"Enttabuisieren statt kriminalisieren"

2. Juni 2003, 21:48
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Internationaler Hurentag: Grüne wollen Lebens- und Arbeitssituation von Sexarbeiterinnen verbessern

Wien - Auch dieses Jahr veranstalteten die Wiener Grünen gemeinsam mit den Vereinen A.U.S., Lefö, Sila u.a. eine gemeinsame Aktion zum Internationalen Hurentag (2. Juni).

Sexarbeit als Arbeit anerkennen

Monika Vana, Frauensprecherin der Wiener Grünen: "Enttabuisieren statt kriminalisieren ist unsere Devise. Es gibt einen eindeutigen Handlungsbedarf, um die Lebens- und Arbeitssituation von Sexarbeiterinnen zu verbessern. Die rechtliche und soziale Gleichstellung der Prostitution mit anderen Berufsgruppen ist für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen in der Sexarbeit unabdingbar." Vana erneuert die Forderung, Sexarbeit als Arbeit anzuerkennen.

Ursprung des Hurentages

Der 2. Juni wurde von der Internationalen Hurenbewegung zum Internationalen Hurentag erklärt. 1975 haben 100 Frauen in Frankreich eine Kirche besetzt, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und mehr Rechte zu fordern. 23 Jahre später hat sich an der gesellschaftliche Doppelmoral wenig geändert.

Rechtliche Differenzen

In Wien ist Prostitution zwar nicht verboten, aber mit zahlreichen Einschränkungen, Ver- und Geboten, als "notwendiges Übel" geduldet. Viele Bestimmungen diskriminieren und kriminalisieren Sexarbeiterinnen und fördern Illegalität und prekäre Situationen für Frauen in der Sexarbeit.

In Deutschland und den Niederlanden, ging man bereits dazu über, die gesellschaftliche Realität der Prostitution durch entsprechende Gesetze anzuerkennen. "Das Klima für eine Legalisierung von Sexarbeit auch in Wien zu schaffen, ist uns bei der Aktion zum Internationalen Hurentag ein wesentliches Anliegen", so die Grüne Frauensprecherin abschließend. (red)

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    Seit 1975 gibt es den Hurentag - Prostituierte wollen auf ihre Probleme aufmerksam machen.
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