Citroën DS3 Racing: Fuhrwerk Orange

Die sonst komfortablen Franzosen bauen einen kompakten Sportler, hart und stark

Man kann das Fuhrwerk Orange richtig ticken hören - zumindest auf den Längsrillen der Südautobahn. Denn das Fahrwerk des DS3 Racing ist so straff, dass man jeden noch so kleinen Stoß spürt. Nein, dieser Citroën ist nicht zu weich. Das sänftenhafte Fahrwerk, für das die Franzosen ansonsten bekannt sind, würde nicht zu diesem Wagen passen, der so viel Aufmerksamkeit erregt wie ein Sonnenstrahl, der nach einer Woche Regen durch die Wolken bricht.

Sogar vom Hubschrauber aus fällt er auf. Das orangene Dach mit der großen DS3-Aufschrift wirkt wie eine neue Werbeidee für Google Earth. Dezent hingegen ist der Sound des Sportlers.

Dabei hat Citroën extra einen Sportauspuff verbaut und den Ladedruck auf 2,2 bar erhöht, um aus dem 1600er-Motor über 200 PS zu holen. Damit schafft er den Sprint von 0 auf 100 km/h in etwas mehr als 6,0 Sekunden - Schluss ist mit dem unbändigen Vorwärtsdrang erst bei 230 km/h. Bis Tempo 100 drückt es einen satt in die Sitze.

Schalensitze übrigens, aus Leder, die guten Seitenhalt geben - wie auch den Kniescheiben der Fondpassagiere. Diese haben nämlich Dauerkontakt. Aber hier sticht die Sportkarte, weil wer kauft sich schon einen kompakten Sportler, um damit dann ein Taxiunternehmen aufzumachen?

Sportlichkeit dominiert auch das restliche Innendesign. Die tonangebende Farbe ist natürlich Orange. Und was an diesem Wagen wie Karbon aussieht, ist auch ein solches. Dazu kommen außen ein Heckdiffusor, eine stattliche Schürze und frech ausgestellte Radkästen. Durch die Tieferlegung und die optischen Retuschen sieht es aus, als würde sich der DS3 am Boden festsaugen.

Den Eindruck unterstützt die um 30 Millimeter verbreiterte Spur. Eindrucksvoll ist der DS3 Racing außerdem auf der Bremse. Wie riesige Schraubstöcke packen die Zangen zu. Die bedient man über Pedale mit gelochten Metallplatten. Die Franzosen ziehen das Sportthema also bedingungslos durch. Nur beim Normverbrauch schaut es anders aus.

Mit 6,4 Litern begnügen sich die 207 PS. In der Praxis, der bleifüßernen, werden dann rund acht daraus. Das ist jetzt kein Rekordwert. Aber wenn man beim Beschleunigen hört, wie das Ticken der Längsrillen auf der Südautobahn immer schneller wird, und im gleichen Maß der Puls steigt, stellt man den Verbrauch hintan. (Guido Gluschitsch/DER STANDARD/Automobil/23.09.2011)

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