Villach verliert erneut vor Heimpublikum - Salzburg und Caps siegen per Penalty - Grazer Frustschießen
Österreichs Rekordmeister KAC steht auch nach
der sechsten Runde der Erste Bank Eishockey-Liga (EBEL) ohne
Punktverlust an der Tabellenspitze. Die Klagenfurter hatten am
Sonntagabend aber beim 2:1-Zittersieg vor eigenem Publikum über
Fehervar hart zu kämpfen, um ihre weiße Weste zu wahren. Stefan Geier
erlöste die Gastgeber mit seinem Siegtreffer in der 54. Minute, womit
es die zwölfte Niederlage en suite für die Ungarn in Klagenfurt
setzte.
Zwei Drittel lang taten sich die Kärntner gegen den Außenseiter,
der durch Csaba Kovacs in Minute 33 in Führung ging, überaus schwer.
Nur eine Glanzleistung von Goalie Rene Swette, der als bester Spieler
der Partie ausgezeichnet wurde, bewahrte die Rotjacken vor einem
höheren Rückstand. Angefeuert von den 4.231 Zusehern in der
Stadthalle wachten die Klagenfurter erst im Schlussdrittel auf und
nutzten ein Powerplay zum 1:1 durch Tyler Scofield (48.). Knapp sechs
Minuten später traf Geier zum umjubelten 2:1, mit dem der KAC auch
sein fünftes Saisonspiel gewann.
Grazer Befreiungsschlag
48 Stunden nach dem 3:8-Debakel in Klagenfurt gegen
den KAC haben die Graz 99ers am Sonntag eine deutliche Reaktion gezeigt. Die Steirer
feierten einen 7:1-(2:1,5:0,0:0)-Kantersieg gegen HC Znojmo und
gewannen erstmals in dieser Saison vor Heimpublikum.
Ein kurioser Heber von Zdenek Blatny nach einem Gestocher brachte
Graz in Führung (8.). Nach dem Ausgleich der Tschechen durch Vladimir
Riha (13.) spielten nur noch die Hausherren. Dem 2:1 durch Oliver
Latendresse (19.) folgte ein fulminantes Mitteldrittel, das die
Grazer gleich mit 5:0 für sich entschieden.
Nach den Toren von Matthias Iberer (24.) und Latendresse (32.)
verließ Znojmo-Tormann Ondrej Kacetl entnervt das Eis. Sein Ersatz
Filip Landsman kassierte aber durch Dustin van Ballegooie (34./PP),
Brett Lysak (38.) und Latendresse (39.) schnell drei weitere Tore. Im
Schlussdrittel gab es keine Treffer mehr, dafür zahlreiche
Zeitstrafen.
Villach bleibt ohne Heimsieg
Der Villacher SV steht auch nach der sechsten
Runde noch ohne Heimsieg da. Die Adler
verloren vor 3.000 Zuschauern in der Stadthalle gegen
Zagreb 2:4 (0:2,2:2,0:0). Damit setzte es erstmals seit dem 22.
November 2009 (3:4) wieder eine VSV-Heimniederlage gegen die
kroatischen Bären.
Die Gastgeber begannen katastrophal, obwohl sich Zagreb in der
Anfangsphase zwei Strafen einhandelte. Die Kroaten nützten dagegen
gleich ihre erste Powerplay-Chance, Adam Naglich traf zur Führung
(12.). Tomislav Zanoski erhöhte in Unterzahl auf 2:0 für die Gäste.
Im Mitteldrittel sorgten ein weiterer Powerplay-Treffer von Andy
Sertich (23.) und "Shorthander" von David Brine (26.) sogar für eine
4:0-Führung des Außenseiters, der zuletzt viermal en suite beim VSV
verloren hatte.
Es folgte ein gellendes Pfeifkonzert der Fans, das die Hausherren
sichtlich aufweckte. Zwei schnelle Powerplay-Tore von Derek Damon
(27./PP2, 29./PP) ließen wieder Hoffnung keimen. Im Schlussdrittel
hielten die Villacher dann zwar voll dagegen, ließen aber gleich
mehrere hochkarätige Chancen aus, womit es beim 2:4 blieb.
Salzburger Zittersieg
Den vierten Sieg en suite hat Meister Red Bull
Salzburg gefeiert: Die Hausherren hatten allerdings sehr viel Mühe, ihre tolle
Heimserie gegen Olimpija Laibach aufrechtzuerhalten. Der Meister
gewann erst im Penaltyschießen mit 3:2 (0:0,2:1,0:1/0:0/1:0) und
feierte damit den zehnten Sieg über die "grünen Drachen" auf eigenem
Eis. Laibach ist dank des Auswärtspunkts nach der sechsten Runde
weiter Zweiter, die "Bullen" liegen auf dem vierten Zwischenrang.
Das Spiel begann sehr flott und die Laibacher zeigten
eindrucksvoll, dass sie nicht zufällig schon vor dem Spiel acht
Zähler auf ihrem Konto hatten. Nicht zuletzt der ausgezeichnete
Goalie Jean Philippe Lamoureux war für die Slowenen ein echter
Rückhalt, der dem Schusshagel der Salzburger lange standhielt. Nach
einem torlosen ersten Spielabschnitt gelang dann Dominique Heinrich
in der 23. Minute der Führungstreffer für die Hausherren, doch die
Laibacher glichen schon fünf Minuten später durch Hughes aus. Kurz
vor dem Ende des Mitteldrittels stellte Robert Earl mit seinem schon
sechsten Saisontreffer in Minute 39 wieder die Führung her.
Die vermeintlich letzten 20 Minuten verliefen wie auf schiefer
Ebene, die Salzburger fanden Chancen am laufenden Band vor,
scheiterten jedoch entweder an Lamoureux, der Stange oder am eigenen
Unvermögen. Nach einer torlosen Verlängerung ging es ins
Penaltyschießen, das ebenfalls lange torlos blieb, denn
Salzburg-Goalie Joshua Tordjman parierte alle drei Penaltys der
Gäste. Für den erlösenden Treffer sorgte der 31-jährige Kanadier
Ramzi Abid.
Caps machen Publikum glücklich
Die Vienna Capitals haben gegen das Schlusslicht HK Acroni
Jesenice mit 5:4 n.P. (0:0,0:1,4:3,0:0,1:0) gewonnen und damit den ersten
Heimsieg der Saison gefeiert. Durch eine fulminante Schlussoffensive holten die
Vienna Capitals einen 0:2 Rückstand auf und erzielten im letzten
Drittel binnen zwölf Minuten vier Tore.
Die Wiener bissen sich an der Abwehr von Jesenice regelrecht die Zähne aus,
mussten in der 25. Spielminute sogar den Führungstreffer für die Gäste durch
Lukas Hvila hinnehmen. Erst im letzten Drittel kamen die Wiener besser ins Spiel
und gingen zwischenzeitlich durch Tore von Ross Lupaschuk (48./PP), Dan Björnlie
(50.), Harald Ofner (52.) und Daniel Nageler (58.) mit 4:3 in Führung, ehe Antii
Pusa 105 Sekunden vor dem Ende Jesenice in die Verlängerung schoss. Im
Penaltyschießen schoss Jonathan Ferland die Wiener zum ersten Heimsieg der
Saison. (APA)