich höre noch immer die Warnungen "wirst schon sehen, wenn......" Heute bin ich froh da rausgegangen zu sein. Das heißt nicht, dass ich nicht vieles von meiner Mutter habe - vor allem mein Zeichentalent und auch Phantasie usw., sondern dass ich mit diesen Talenten einfach anders umgehen kann und mich einfach anders sehe und auch anders im Leben stehe.

was sie da beschreiben

gilt doch eher für frauen jahrgang 1940 bis 1950, würde ich meinen. so alt sind sie doch noch nicht.
außerdem habe ich das persönlicher gemeint mit der abgrenzung, nicht so sehr politisch.

Ich bin am Land aufgewachsen. In meiner Generation war es für ein Mädchen nicht selbstverständlich die Matura zu machen (die brauchen nichts lernen, die

heiraten eh - und wer sie erhält war klar). Die große Broda'sche Gesetzesreform zum Familienrecht gab es 1975. Die 68 haben einiges bewegt und die Pille gab es ab Anfang der 60er (sicher mit ein Grund, dass Frauen sich aus der Rolle raus entwickeln konnen, da sie dadurch auch ungewollte Schwangerschaften fast ausschliessen konnten).

Die 1930 bis 1940 geborenen sassen im Einzelfall als Tippsen im Vorzimmer oder waren Krankenschwestern bis sie geheiratet haben und viele Frauen haben in der Zeit nicht maturier oder studiert. Erhalten hat sie der Mann. Selbst in meiner Generation haben sich noch viele Frauen auf das Konstrukt eingelassen und nur teilweise gearbeitet - was sie jetzt teilweise sehr bereuen.

die diskussion hatten wir schon mal

und ich wiederhole es gerne, weil es in ihren zeilen mitschwingt: daß frauen automatisch glücklicher wären, wenn sie ihr eigenes geld verdienen, ist eine durch nichts bewiesene und grundsätzlich unsinnige behauptung.
aber wie gesagt, auf die ökonomische ebene wollte ich eigentlich gar nicht.

Es sind sicher nicht alle glücklicher aber VIELE, weil sie die Wahl haben. Aber das werden (manche?) Männer nie verstehen, denn DIESE Wahl mussten sie nie treffen.

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