30-faches Honorar

"Da hat der Birni etwas hoch gegriffen"

Renate Graber , 25. September 2011, 18:27
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    Dietrich Birnbacher, einst Begleiter des Landes Kärnten beim Hypo-Verkauf, steht nun wieder im Rampenlicht - wie im Juni vor dem Kärntner Untersuchungsausschuss.

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    Der mittlerweile verstorbene Haider und Martinz beauftragten Birnbacher 2007.

Brisante Aussagen Dietrich Birnbachers: Zwei Gutachter seien per Telefon beauftragt worden, Haider habe das Honorar gar nicht irritiert, nachverhandelt wurde nie

Wien - Das Sechs-Millionen-Honorar, das Kärnten rund um den Hypo-Alpe-Adria-Verkauf an Steuerberater Dietrich Birnbacher bezahlt hat und laut Gerichtsgutachter Frank A. Schäfer maximal 200.000 Euro betragen hätte dürfen, schlägt hohe Wellen. Der Aufsichtsrat der Kärntner Landesholding KLH (sie hat bezahlt; ihr heutiger Aufsichtsratschef Josef Martinz und Jörg Haider persönlich haben Birnbacher 2007 beauftragt) hält nächste Woche eine außerordentliche Sitzung ab.

Birnbacher, gegen den wegen Untreueverdachts ermittelt wird, hat angesichts des Gutachtens erstmals ausgesagt. Sein Rechtsanwalt, Richard Soyer, bestätigt, dass sein Mandant "infolge dieses Gerichtsgutachtens voll und ganz mit der Ermittlungsbehörde kooperiert".

Was pikante Einblicke in den 2007 klammheimlich abgewickelten Deal erlaubt. Birnbacher gleich zu Beginn seiner Vernehmung: "Ich war niemals ein Investmentbanker, bin keiner und bin auch niemals (...) als solcher aufgetreten." Das ist insofern von Bedeutung, als diese Abgrenzung 2008 einiges leichter und billiger gemacht hätte. Denn sein letztlich auf sechs Mio. Euro halbiertes Honorar wurde an dem einer Investmentbank bemessen, und die KLH (erfuhr erst 2008 von Birnbachers Engagement) ließ die "Angemessenheit" der Zahlung von drei Privatgutachtern überprüfen. Sie bejahten - warum Birnbachers Job mit jenem einer Investmentbank "vergleichbar" war, erklärten sie aber nicht, kritisiert nun Gerichtsgutachter Schäfer.

Zu Vorsicht geraten

Die damals ebenfalls engagierten Gutachter, Wolfgang Brandstetter und Christian Nowotny, prüften, ob die KLH (die ja keinen Vertrag mit Birnbacher hatte) überhaupt zahlen durfte. Nowotny zivilrechtlich, Brandstetter ("Ich hatte nur Nowotnys-Gutachten als Basis") analysierte etwaige strafrechtliche Konsequenzen (Untreue) für die KLH-Organe. Er "empfahl dringend", zwei weitere Gutachter einzuschalten, um "den Vorteil der KLH durch das Einschreiten des Wirtschaftsprüfers" zu objektivieren. Heute sind, neben Birnbacher und Martinz, die KLH-Chefs Hansjörg Megymorez und Gert Xander Beschuldigte; es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Gutachten wurden ruck, zuck erstellt, in einem Fall binnen eines Tages. Birnbacher selbst habe man danach mitgeteilt, "die Gutachten hätten ergeben, dass das Honorar (...) angemessen sei". Und: "Nachverhandlungen zu einer weiteren Reduktion" seien "nicht einmal versucht worden", sagte der Villacher aus.

Wobei es bei der Gutachtensbeauftragung teils recht locker zuging. Birnbacher: "Aus der Sitzung heraus (...) wurde Kontakt mit den Gutachtern (...) aufgenommen. Konkret kontaktierte Harald Dobernig (Büroleiter Haiders; Anm.) (...) Dr. Spitzer von Deloitte, welcher vernehmbar mitteilte (das Handy war auf Lautsprecher geschaltet): ,Da hat der Birni etwas hoch gegriffen.'"

Er selbst hätte ja gedacht, Haider und Martinz hätten ihn "für das Land" engagiert, erst im Frühjahr 2008 habe ihm Martinz erklärt, "dass der Auftrag (...) von den Privatpersonen Haider/Martinz stamme". Was Letzteren, der eine laut Birnbacher um zehn Monate rückdatierte Auftragsbestätigung unterschrieben hat, nicht daran hindert, nun allenfalls "das Honorar von Birnbacher zurückzufordern", wie er im "Kurier" sagt. Juristen gehen eher von einer "Interessenkollision" aus: Die Holding müsse nicht nur Ansprüche gegen ihren Vorstand, sondern auch gegen Martinz prüfen.

Recht leger ging es laut Birnbacher schon bei seiner Mandatierung zu. Haider habe ihn "lediglich" gefragt: "Birni, machst du es um die Hälfte? ", was er bejaht habe. Wovon die Hälfte, das "wusste ich damals aber nicht". Das wurde ihm erst klar, "als ich (...) sah, dass die HSBC (Investmentbank) beim Aktienverkauf zwischen Altaktionären drei Prozent der Transaktionssumme (...) erhalten hat".

Dass auch die Hälfte viel war (sechs statt zwölf Mio.), thematisierte Martinz' Steuerberater Birnbacher selbst. Im Frühjahr 2007 "sagte ich Haider, dass das eigentlich sehr viel Geld sei, das ich (...) erhalten würde. Er meinte, ich soll mir keine Sorgen machen, das Geschäft laufe ohnehin gut, und man spare sich ja die Hälfe dessen, was man HSBC zahlen hätte müssen".

Parteienfinanzierung via Honorar bestreitet der pensionierte Steuerberater vor der Justiz: "Das gesamte Honorar ist nur zu mir gekommen. (und zum Finanzamt)." Sein Anwalt ergänzt, dass auch nichts "an Dritte weitergeleitet wurde". (Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 26.9.2011)

Kommentar posten
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Johannes St.
 
00
27.9.2011, 19:18
und er hat das Geld im guten Glauben genommen

nix ist ihm dubios vorgekommen.....

da war ja der Hochegger ein Waisenknabe gegen den

6 Seiten für 12 Mio (ursprünglich vor dem Idi..rabatt; äh Patriotenrabatt)

Mutantenwastl
00
26.9.2011, 15:01

Kostenloses Laiengutachten:
"Da hat der Birni aber zu tief ins Klo gegriffen"

I'll shit on your nick
00
26.9.2011, 13:48
Am lustigsten ist wieder mal der Dörfler,

der fordert heute das Geld zurück.

Das Blödstellen kann man wirklich zu einer Kunst machen ...

Michail Bakunin
02
26.9.2011, 13:51

Blöd stellen?

I'll shit on your nick
00
26.9.2011, 13:58

Ja, das ist semantisch ein bissl vertrackt, aber es ist durchaus möglich, dass man nicht besonders helle ist und sich trotzdem blöd stellt.

hundefleisch
00
26.9.2011, 13:27
Die ersten Wahlen und die FPK zerbröselt es bereits!

Nur weiter so:
http://www.kleinezeitung.at/kaernten/... tner.story

Bitte drei Bier!
01
26.9.2011, 12:54
Ganz ehrlich:

Wenn mir ein derart windiger Typ wie der viel zu spät verstorbene LH Haider ein solches Angebot macht, nehm' ich das auch an.

Weil ich bin ja gar nicht so, und wenn's den Haider glücklich macht, würde ich dem nicht im Wege stehen.

Mr. Smart
02
26.9.2011, 12:50

wenn ich mir überlege was ein unternehemen der privatwirtschaft leisten muss um 6 mio€ zu verdienen kommt mir da das grosse kotzen.

träger koffer
00
26.9.2011, 12:28
Wers glaubt:

Parteienfinanzierung via Honorar bestreitet der pensionierte Steuerberater vor der Justiz: "Das gesamte Honorar ist nur zu mir gekommen. (und zum Finanzamt)." Sein Anwalt ergänzt, dass auch nichts "an Dritte weitergeleitet wurde".

i ned!

Walter Kaiser.
00
26.9.2011, 13:25
Ich schon.

Wärs anders, könnte man es unwahrscheinlich leicht nachweisen:
Kontoeingang: 6 Millionen
Kontausgang: 5,8 Millionen an eine Liechtensteiner Firma ...
Und schwupps, ist er dran.

Aber ich vermute, dass eine Zahlung vereinbart war - und vielleicht noch irgendwann mal kommen wird, wenn Gras über die Angelegenheit gewachsen ist. Oder auch nicht, weil der Vertragspartner (Haider) nimmer lebt und sonst keiner von dem Deal weiß.

oooooooooops
00
26.9.2011, 11:34

Hat der Birni überhaupt etwas in der Birne? So wie der sich rechtfertigt, eher nicht.

Bekka
 
01
26.9.2011, 11:32
so ist das eben in einer führer-gesellschaft

da verteilt der starke mann geschenke an seine freunderln. er kann ja tun und lassen, was er will.

der birnbacher ist sicher nur ein einzelfall. in kärnten haben wohl viele gesinnungsgenossen finanziell groß abgeräumt.

und das dumme volk freut sich, wenn ihm vom führer persönlich ein paar euro in die hand gedrückt werden.

tja - nicht umsonst ist kärnten schlusslicht in österreich. geistig, wirtschaftlich und moralisch.

Michail Bakunin
08
26.9.2011, 11:03

Super unsere Klassenjustiz für die Reichen und Priveligierten - die kassieren ohne Ende und nicht ein einziger sitzt in U-Haft. Dafür muss man schon die wirklich schwerwiegenden Verbrechen begehen:

Aus der "heute", 26.9.: "Silviya P. (39) "vergaß" in drei Geschäften in der Favoritenstraße zu bezahlen, Christian B (26) wurde in der Favoritener Erlachgasse als Langfinger enttarnt. Beide wurden in die Justizanstalt Josefstadt eingeliefert."

Man muss nur das nötige Kleingeld ergaunert haben und schon wird das Risiko ernsthafter Konsequenzen auf Null minimiert.

Kralj Matjaz
00
26.9.2011, 11:01
..keine Parteienfinanzierung..???

lässt der Birni über seinen Anwalt ausrichten...naja, die Festplatte wurde vor der 1.Hausdurchsuchung plötzlich defekt....da kann man dann vieles behaupten......oder...

Walter Kaiser.
00
26.9.2011, 14:08
Die Festplatte der Bank ist hin?

Oder wie ist Ihr Posting zu verstehen, der hat ja das Geld am Konto - und das sind Überweisungen auf andere Konten schon ziemlich leicht nachzuvollziehen. Findens nicht?

Kralj Matjaz
00
26.9.2011, 15:16
da haben sie durchaus recht...

bezog mich nicht auf die Konten, sondern auf seine Stellungnahme, keine Parteienfinanzierung sei da im Spiel..als das Martinz-Privatgutachten aufgehoben wurde und ein 2.x ermittelt wurde, war urplötzlich die Festplatte des Birnis ausgebaut......

Walter Kaiser.
00
28.9.2011, 18:23
OK, aber eine Parteienfinanzierung würde man nachweisen können.

Aber sehr wohl glaube ich, dass sie drüber ge-emailt haben. Und wenn das Ganze nicht aufgeflogen wär, dann wären die Mille schon bei Blau-Schwarz gelandet.

Tintifax2000
00
26.9.2011, 10:34
achja ...

... er wollte ja "nicht lügen" - drum musste sein Anwalt den Satz "... und es wurde nichts an dritte weitergegeben..." aussprechen ... scheint ja ein sehr frommer katholik zu sein der gute ...

erkelteter tiger
08
26.9.2011, 10:31
martinz und haider haben auf "birnis" konto

6 millionen euro steuergerld ohne den funken einer gegenleistung verschoben

es gibt keine gegenleistung

martinz muss auf der anklagebank landen

yoyoehkloa
01
26.9.2011, 10:26
wow, die Kompetenz dieser Leistungsträger ist atemberaubend ...

"Haider habe ihn "lediglich" gefragt: "Birni, machst du es um die Hälfte? ", was er bejaht habe. Wovon die Hälfte, das "wusste ich damals aber nicht" ..." na Hauptsache der Jörg hat ihm gesagt was drinnen stehen soll ...

B R I X
05
26.9.2011, 10:06

6.000.000 € / 60 Jahre = 100.000 € / Jahr
100.000 € / 14 Monate = 7140 € / Monat

Hackel 60 Jahre lang, spare alles, und du bist noch weit entfernt von dem was der durch a freunderlgschäft bekommen hat.

fotoGRAF45
 
06
26.9.2011, 10:02
Hr. Dr. Martinz

wenn Sie auch nur einen Funken Anstand haben treten Sie heute noch zurück.
Natürlich kann Sie Hr. Dr. Birnbacher weiter in steuerlichen Fragen beraten. Vorausgesetzt, er meldet diese Nebeneinkünfte auch ordnungsgemäß.
Sie können selbstverständlich auch weiterhin bei Wiesenmarkteröffnungen teilnehmen; ob Sie wieder auf Steuerzahlerkosten nach Indien fahren können, weiss ich nicht. Vielleicht, wenn Sie versprechen, dort zu bleiben.

monoton
05
26.9.2011, 10:28

bei dem braunschwarzen gsindel in kärnten auch nur davon auszugehen sie hätten so etwas wie anstand ist absolut absurd.

Peter Kanalgitter
02
26.9.2011, 09:45
Ich bin kein ÖVP Fan, aber

Aber der Martinz hat soviel Dreck am Stecken. Der windet sich wie ein Wurm. Spindelschlecker Sie sind keine Führungskraft. Sie schauen zu wie ihre (Reichenschutzbund) ÖVP den Bach runtergeht.
Natürlich haben sie noch mit Mikl-Leitner und Fekter zwei Sympathianten in der Regierung.Das gemeine Fußvolk liebt die zwei Weiber, bitte Kopf und Rauch nicht vergessen. Und mit diesem Personal wollen Sie farbloser Spindellecker Wahlen gewinnen. Schlafen Sie in der Witzkiste? Wachen Sie auf,Sie leben doch in einer Schwarzen Traumwelt.

Peter Kanalgitter
00
26.9.2011, 09:34
Das war ein Privatauftrag

Normal Haider´s Erben und Martinz Privat verklagen.
Die sollen ruhig blechen. Birni behalt dein Geld. Bin gespannt wenn Sie selber bezahlen müssen ob die dann auch noch einen Gutachter brauchen. Ich glaube der mit 200.000 Euro bekommt den Zuschlag.

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