Südkoreaner wegen versuchten Grenzübertritts nach Norden verurteilt - Ein Jahr Haft
Seoul - Ein Gericht in Seoul hat einen Südkoreaner wegen
versuchten Grenzübertritts nach Nordkorea zu einem Jahr Haft
verurteilt. Wie die Justizbehörden am Montag mitteilten, stellte der
etwa 50 Jahre alte Mann im Oktober 2010 im nordkoreanischen Konsulat
in der nordostchinesischen Stadt Shenyang einen Asylantrag, der
jedoch abschlägig beschieden wurde. Dem Gericht zufolge versuchte er
anschließend vergeblich eine Stelle zum Überqueren der
chinesisch-nordkoreanischen Grenze zu finden. Die Verurteilung
erfolgte auf der Grundlage des Gesetzes über nationale Sicherheit,
das Kontakte zum kommunistischen Norden untersagt.
Ein Gerichtssprecher sagte, der Mann sei ein "notorischer
Bewunderer Nordkoreas". Der ehemalige Universitätshausmeister habe im
Internet zahlreiche begeisterte Artikel über das Land und seine
Führung veröffentlicht. Im Oktober 2009 war einem südkoreanischen
Schweinezüchter der Grenzübertritt nach Nordkorea gelungen. Solche
Fälle sind allerdings äußerst selten. Dagegen hat Südkorea seit dem
Koreakrieg von 1950 bis 1953 mehr als 20.000 Nordkoreaner
aufgenommen, denen die Flucht gelang. (APA)