Toolkit

GTK+ 3.2: Mit HTML5- und Wayland-Backends

Andreas Proschofsky, 26. September 2011, 12:13

Besseres Theming, neuer Schriftenauswahldialog und überarbeiteter Dateiauswahldialog - GTK+4 als Zukunft

In wenigen Tagen will das GNOME-Projekt mit der Version 3.2 das erste große Update für die neue Generation der eigenen Desktop-Software zum Download freigeben. Bevor es soweit ist, gibt es nun schon zumindest einmal eine neue stabile Ausgabe des dem Desktop zugrunde liegenden, grafischen Toolkits: GTK+ 3.2 bringt dabei wieder eine Reihe von Neuerungen, darunter zwei vollständig neue Backends, auch wenn beide noch als experimentell gekennzeichnet sind.

Broadway

Da wäre einmal das HTML5-Backend, mit dem es möglich ist, GTK+-Anwendungen direkt in modernen Browsern mit Websocket-Support laufen zu lassen. Eigentlich als Spielerei entstanden, hat man unlängst demonstriert, dass sich damit auch komplexere Anwendungen aus der Ferne nutzen lassen, etwa ein noch in Entwicklung befindlicher GTK+3-Port von Libreoffice. Das zweite neue Backend bringt die Unterstützung für den X.org-Server-Nachfolger Wayland, auch wenn dieser momentan noch recht weit vom Alltagseinsatz entfernt ist.

Verbesserungen

Deutlich erweitert hat man den mit der Vorgängerversion eingeführten CSS-Theming-Support, so dass nun wesentlich mehr Interface-Bestandteile auf diesem Weg angepasst werden können. Ganz neu geschrieben wurde der Schriftenauswahldialog, der Dateiauswahldialog wurde ebenfalls einmal mehr angepasst. Als neue Widgets sind GtkLockButton und GtkOverlay hinzugekommen.

Zukunft

Parallel zur aktuellen Entwicklung diskutiert man bei dem Projekt bereits über den nächsten großen Versionssprung. So könnte ein GTK+4 eine Zusammenführung mit der 3D-Bibliothek Clutter bringen, die jetzt schon vermehrt im GNOME-Umfeld zum Einsatz kommt. Einen konkreten Zeitplan hierfür gibt es aber noch nicht. Unterdessen beginnt man mit der Entwicklung von GTK+ 3.4, das aller Voraussicht nach wieder parallel zur nächsten GNOME-Version erscheinen wird, also gegen Ende März des kommenden Jahres. (apo, derStandard.at, 26.09.11)

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12 Postings
Ser sum sin
01
26.9.2011, 14:30

Genial.

Was sich in den letzten 1-2 Jahren sowohl bei gtk, als auch bei Qt getan hat ist bewundernswert.
Jetzt fehlt nur noch die mobile Platform für diese Toolkits. Damn you Nokia.

aceFruchtsaft
02
26.9.2011, 13:16

Eine GTK+-Portierung von OOo wäre auch ein Highlight, ich finde das derzeitige Eigenbautoolkit mit halbherzig übernommenem GTK+-Theme echt furchtbar.

helpu
00
26.9.2011, 20:53

Da stimme ich ihnen zu. OO und LO sind wirklich keine Augenweide :(

BackfromHell
00
26.9.2011, 20:23

Das ist wahr. Fast schon ein Segen, wenn man dann OO/LO mal unter Windows verwendet

Ser sum sin
00
26.9.2011, 14:35

Ich finde die Office Situation unter Linux generell etwas, naja, zwiespältig.
Leider ist MS Office (unabhängig vom Dokumentformat) von der Bedienung her einfach top. Teilweise nervt mich LibreOffice so sehr, daß ich mir Excel per rdesktop auf den Desktop hole.
Word&PP brauch ich zwar nicht, aber ich glaube da ist die Situation ähnlich.
Koffice, gnumeric & Co sind leider in der Entwicklung noch weiter hinten. Wobei die Geschwindigkeit von gnumeric ein großes Lob verdient.

Rene P.
 
02
26.9.2011, 12:38
ich bin so frei

und fuege 2 beispiel videos vom broadway backend hinzu:

http://www.youtube.com/watch?v=A... r_embedded

http://vimeo.com/21062117

foreigner07
00
28.9.2011, 16:02

A Browser in a Browser: Browception

Michael Bakunin
00
27.9.2011, 13:32

wozu braucht man sowas? wenn man doch ohnehin die programme vom desktop laufen lassen kann.

Fairy Tail
00
26.9.2011, 18:49

Mal bitte um Einschätzung: Was gibts denn damit dann für sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten?

mukl
00
27.9.2011, 12:10

remote desktop über den browser, von jedem system aus, das einen modernen browser hat.
und was noch genialer ist: man braucht nicht mal den gesamten desktop, sondern kann einzelne anwendungen remote starten. ich frage mich nur, welche bandbreite dafür notwendig ist.

mlau
00
26.9.2011, 13:12

Wow, das ist sogar besser als X-forwarding.

Mit einem WebGL-Browser kann man dann gleich
einen kompletten Compiz-Animierten Desktop im Browser
haben.

mukl
00
26.9.2011, 13:04

beeindruckend.

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