Anonymous veröffentlicht Daten von Polizisten

Andreas Proschofsky
26. September 2011, 10:00
  • Der Leak betrifft rund 25.000 PolizistInnen - unabhängig von ihrem Rang.
Bei betroffenen Polizisten ist die Reaktion unterschiedlich. Wirklich Angst hat niemand, als "ungut" bis "Schweinerei" empfinden es aber mehrere. Denn viele Beamte verfügen über eine sogenannte "Meldesperre", können über das Melderegister also nicht ausfindig gemacht werden
    foto: barbara gindl / apa

    Der Leak betrifft rund 25.000 PolizistInnen - unabhängig von ihrem Rang.

    Bei betroffenen Polizisten ist die Reaktion unterschiedlich. Wirklich Angst hat niemand, als "ungut" bis "Schweinerei" empfinden es aber mehrere. Denn viele Beamte verfügen über eine sogenannte "Meldesperre", können über das Melderegister also nicht ausfindig gemacht werden

25.000 Beamte betroffen - Adresse und Geburtsdatum einsehbar - Innenministerium: Infos stammen von "polizeinahem Verein"

Erst vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft Wien bekannt gegeben, dass der Verfassungsschutz in der Causa der Angriffe gegen die Seiten von SPÖ, FPÖ und Grünen mittlerweile nicht mehr allgemein sondern ganz konkret gegen einzelne Personen ermittelt. Was man von solchen Ansagen hält, zeigt Anonymous Austria nun auf auf recht eigene Weise: Über den offiziellen Twitter-Account hat man rund 25.000 Datensätze österreichischer PolizistInnen veröffentlicht.

Hack

Die Daten beinhalten neben dem vollen Namen auch Adresse und Geburtsdatum der betroffenen Personen, wie man an diese Informationen gekommen ist, lässt man offen. Die Veröffentlichung legte Anon Austria als stufenweises Rätsel an, erst nach einigen Stunden offenbarte man, dass es sich bei der langen Liste tatsächlich um 24.938 Datensätze von österreichischen PolizistInnen handelt.

Diskussion

Der rasch einsetzenden Kritik, dass man hier recht wahllos private Daten veröffentliche, begegnet Anon Austria per Twitter mit dem Verweis auf die Vorratsdatenspeicherung - und der zynischen Bemerkung, dass doch ohnehin niemand etwas zu verbergen habe.  Von Seiten des Innenministeriums bestätigt man den Vorfall mittlerweile, darüber hinaus will man sich zu dem Vorfall aber noch nicht äußern.

Update, 10:30

Bei Anonymous betont man zwischenzeitlich, dass man entgegen ersten Berichten nie davon gesprochen habe, dass die Daten Ergebnis eines Hacks seien. Statt dessen nutzt man die Formulierung "Sie wurden uns zugänglich gemacht", was auf eine Weitergabe aus internen Kreisen - oder auch auf einen Hack durch andere hinweisen würde.

Update, 13:20

Laut einer Stellungnahme des Innenminsteriums gegenüber dem WebStandard stammen die Daten von "einem polizeinahen Verein".  Um welchen es sich handelt, und wie Anonymous an die Daten kam - wollte man allerdings nicht sagen.  "Wir ermitteln auf Hochtouren" heißt es lediglich.

Beobachter vermuten, dass die Daten von der österreichischen Abteilung der "International Police Association" stammen könnten.

(apo & sum, derStandard.at, 26.09.11)

Share if you care
Posting 1176 bis 1225 von 1948

genügend leute, das ist das erfreuliche. wer von seiner eigenen unfähigkeit auf andere schließt ist einfach nur arm.

hihi.

oba net weils in der privatwirtschaft ob ihrer begabung und qualifikation so gesucht sind....

Welche Qualifikationen braucht denn ein - sagen wir -

Versicherungssachbearbeiter oder ein Friseur oder ein Automechaniker, welche ihn meilenweit von einem Polizeibeamten absetzen.

Naja, beim Versicherungssachbearbeiter oder Bankangestellten könnte man noch einwenden, dass diese ihr Mittagssushi unfallfrei mit Stäbchen zu bewältigen haben.

Aber sonst?

lesen, schreiben, formuleiren können, pc kenntnisse

sucht denn eine konditorei schlosser? was soll dieser vergleich?

welcher vergleich?

wage nur festzustellen, dass viele polizisten für die privatwirtschaft zu wenig fertigkeiten mitbringen. warum sollte man sich sonst für so einen job bewerben?

üblicherweise bewirbt man sich für einen job weil man das, was dort gesucht wird, kann oder tun möchte. da ists vollkommen egal ob man für was anderen auch taugen würde oder nicht. daher ist ihr vergleich nach wie vor sinnfrei, weil es keinen analoge privatwirtschaftlichen job gibt.

üblicherweise bewirbt man sich für einen job weil man das, was dort gesucht wird, kann oder tun möchte. da ists vollkommen egal ob man für was anderen auch taugen würde oder nicht. daher ist ihr vergleich nach wie vor sinnfrei, weil es keinen analoge privatwirtschaftlichen job gibt.

ahja.

man möchte also andere kontrollieren. und kann eine laserpistolge halten. und ein kapperl aufsetzen. und in furchtbarem deutsch berichte 'tippen'. hab ich autofahren vergessen? kuschen gehört in dem job sicher auch dazu. was wohl der ams berater dazu sagt?

jetzt ist mir alles klar.

das freut mich.

das ergibt einen Backspin retourn

oh
Machtgefühle auszuüben

stimmt
ist geil

paradox

diese anon-wappler liefern damit eigentlich ein argument FÜR die vorratsdatenspeicherung.
nämlich um leute die genau sowas machen aufzuspüren.

mein verdacht (wie schon bei den hacks bestimmter partei-seiten):
es handelt sich einfach um ein paar kinder die bei hundert seiten standard-tricks aus einer security-übung ausprobieren und bei manchen klappts halt.
danach wird irgendein möchtegernintelligenter grund für die veröffentlichung zusammengereimt.
anders sind die völlig sinnentleerten und unzusammenhängenden aktionen kaum erklärbar...

ein argument FÜR die vorratsdatenspeicherung

Wäre das Ganze nur dann, wenn Anonymous eine richterliche Anweisung/Verfügung in Händen gehabt hätte. So beweist es nur, daß der Staat nichteinmal imstande ist die Daten seiner eigenen Mitarbeiter zu schützen, und winkt mit dem Zaunpfahl dorthin, wo dann Ihre Daten aus der Bürgerüberwachung landen könnten.

Die Vorratsdaten werden beim Provider gespeichert, und nicht bei ner Behörde.

na das ist doch gleich um vieles sicherer.

Ja, ja und die Welt ist eine Scheibe

Ein Argument mehr dagegen,

bei einer Behörde wären die Beschäftigten wenigstens noch durch Amtseid etc gebunden, beim privaten Provider, könnens gleich die Passwörter veröffentlichen.

Erinnern Sie sich noch an den Admnin der Schweizer Bank der die Daten gewinnbringend an die deutschen Steuerbehörden verscherbelt hat ( Neue Identität und Zeugenschutz waren no na ned part of the Game ).

Halten sie Yline ( OK die gibts nicht mehr ), UPC und Co tatsächlich für seriöser als eine Schweizer Bank ???

was wäre der unterschied zum status quo?
wissen sie derzeit was ihr provider mit den daten macht die sie über seine leitungen schicken?

meine meinung...

aber für die bin ich hier ja heute schon im selben thread als faschist beschimpft worden...
es sollte einfach so sein dass jeder schutz auf seine persönlichkeit hat...ohne ausnahme...

und der hass auf die polizei kommt meist von menschen die glauben das leben ist nicht fair zu ihnen gewesen...

aufwachen...das leben ist selten fair und meist tritt es noch nach einem...

wir alle haben mit der polizei oder vielmehr einzelnen polizisten zu tun gehabt...meist weniger erfreulich...auch hier macht der ton die musik...

manche waren total in ordnung und manche waren wichtigtuerische idioten...
das kann uns täglich überall passieren...mit und ohne uniform...
niemand hat das recht menschen nur deswegen vorzuführen weil sie diesen beruf haben...

Nur wehe.....

...man erwähnt hier die "Idioten", die 14 jährigen Amateureinbrecher oder 80 jährige, schreckhafte und noch dazu taube Rentner niederschiessen. Oder man erwähnt hier Linzer Prügelpolizisten vm 1.Mai 2010.
DAS sollte man lieber nicht machen, da ist man sofort als ACAB - Freund abgestempelt.
Niemand, weder Polizist noch Polistenfreund hat dieses Recht.

Nachdem ich mir die Liste genauer angesehen habe, auf der ich auch bin ohne jemals Polizist gewesen zu sein,kann es sich nur um eine Mitgliederliste der IPA-Österreich handeln, da auf Ihr auch mir bekannte Personen angeführt werden, die zu keinem Zeitpunkt Polizisten oder Exekutivebeamte gewesen sind.
Also eine Liste von einem nicht staatlichem privatem Verein. www.ipa.at

mit ziemlicher sicherheit ist das die ipa mitgliederliste.

Dann würden die Daten von irgendeiner kleinen Vereinsseite stammen

Das würde auch gut zu den bisherigen "Hacks" von Anon Austria passen.

IPA

"...wenn Traum und Wirklichkeit verschmelzen - IPA!"

bitte - was?! :O

interessant, wie dieser private verein dazu kommt seine statuten mit dem österreichischen bundeswappen zu versehen dessen verwendung eigentlich nur hoheitsträgern erlaubt ist...

bei

genauerer betrachtung der liste muss man fast auf dieses ergebnis kommen !

was soll man mit den daten machen? geburtstagskarten verschicken?

man könnte sie darauf trainieren nicht so schreckhaft zu sein, und darum bitten, jungen Buben nicht unbedingt in den Rücken zu schießen

Du bist sicher ganz ein harter Kerl. Aber du hast schon recht, ich habe letztens bei Tommy Lee Jones gesehen, wie man in so einer Situation zu handeln hat.

sehen sie
das ist der Unterschied zwischen uns beiden
Sie sehen sich Actionfilme an und ich rede mit Freunden über gesellschaftliche Probleme

Es soll auch Leute geben, die 14jährige Buben nicht

zum einbrechen in den Supermarkt schicken.

es gibt auch Idioten, die nicht einmal wissen, dass sie Idioten sind

Natürlich und Selbsterkenntnis ist eine fundamentale

Geistesgabe, die viele viel zu selten anwenden.

Allerdings passt Ihr Posting sehr gut zu den Ursache/Wirkung - Postings, und zwar in wahrlich jeglicher Hinsicht.

sie sollten nicht mit einem Spiegel reden

#Pwnyzei

haha sehr gut, danke für diesen Lacher zur Mittagszeit!

Wusste gar nicht, dass es schon 25.000 Polizistinnen in Österreich gibt. Früher war es eher eine Männerdomäne.

ich hab den nicht verstanden

es wäre ja OK

das BMI bloßzustellen so auf die Art:

liebes BMI
wir haben jede Menge Daten von euren Systemen gefunden, war ganz leicht .. hier kriegt ihr ein paar Beispieldatensätze; bitte öffentlich zugeben, dass ihr Daten "verloren" habt und welche das sind, ordentlich zerknirscht sein, die Vorratsdatenspeicherung noch einmal wirklich ganz gründlich überdenken (und zwar öffentlich), dann kriegt ihr den Rest

gähn

"bitte öffentlich zugeben"
wie naiv gehts denn?
auf die ankündigung "wir haben eure daten" folgt dann logischerweise erstmals eine verhaftung.

Das geht echt zu weit

Ich selbst habe sowohl sehr gute als auch sehr negative Erfahrungen mit der Polizei gemacht.
Dass man aber die Wohnsitzdaten von Menschen zu veröffentlicht, welche täglich während des Dienstes ihr Leben riskieren, nur damit diese sich ihres eigenen Lebens im Privaten auch nicht mehr sicher sein können, das geht entschieden zu weit.

Denn mit Garantie gibt es das eine oder andere geistige Nackerpatzl, welches diese Daten für irgendwelche Rachefeldzüge verwendet und wenn dann was passiert, heißt's lapidar das wollten wir aber nicht.

Das Zeitungen .... diesen Leuten auch noch eine Plattform in Form von Berichterstattung geben finde ich krank, aber auch noch einen direkten Link zu veröffentlichen ist ....

Immer am Boden bleiben

A) Wer persönliche Rache an der Polizei üben will, ist garantiert nicht auf solche Veröffentlichungen angewiesen.

B) Mag sein, dass einige Polizisten gefährlichere Aufgaben auf haben - Aber der Rest riskiert bestenfalls tagtäglich auf Streife einen Autounfall oder sich an einer Leberkässemmel zu verschlucken.

(Ich möcht jez nicht die Verantwortung des Polizeiberufs niederspielen aber soweit ich weiß haben die Herren in Uniform im letzten Jahrzehnt bei uns mehr Unschuldige erschossen als Leute verloren, nur um das "tägliche Leben riskieren" mal zu relativieren...)

rachefeldzüge sind eher was von rechtsradikalen, unsere polizei kann beruhigt weiterschlafen!

"es geht zu weit" - hättens schon viel früher rufen können/dürfen...

Geh bitte als ob die Polizei,

so ein Geheimverein wäre.

Jeder kennt die Polizisten die in der Nachbarschaft wohnen auch als Solche.

Ein geistiges Nackerpatzl hätte auch davor zum Polizei Posten fahren können und dort schauen welche "Privat" Autos dort parken bzw. hätte einfach nach Dienstschluss die Polizisten unauffällig nach Hause verfolgt.

Das was Sie hier als Beispiele nennen war bis jetzt sicher ohne Liste möglich oder nicht?!

Der kleine Unterschied ist der Aufwand

A) Stundenlang warten .....macht jemand der es WIRKLICH will

B) einen Klick, das macht eventuell ein Jähzorniger, der dann einen Blödsinn begeht, welchen er, wenn er Stundenlang warten müsste, nicht (mehr) begehen würde.

Dann soll die Polizei gefälltigst

auf die Ihr anvertrauten Daten aufpassen.

Sind ja kein Bienenzüchterverein.

Ich finde auch, dass es "wir haben die Daten" getan hätte

der Staat ist offensichtlich nicht mal in der Lage, die Daten seiner Polizisten zu schützen (eine gefährdete Gruppe unter seinen Beamten). Es ist völlig lächerlich, wenn massiv Daten der Bürger gesammelt und "vorratsgespeichert werden" und uns dann so ins GESICHT GELOGEN WIRD, dass die Daten eh sicher seien.

Totale Sicherheit von Daten kann es nur schwer geben, der Staat ist offensichtlich nicht in der Lage - also ist die Bürgerüberwachung strikt abzulehnen. Die Gefahr von Lecks, Diebstahl und Missbrauch ist zu stark. Insofern hatte die Aktion was Gutes, auch wenn es übertrieben wurde und leider auf Kosten unschuldiger Polizisten geht.

Was Sie

über die unsichere "Lagerung" der Daten der Vorratsdatenspeicherung sagen, ist vollkommen richtig, aber bitte nicht vergessen:

In Zukunft werden auch Daten der Überwachungskameras, Handyortung, Gesichtserkennung und Telekommunikationsüberwachung gespeichert (für INDECT). In Zukunft werden also ALLE Daten, die es über eine Person geben kann in einer Datenbank gespeichert und jetzt überlegen Sie mal, was passiert, wenn diese Datenbank mal jemand hackt!!!!!!
PS: Die EU "spendet" für dieses Projekt über 10 Mio. Euro.

Posting 1176 bis 1225 von 1948

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