"Die Schulmedizin allein ist nicht das Wahre"

Interview |
  • Michael Rolf Müller (55) ist seit 2007 Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie 
am Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe.
    foto: michael rolf müller

    Michael Rolf Müller (55) ist seit 2007 Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie am Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe.

Einst ein großer Skeptiker, weiß der Thoraxchirurg Michael Rolf Müller heute die Komplementärmedizin für seine Patienten sinnvoll zu nützen

Auch die Chirurgie steht mit der Komplementärmedizin in keinem Widerspruch - Der Wiener Thoraxchirurg Michael Rolf Müller bringt Patienten präoperativ mit einer individuellen Regulationstherapie ins Gleichgewicht.

derStandard.at: Was hat Ihr Interesse an der TCM geweckt?

Müller: Ich muss gestehen, ich war ein großer Skeptiker der TCM. Als Chirurg war ich lange Zeit an der Uniklinik tätig, dem Mekka der Schulmedizin. Bauchentscheidungen waren dort verpönt, denn die akademische Medizin verlässt sich ausschließlich auf das, was geschrieben ist. Was nicht in kontrollierten, prospektiven randomisierten Studien bewiesen ist, gilt deshalb nicht. 

Dass die Schulmedizin allein nicht das Wahre sein kann, hat mir ein Vortrag eines TCM-Lehrers offenbart. Mein Sohn, damals sechs Jahre alt, litt seit der Geburt an einer Neurodermitis, die bis zu diesem Zeitpunkt ohne jeden Erfolg behandelt wurde. Der Vortragende hat mir eine unglaublich spannende Welt eröffnet, indem er einfach und nachvollziehbar erklärt hat, wie die Neurodermitis funktioniert. 

derStandard.at: Warum hat die Schulmedizin hier versagt?

Müller: Weil Vernetzung nicht ihre Stärke ist. Schulmediziner sehen nur ein Organ, unter Umständen sogar nur einen Ausschnitt eines Organs beziehungsweise eine spezielle Funktion. Internisten im herkömmlichen Sinn gibt es deshalb schon längst nicht mehr. Heute gibt es Onkologen, Rheumatologen, Hepatologen oder Nephrologen. Diese Spezialisierung hat durchaus einen positiven Effekt. Viele Erkrankungen, für die früher keine Therapie zur Verfügung stand, sind heute heilbar.

Was die Schulmedizin nicht kann, ist Zusammenhänge herstellen und Symptome miteinander verketten. Deshalb wird manches eventuell als Wehwechen abgetan, obwohl es eigentlich mit der Erkrankung selbst zu tun hat. Warum bekommt jemand, der immer im Stress ist und viel Kaffee trinkt, früher graue Haare? Warum leidet jemand gleichzeitig unter kalten Füssen und chronischen Kreuzschmerzen? In der Schulmedizin haben diese Dinge nichts miteinander zu tun, in der chinesischen Medizin sehr wohl.

derStandard.at: Was haben chirurgische Patienten von der TCM?

Müller: Angenommen ein Patient hat Lungenkrebs und braucht vor der Operation eine Chemotherapie. Auch ohne detaillierte chinesische Begutachtung, bietet mir sein Gesicht bereits viel Information, um seine Konstitution zu beurteilen. Ich kann dem Patienten dann nach einer etwas eingehenderen TCM Untersuchung auf den Kopf hin zusagen, welche Probleme er unter der Chemotherapie bekommen wird. Jeder Patient hat ja sein individuelles Spektrum von Nebenwirkungen Ein Teil leidet unter gastrointestinalen Problemen, wie Übelkeit und Gewichtsabnahme, andere kämpfen mit Unruhe und Schlaflosigkeit, bei anderen stehen Sehstörungen und Depressionen im Vordergrund.

derStandard.at: Haben diese Informationen eine therapeutische Konsequenz?

Müller: Ja. Dem Patienten wird bereits vor der Chemotherapie eine individualisierte Behandlung angeboten und sein persönliches Regulationsproblem besser ins Gleichgewicht gebracht. In der Folge wird er unter der Chemotherapie weniger leiden und kann die gesamte Dosierung akzeptieren, ganz einfach weil er sie besser verträgt. Arbeitet die TCM hier der Schulmedizin zu, dann gibt es wesentlich weniger Therapieabbrüche.

derStandard.at: Aber ist es nicht gerade in der Onkologie so, dass dem Patienten Alternativen angeboten werden, wenn die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt?

Müller: Ich reagiere sehr ablehnend auf den Begriff Alternativmedizin. Er ist grundlegend falsch. Die Schulmedizin betrachtet Erfahrungsmedizin, wie die traditionell chinesische Medizin, manchmal fälschlich Alternativmedizin. Ebenso bezeichnen manche Komplementärmediziner diese Methoden als Alternativmedizin. Ich bezeichne das als Ausgrenzung. Die Domäne der Schulmedizin sind vergleichsweise akute Erkrankungen, wie Schlaganfall, Lungenkrebs oder Herzinfarkt. Alles was chronisch ist, rheumatologische und immunologische Erkrankungen, Allergien, chronische Verdauungsprobleme oder Haarausfall, werden von der TCM besser verstanden - hier steigt die Schulmedizin in der Kausalbehandlung meist aus.

Die akademische Medizin behandelt hier rein symptomatisch, die Zusammenhänge und Hintergründe werden weder gesehen noch verstanden. Die Ergebnisse sind entsprechend wenig erfolgreich oder dauerhaft. Es wäre jedoch eine Brüskierung der akademischen Medizin, zu behaupten, Komplementärmedizin könne ersetzen, was die Schulmedizin heute bereits zu leisten imstande ist. Die Komplementärmedizin ist daher keine Alternative, sie ist eine sinnvolle Ergänzung. 

derStandard.at: Eine Ergänzung, die wie Kritiker unter anderem behaupten, auf dem Placeboeffekt beruht? 

Müller: Das ist eine sehr provokante Darstellung, aber es stimmt sicher, dass der Placeboeffekt nicht zu unterschätzen ist. Allerdings kommt er nicht spezifisch in der chinesischen Medizin zum Tragen. Der Placeboeffekt lässt sich bei allen Patienten einsetzen und nutzen, allein dadurch, dass sich Mediziner mit ihren Patienten eingehend unterhalten und auf einzelne Probleme, Sorgen und Befindlichkeitsstörungen eingehen. Genau das mag auch einer der Gründe sein, warum sich die chinesische Medizin als so wirksam erweist, weil sie genau hier ansetzt. Sie zeigt umfassendes Verständnis und Interesse, auch an den kleinen Störungen, wie Schlaf- Ess- oder Verdauungsprobleme, die der einzelne bereits selbst als gegeben akzeptiert und sie bezieht immer das familiäre Umfeld und die psychische Situation des Patienten mit ein. 

derStandard.at: Geht es primär darum, die Selbstheilung zu aktivieren?

Müller: Auch, aber die TCM kann wesentlich mehr. Die chinesische Medizin sieht nicht nur ein einzelnes Organ oder Symptom. Sie sieht beispielsweise nicht nur eine Magenübersäuerung, sondern eine Überaktivität oder Stagnation im Holzelement, eine Gallenblasen-Qi-Stagnation und einen Herzblutmangel. Holz attackiert Erde, würden die Chinesen sagen. Wir sagen, es geht uns die Galle über, oder es ist uns etwas über die Leber gelaufen. 

derStandard.at: Lassen Ihre Mitarbeiter die TCM ebenfalls in ihre Arbeit mit einfließen?

Müller: Sie verstehen, was ich mache, sind sehr interessiert. Es wird keineswegs belächelt, im Gegenteil, wenn ich in der Ambulanz Patienten nach TCM begutachte, stellen die Kollegen danach immer viele Fragen dazu. Zwei Kolleginnen, eine praktische Ärztin und eine Chirurgin, zeigen sehr großes Interesse an einer TCM-Ausbildung. Ich werde diesen Wunsch finanziell unterstützen. Das ist mir ein großes Anliegen, weil ich überzeugt davon bin, dass die Zukunft der Medizin ganzheitlich ist. (derStandard.at, 27.09.2011)

Share if you care
Posting 176 bis 225 von 554
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

jaja, jetzt ist wieder das studiendesign schuld, dass es unwirksam scheint.

die ausrede kam übrigens erst in der 2. hälfte des letzten jahrhunderts, als breit angelegte studien für die esos unbequeme erkenntnisse lieferten. aber, die individualität hat eine super ausrede geliefert, und man kann damit auch noch super globuli verkaufen.

Blödsinn.

Sogar Akupunktu kann man schon verblindet testen (der Akupunkteur merkt natürlich ob er echte nadeln steckt).

Homöopathie und TCM könnte man an der Apotheke verblinden. Das wär dann sogar doppeltblind. Mach man aber nicht. Weil die die ihr Geld mit Homöopathie verdienen kein Interesse daran haben. Da könnte ja rauskommen, dass Homöopathie und TCM nicht funktionieren. (Und dann könnte man nichtmal mehr das hohle "Wer heilt, hat recht" verwenden. Wobei, Fakten halten euch ja eh selten auf.)

akkupunktur funktioniert auch vollkommen anders.

Es geht nicht darum, wie Akupunktur funktioniert, sondern, dass es mit Akupunktur schwer ist, placebokontrollierte Studien durchzuführen.

Bei Behandlungsmethoden, wo Medikamente verarbreicht werden, kann ich einfach Placebos herstellen, die gleich Aussehen wie das Verum. Bei Akupunktur ist das etwas schwieriger.

gegenbeispiel.
these: manche leute müssen gar nichts essen, um satt zu werden.
sie: das ist nach derzeitigen kriterien NIE "beweisbar", denn alle zehn ernähren sich individuell! essen unter gleichen bedingungen? manchen kommt das kotzen! das ist so, als würde man versuchen, zehn menschen mit verschiedenen krankheiten zu heilen!

Blödsinn!

Wirksamkeit ist nachweisbar!

Wieso soll das nicht beweisbar sein? Man suche sich x Leute, die das gleiche homöopathische Zuckerkugerl bekommen würden (auf Grund der "Diagnose" des Homöopathen) und gibt dann der Hälfte ein anderes Placebo (nur ein Beispiel).

Das argument from ignorance, dem Patienten gehts wieder gut und er hat ein homöopathisches Mittel bekommen, daraus folgt, Homöopathie wirkt ist nicht zulässig! Es ist leider eine menschliche Eigenschaft, überall Kausalitäten zu sehen.

Totaler Quatsch. Selbstverständlich kann man Homöopathie nach wissenschaftlichen Kriterien untersuchen. Wurde oft genug mit schlechtem Ausgang für die Homöopathen gemacht.

Sie nehmen 100 Patienten und schicken die zum Homöopathen. Der ermittelt das individuelle Mittel und dann bekommen 50 Patienten da verordnete Mittel und 50 ein Placebo. Das geht randomisiert und doppelblind.

Lösen Sie sich mal von den Klischees, die die Alternativen gebetsmühlenartig verbreiten um sich zu rechtfertigen.

Ist es nicht verdächtig, dass man ausgerechnet alle Alternativverfahren nicht wissenschaftlich untersuchen können soll?

nett!

schönes Design, wäre eines Antrags an den FWF wert! Nur müsste man vermutlich auch die Homöopathers allesamt gegenüber der Tatsache verblinden, dass eine solche Studie tatsächlich durchgeführt wird. Denn wenn sie ggf. "demotiviert" sind, weil nur die Hälfte ihrer Patienten auch die richtigen Globuli kriegen, dann könnte bei ihnen auch ihr sonstiges Charisma, das den Placebo-Effekt steuert, flöten gehen. Dann gehen vielleicht die Patienten wieder heimlich zum Schulmediziner?!

Es soll ohne Verblindung und ohne Nullgruppe gehen? Das ist unwissenschaftlich.

Ein Fortschritt ist, dass eine individuelle Therapie zugestanden wird.

Allerdings, bei einem Langzeitpostertroll zu dem Thema befürchte ich, dass sich das schnell als Gelegenheitsmeinung und nicht als fundierte Aussage herausstellen wird.

Wieso soll es da keine Verblindung geben? Der Homöopath weiß nicht wer das Verum bekommt, das er ausgewählt hat und der Patient auch nicht.

Was Sie mit der Nullgruppe wollen weiß ich nicht genau, schließlich wollen Sie nicht den Placeboeffekt messen, sondern die spezifische Wirkung, aber meinetwegen: nehmen wir halt 150 Patienten und stecken 50 in die Nullgruppe, wenn es Sie glücklich macht. Mit Wissenschaftlichkeit hat es allerdings nichts zu tun, unnötige Gruppen mitzuführen.

und bevor jetzt das argument kommt "aber alle organismen funktionieren nach den gleichen regeln!" - nein. ich bekomme zB aufgrund eines gendeffekts gelbsuchtartige sympthome, wenn ich paracetamol zu mir nehme. ist paracetamol deshalb für menschen unverträglich? nein.

wenn mir komplementärmedizinische behandlungen geholfen haben, dann kannst ein kritiker davon halten, was er will - der behandlungserfolg gibt dem behandelnden arzt recht, besonders, wenn die "straighte" schulmedizin vorher jahrelang völlig versagt hat und die letzte internistin nur meinte "da kann man nix machen, im besten fall vergehts eh von selber." - vielen dank auch.

von selbst darf ja nichts vergehen. da muss schon irgendein mittelchen dahinter stecken oder zumindest gott. sonst hat man ja keine kontrolle darüber.

warum sind sie nicht einfach "stolz" auf ihren körper, der mit dem problem fertig wurde?

wahnsinn! bevor man komplementärmedizin eine wirkung zugesteht, kommen die konservativsten wissenschaftler eher noch mit der wundersamen selbstheilung daher, die ZUFÄLLIG parallel passiert ist.

als nächstes ist sogar der liebe gott opportuner.

was soll an selbstheilung wundersam sein?
wie machen sie das bei einer schürfwunde? verheilt das auch nur dank globuli?

:D

es muß wirklich unbedingt ein mittelchen sein, gell?

doch. die regeln sind gleich; das, was die regeln kodieren, kann unterschiedlich sein. das muss auch erforscht werden. ein gendefekt ist so etwas: die regel funktioniert, nur ist leider der inhalt "falsch" kodiert (mutiert).

Offenbar hatte die Internistin recht.

bullshit. würden all diese komplementärmedizinischen behandlungen nicht greifen, würde sie niemand in hand auflegen. hätte man nicht vor jahrhunderten fleissig die meisten "kräuterweiber" und hebammen als hexen umgebracht, gäbe es auch ein stärkeres europäisches äquvivalent zu TCM, aber so hat sich die europäische/westliche schulmedizin zur betonschädldisziplin schlechthin gemausert.

... auf der Suche nach der Germanischen Medizin?

Das war auch das dringende Anliegen von Heinrich Himmler, dass er Hexen und Heilerinnen auf urgermanische Riten zurückführen wollte. Pech, dass sich da dazwischen bis zu deren (unschöner!) Verbrennung ein paar Jahrhunderte dazwischen geschlichen haben.
Trotzdem soll es ja heute wieder grossdeutsche Druiden und was weiss ich alles geben ....

Wallfahren hat 2000 jahre lang gewirkt!!!!

Warum wirkt es jetzt nicht mehr?

Wie, sie meinen wir müssten den Hexenverbrennern dankbar sein?

Ist ihnen bewußt was Sie hier schreiben?
Ist ihnen das alles so wichtig, dass Sie sogar froh sind, dass Frauen verbrannt wurden?

Entschuldigen Sie bitte meinen Sarkasmus auf Kosten von Menschen die seit 500 Jahren tot sind.

Tut mir leid, aber wenn jemand so argumentiert bleibt manchmal nur Spott...

sie müssen aber ziemlich frustreirt sein, gel ?

Und Sie ziemlich betrunken, gel (sic!).

versteh,
etwas ganz anderes, Simons Cat http://www.youtube.com/watch?v=T... re=related
muss man aber mit Ton hören

wieder kein nachweis.
auch für kräuterfrauen würde heutzutage die auflage gelten, qualitativ und quantitativ nachweisen zu müssen, was wie warum da wirkt. sie sagen nur: weils jemand benutzt, muss es was bringen. leute spielen auch lotto, nur gewinnen die in den allermeisten fällen auch nicht. nette analogie: wenn komplementärmedizin einmal etwas heilt, dann wars wie beim lotto auch nur zufall.

der vergleich hinkt gewaltig, aber das ausführliche posting, wo ich deine einwände etwas genauer vorab beantworte, scheint noch in der zensur zu stecken.

wenn sie meinen. aber: wann hat irgendein alternativmedizinisches verfahren einem wissenschaftlich einwandfreiem messverfahren standgehalten? eine solche arbeit konnte mir nch keiner vorlegen. auch der österreichische homöopathiepapst endler hat sich in einer kurzen mailkorrespondenz mit mir nur wieder verhaspelt.

Wer sagt, daß Methoden, die Beschwerdefreiheit nach sich ziehen, einem Messverfahren standhalten müssen? Steht das irgendwo? Oder ist das eine ganz persönliche Bedingung von IHNEN??

verstand, forschergeist, geltendes recht, ethik, wissenschaftliche regeln, entwickelt in jahrhunderten der universitären arbeit.

wo das steht? z.b. in diversen gesetzestexten, die verlangen, dass ein medizinisches verfahren nach höchsten wissenschaftlichen standards entwickelt und geprüft wurde, bevor es am patienten angewandt wird. ich jedenfalls lasse mich lieber nach mit einem medikament behandeln, dass möglicherweise tragbare nebenwirkungen hat, aber diese (und auch die wirkung überhaupt!) in tausenden fällen erwiesen wurde und naturwissenschaftlich nachvollziehbar sind, als mit einem pulverl, von dem des nachbars cousine behauptet hat, der TCM-praktiker ihrer großmutter hat das empfohlen, weil natürlich und so.

Alle diese Messverfahren/Studien zählen, auf unterschiedlich fehlersichere Weise, ab, ob durch die Behandlung mehr Patienten gesund werden, als mit einer vergleichbaren, gar keiner oder einer Placebobehandlung. Und weil man inzwischen weiß, dass es einen Unterschied macht, ob Patienten glauben behandelt zu werden oder nicht, sagt man ihnen halt nicht mehr in welcher Gruppe sie sind. So einfach ist das.

Alles was man von TCM/Homöopathie/... fordert, ist, dass sie bei einer signifikanten Anzahl an Leuten nachzählen, ob mehr mit oder ohne "Wirkstoff" gesund werden. Man dazu auch z.B. in der Apotheke verblinden (das ist sogar noch besser, dann weiß auch der Arzt nicht, ob er einem Patienten Wirkstoff gegeben hat oder nicht.)

Man wird doch wohl messen können, ob es den Patienten in einer Placebogruppe genausoviel besser geht wie den Patienten der Verumgruppe? Und sei es nur das persönliche Wohlbefinden.

Godesberg, ich staune! Sie sprechen von persönlichem Wohlbefinden? Ist das nicht estwas sehr subjektives? Ja wie wollen Sie das in Ihrem Meßwahn denn objektivieren und vergleichen?

Ich staune, da steckt ja richtig Potenzial in Ihnen!!!
;-)

Häh? Glauben Sie im Ernst persönliches Wohlbefinden wäre kein Kriterium der modernen Medizin?

Und SIE werfen mir vor ahnungslos zu sein?

Das fragen SIE MICH, ob ich Wohlbefinden als Kriterium sehe??? Jetzt wird´s langsam pervers, Godesberg. Es sollte klar sein, daß Schmerz- und Beschwerdefreiheit zusammen mit der restitutio ad integrum meine wichtigsten Kriterien sind.

Ich glaube, Sie kennen sich in irgendeinem Randgebiet der Medizin aus.
Ich glaube, Sie haben keine persönliche Erfahrung in der Behandlung tausender Patienten.

Sie können nur darüber sprechen, wie Sie selbst behandelt werden wollen - das ist natürlich legitim.
Von den vielfältigen Aspekten und individuellen Notwendigkeiten in der zwischenmenschlichen Heilbehandlung haben Sie mangels eigener Durchführung keine Ahnung.
Sie können Studien (die Grundlage meiner Arbeit sind) zitieren, mehr nicht.

entschuldigung, aber mit leuten, die nicht in der lage sind, klinik und forschung auseinander zu halten ist es schwierig zu diskutieren, ohne über kurz oder lang ins fluchen abzudriften. ich sehe bei ihnen eigentlich nur zelebrierte ignoranz, und gut fühlen sie sich dabei auch noch. wie wärs wenn sie sich einmal in die bibliothek setzen, und ein paar lehrbücher aus dem bösen schulmedizinischen studium durchblättern. das kann ihnen eine bessere argumentationsgrundlage liefern. ich hab das zumindest mit ein paar schüßler- und homöopathiebüchern gemacht.

Mit keinem Wort habe ich Schulmedizin abgelehnt.

Aber leiden Sie ruhig weiter, wenn Ihnen mal die Schulmedizin die lapidare Auskunft gibt, daß Sie mit Ihren Schmerzen leben müssen! Immerhin leiden Sie dann auf wissenschaftlicher Basis.

Komplexeres Denken fängt dort an, wo man mit Schwarz-Weiß-Denken aufhört.

bisher bin ich bei allem mit der bösen "schul"medizin sehr gut gefahren. obb knochenbruch, grippe, chronische infektion, entzündungen, was immer war, die schulmedizin hat es geheilt. ja geheilt, es ist weg, bevor wieder der symptommythos genannt wird. übrigens, siehe bei hahnemann, dem vater der homöopathie: viel symptombasierter als da gehts kaum.

Gut so, wenn sie mit der Schulmedizin ausgekommen sind. Scheinen aber nicht allzu schwere Erkrankungen gewesen zu sein.
Leider gibt es aber tausende von Patienten in Österreich, die schulmedizinisch austherapiert sind und trotzdem Schmerzen haben. Was sagen Sie denn denen? Pech gehabt? Oder suchen Sie nach Möglichkeiten, diesen Patienten ein angenehmeres Leben zu bieten? Haben Sie schon mal chronische Schmerzen gehabt? Ich glaube nicht.
Wissen Sie eigentlich, wieviele Menschen in Österreich abhängig sind von konventionellen Schmerzmitteln, Schlafmitteln und Psychopharmaka, inbegriffen chronischen Wirkungsverlust und Nebenwirkungen?

heißt das, sie wollen altenativmedizinische mittel bei schweren krankheiten anwenden? krebs, systeminfektionen, etc.? das halte ich einmal für grob fahrlässig.

natürlich weiß ich um nebenwirkungen, abhängigkeit oder wirkungsverlust. aber das ist noch immer kein grund stattdessen eine nachgewiesenermaßen im besten falle unwirksame, im schlimmsten falle gefährliche ungetestete, in jedem fall teure behandlung anzuwenden.

Nein, das heißt es nicht! Das unterstellen Sie mir. Ich habe lange genug Schulmedizin betrieben, um deren Vorteile und Nachteile zu kennen.
Alles, was ich mache ist, die Vorteile der Schulmedizin zu nutzen und die Nachteile durch komplementäre Methoden zu kompensieren. Es geht schlußendlich um individuelle Reduktion bzw. Befreiung von Schmerzen und Wiedererlangung von Lebensqualität. Und diese Parameter lassen sich nicht messen sondern sind der individuellen Beurteilung des Patienten überlassen. Und nachdem ich mit dieser Kombination ein besseres Outcome habe als in vielen Jahren zuvor mit Schulmedizin allein, tu ich es einfach. Nicht so schwer nachzuvollziehen, selbst für einen Hardliner der Schulmedizin, oder?

ich glaube nicht das ein besserer outcome durch therapien zustande kam, die gegen mehrere naturgesetze verstoßen würden, sollten sie wirken.

Also das nenn ich einen Fortschritt unseres Diskurses, wenn >Got Your Nose< eine Aussage aus meiner Erfahrung einfach nur NICHT GLAUBT und nicht automatisch in Absenz eigener Erfahrung das Gegenteil behauptet. Find ich gut!

;-)

herrlich. ich betstreite nicht, dass ihnen fälle untergekommen sind, bei denen eine heilung nach gabe alternativmedizinischer präparate oder durchführung solcher behandlungen eintrat. ich glaube nur nicht, da ich die objektiveren zahlen kenne, dass die heilung auf eben diese maßnahmen zurückzuführen ist.

Schauen Sie, wer die tägliche Praxis kennt, weiß, daß es nicht nur um Heilung, sondern vielfach um Linderung geht. Ein großer Teil der Klientel in Arztpraxen und Ambulanzen sind Menschen mit chronifizierten funktionalen Störungen. Das sind keine Hypochonder, die haben wirklich Leidensdruck. Die Schulmedizin mit ihrem mechanistischen Ansatz reagiert aber ausschließlich auf morphologische Korrelate oder Laborwerte, beweisbares eben. Die hat dafür keine Lösung. Ich war 15 Jahre in einem Schwerpunkt-KH beschäftigt. Glauben Sie mir, ich hab die Vorzüge der Schulmedizin kennengelernt. Die beschränkt sich aber in 1. L. auf die Akutphase einer Erkrankung. Da ist sie gut. Danach ist Ebbe.
Bei o.g. Patienten hab ich mit Akupunktur sehr gute Erfolge

Es steckt in jedem von uns ein gewaltiges Potential psychischer Natur das einen bei Krankheiten entweder nach oben oder nach unten zieht. Ich habe das bei mir sehr gut beobachtet

Habe eine Erbkrankheit die mir langsam die Nieren vernichtet. Habe davon 40 Jahre lang n. gemerkt. An dem Tag an dem hier die Diagnose gefällt wurde hatte ich aber 3 Wochen lang grausamste Schmerzen in der Nierengegend hatte Blut im Urin etc.

Als ich dann rausfand (durch googeln und allerhand Ärztegesprächen (die man sich mühsam erkämpfen muss)) das ich jetzt nicht gleich tot oder Dialysepatient bin hat sich der Schmerz gelegt. Als ich dann vermehrt Sport betrieben habe fühlte ich mich dadurch so bestätigt das ich seitdem gut fühle (und sogar die Blutbefunde sind etwas besser).

Ich vertraue der Schulmedizin aber dieses Potential nützt sie einfach nicht. Andere Methoden schaffen das besser. Daher kann man sie ruhig zusätzlich anwenden.

Die "Schulmedizin" würde das schon lange nützen. Aber das Gesundheitswesen nicht, denn das kostet Geld.

Noch einmal ganz ganz langsam zum Mitschreiben: Schulmedizin ist nicht gleich unser Gesundheitswesen.

Die Empfehlung zu Bewegung und Sport ist schulmedizinischster Mainstream.

Es wäre mir neu, dass z.B. Homöopathen oder TCMer da irgendwie voraus sind.

Posting 176 bis 225 von 554
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.